445 Menschen (Stand: 22. Oktober) haben sich im Thurgau mit dem Coronavirus infiziert. Nicht viel besser sieht es im Kanton Schaffhausen aus: 368 Personen (Stand 22. Oktober) sind dort positiv auf den Erreger getestet worden. Die Schweiz erlebt seit einigen Tagen einen exponentiellen Anstieg der Corona-Neuansteckungen. Alle Kantone sind davon betroffen. Deshalb hat sich das Robert-Koch-Institut dazu entschlossen, die gesamte Schweiz als Risikogebiet einzustufen. Diese Regelung tritt ab Samstag in Kraft.

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Keine Anzeichen für Grenzschließungen

Dass die Schweiz zum Risikogebiet erklärt wurde, kann der Konstanzer Landrat Zeno Danner nachvollziehen: „Die Zahlen sprechen für sich.“ Er glaubt aber nicht, dass es wie im Frühjahr, wieder zu Grenzschließungen kommt. „Ich habe dafür bisher keine Anzeichen wahrgenommen“, versichert er.

Nicht nur bei der Grenzkontrolle werden Zollbeamte des Hauptzollamts Singen eingesetzt: In den nächsten Wochen leisten sie Amtshilfe in den Gesundheitsämtern der Region.
Nicht nur bei der Grenzkontrolle werden Zollbeamte des Hauptzollamts Singen eingesetzt: In den nächsten Wochen leisten sie Amtshilfe in den Gesundheitsämtern der Region. | Bild: Lukas Ondreka

Weiterhin dürfen Schweizer nach Deutschland kommen, wenn sie nicht länger als 24 Stunden bleiben. Damit ist der Einkaufstourismus weiterhin möglich. Auch wer in die Schweiz reist, muss bei der Rückkehr nicht in Quarantäne, wenn er sich dort nur kurzzeitig (unter 48 Stunden) aufgehalten hat.

IHK Hochrhein-Bodensee befürchtet erneuten Dämpfer

Dennoch könnte der Einkaufstourismus entlang der deutsch-Schweizer-Grenze Schaden erleiden, befürchtet Claudius Marx, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hochrhein-Bodensee. „Die Einstufung der gesamten Schweiz als Risikogebiet bedeutet, dass Schweizer außerhalb der Grenzregion, etwa aus Luzern oder Zug, nicht mehr einfach einreisen können. Für den Einkaufstourismus könnte das einen weiteren Dämpfer bedeuten“, erklärt Marx.

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Nach dem Lockdown hätten viele Händler optimistisch Richtung Weihnachtsgeschäft geblickt. „Nun fürchten sie ein zweites Mal massive Umsatzeinbrüche, wenn über die inländischen Restriktionen hinaus auch die Schweizer Kundschaft abermals ausbleiben sollte“, erklärt Marx. Die heimische Bevölkerung könne die fehlende Kaufkraft aus der Schweiz kaum ausgleichen.

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