Günter Kraus gehörte zu den Menschen, die stets mit einem Lächeln durchs Leben gingen. Er nahm sich selbst nie so wichtig – eine Gabe, die immer seltener zu beobachten ist. Bedeutender war es für ihn, seinen Mitmenschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Dabei meinte es das Leben nicht immer gut mit ihm.

„Er beschwerte sich nie über sein schweres Schicksal“

Seine geliebte Frau starb vor einigen Jahren. Als er später die Kraft fand, eine neue Beziehung aufzubauen, verstarb auch die nächste Frau an seiner Seite. „Und trotzdem war der Günter keiner, der Trübsal blies oder sich über sein Schicksal beschwerte“, sagte Gordon Hügel, Präsident der DJK Konstanz. Günter Kraus starb vor wenigen Tagen im Alter von 77 Jahren. Die Anteilnahme daran ist immens.

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Wer den ehemaligen Spieler der DJK auf seinen Wegen begleitete, redet in höchsten Tönen von dem Menschen Günter Kraus. „Er hat immer jedem geholfen“, sagt Ralf Kremer, der 1980 zur DJK wechselte und die letzten Jahre in der Karriere des Günter Kraus hautnah miterlebte. „Du wirst niemanden finden, der etwas Negatives über ihn sagt.“ Selbst, wenn er nach einem Fehler auf dem Spielfeld von Mitspielern oder dem Trainer verbal angegangen wurde – „selbst dann lächelte er und war dir nicht böse“. Ralf Kremer sah die gute Seele der DJK im vergangenen Sommer das letzte Mal. „Das war am Hörnle. Der Günter war fit wie eh und je.“

Günter Kraus.
Günter Kraus. | Bild: privat

Gordon Hügel berichtet, dass Günter Kraus sich zuletzt immer mehr zurückzog aus dem öffentlichen Leben. „Ein Herzinfarkt vor einigen Jahren hat ihm wohl zu schaffen gemacht.“ Und trotzdem war die Freude immer groß, wenn er doch mal wieder auf dem Sportplatz am Tannenhof auftauchte. „Jahrelang war er als Betreuer der Ersten Mannschaft quasi das Mädchen für alles. Wenn man Fragen hatte: Der Günter wusste immer die Antwort.“

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Günter Kraus war sich nach dem Abstieg aus der Amateur-Oberliga, der damals dritthöchsten Liga Deutschlands, im Jahr 1981 nicht zu schade, als einer der wenigen mitzuhelfen, den sportlichen Abstieg fair abzuwickeln. Nach internen Querelen suchten viele Spieler das Weite.

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Ralf Kremer wurde durch eine Verletzung gestoppt. Er erinnert sich: „Günter hat das trotz seiner 37 Jahre voll durchgezogen, er war bei den damals sogenannten Schmachspielen dabei, als die DJK teilweise 17:0 verloren hat.“ Auch Manfred Sobisch, jahrelang Vorsitzender des Stadtsportverbandes, bedauert den Tod seines alten Weggefährten: „Günter Kraus war einer der ganz Großen der DJK. Er hat sich nie in den Vordergrund gedrängt. Solche Menschen findest du heute nicht mehr so oft.“

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Auch Aydo Kir vom Türkischen SV, der in der A-Jugend für die DJK spielte, trägt Trauer: „Günter war der liebste Mensch aller Zeiten. Er war so herzensgut und immer fröhlich.“