Es ist der zweite Auftritt für die fünf Männer, die die Stadt Konstanz durch die nächsten acht Jahre führen wollen. Und es ist die Veranstaltung mit den strengsten Regeln. Bei der offiziellen, von der Stadtverwaltung ausgerichteten Kandidatenvorstellung präsentierten sich am Mittwochabend Uli Burchardt, Andreas Matt, Jury Martin, Andreas Hennemann und Luigi Pantisano.

Gleich geht es los: Corona-bedingt gelichtete Publikumsreihen im Bodenseeforum bei der Kandidatenvorstellung der Stadt Konstanz zur Oberbürgermeisterwahl 2020.
Gleich geht es los: Corona-bedingt gelichtete Publikumsreihen im Bodenseeforum bei der Kandidatenvorstellung der Stadt Konstanz zur Oberbürgermeisterwahl 2020. | Bild: Rau, Jörg-Peter

Die Gäste im Bodenseeforum erlebten fünf unterschiedliche Menschen und Programme. Für jeden gab es Applaus, der von höflich bis herzlich reichte.

Auftritt Uli Burchardt

Oberbürgermeister Uli Burchardt steigt mit einer Rückblende ein. Und erwähnt dabei, was 2012 alles nicht vorhersehbar war und dass man vor acht Jahren gedacht habe, mit der Bebauung des Döbele seien die Wohnungsprobleme auf lange Sicht gelöst.

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Er präsentiert sich als erfahrene Führungskraft für ein großes Team und holt dann zu einem Seitenhieb auf Mitbewerber aus – er könne nun einmal keine Versprechungen machen, sondern müsse sich auch an dem messen lassen, was nicht wie erwartet lief.

Hat als Erster seine Bewerbung abgegeben, steht deshalb oben auf dem Stimmzettel und beginnt bei der Kandidatenvorstellung der Stadt Konstanz zur Oberbürgermeisterwahl 2020: Kandidat und Amtsinhaber Uli Burchardt.
Hat als Erster seine Bewerbung abgegeben, steht deshalb oben auf dem Stimmzettel und beginnt bei der Kandidatenvorstellung der Stadt Konstanz zur Oberbürgermeisterwahl 2020: Kandidat und Amtsinhaber Uli Burchardt. | Bild: Rau, Jörg-Peter

Auftritt Andreas Matt

Andreas Matt stellt sich zunächst auffallend höflich vor und zeichnet von sich das Bild eines fleißigen und ehrgeizigen Mannes mit Berufserfahrung, Ausbildung und Studium, mit Referenzen als Führungskraft bei Mediamarkt/Saturn in der Türkei sowie als Unternehmensberater.

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In Konstanz, seinem früheren Studienort, sagt er, freut er sich „wieder zu Hause zu sein“.

Zweiter in der Redner-Reihenfolge war Andreas Matt (hier auf einem Foto vom Vorabend bei der SÜDKURIER-Diskussion im Konzil)
Zweiter in der Redner-Reihenfolge war Andreas Matt (hier auf einem Foto vom Vorabend bei der SÜDKURIER-Diskussion im Konzil) | Bild: Scherrer, Aurelia

Auftritt Jury Martin

Jury Martin tritt ohne Manuskript ans Pult und erzählt von seinem 17-semestrigen Studium und davon, dass er den Sinn des Lebens gesucht und einen Gutteil davon gefunden habe. „Jeder wächst mit seiner Herausforderung“, sagt er und ist beim Blick auf das Oberbürgermeister-Amt sicher: „Jeder kann das, der das will.“

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Er kritisiert, dass die städtische Wobak angeblich Wohnungen verkaufe und stellt dann seine ersten Schritte vor, die er als Oberbürgermeister gehen wolle: Mit den Mitarbeitern der Verwaltung wolle er sich treffen und mit ihnen die anstehenden Aufgaben durchsprechen.

Dritter bei der Kandidatenvorstellung der Stadt Konstanz im Rahmen der Oberbürgermeisterwahl 2020: Kandidat Jury Martin.
Dritter bei der Kandidatenvorstellung der Stadt Konstanz im Rahmen der Oberbürgermeisterwahl 2020: Kandidat Jury Martin. | Bild: Rau, Jörg-Peter

Auftritt Andreas Hennemann

Andreas Hennemann hebt auf seine Persönlichkeit ab, auf seinen Wunsch nach mehr Miteinander, auf seinen Sinn für Gerechtigkeit.

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Als Oberbürgermeister wolle er seine Ziele erreichen, indem er nicht als „Sekretär einer knappen Mehrheit“ handeln wolle (ein Seitenhieb auf Luigi Pantisano und Uli Burchardt und deren Unterstützer im Gemeinderat) und an breitem Rückhalt arbeiten werde.

Nummer vier auf dem Stimmzettel und bei der Kandidatenvorstellung der Stadt Konstanz im Rahmen der Oberbürgermeisterwahl 2020: Andreas Hennemann.
Nummer vier auf dem Stimmzettel und bei der Kandidatenvorstellung der Stadt Konstanz im Rahmen der Oberbürgermeisterwahl 2020: Andreas Hennemann. | Bild: Rau, Jörg-Peter

Auftritt Luigi Pantisano

Luigi Pantisano steigt – hier frappierend ähnlich zur Selbstdarstellung der Landtagsabgeordneten Nese Erikli – mit der Geschichte seiner Eltern ein, die als so genannte Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Er habe den Aufstieg durch Bildung selbst erlebt und werde sich dafür bedingungslos einsetzen, dass andere solche Chancen auch bekommen.

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Dass er etwas bewegen könne, habe er als Quartiersmanager im Gebiet Berchen/Öhmdwiesen bewiesen. Und er zeigt, dass sein Bild von Konstanz breiter ist, indem er auflistet, welche Wahlkampf-Termine – von Firmenbesuch bis Freunde des Rosgartenmuseums – er absolviert habe.

Machte den Abschluss bei der Kandidatenvorstellung der Stadt Konstanz zur Oberbürgermeisterwahl 2020: Kandidat Luigi Pantisano.
Machte den Abschluss bei der Kandidatenvorstellung der Stadt Konstanz zur Oberbürgermeisterwahl 2020: Kandidat Luigi Pantisano. | Bild: Rau, Jörg-Peter

Nach fünfmal ziemlich genau 20 Minuten ist der Abend dann vorbei. Viele Besucher sagen im Hinausgehen, dass sie die Bewerber noch einmal besser kennengelernt hätten.

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Am Abend zuvor hatten sich die fünf Männer beim SÜDKURIER-Podium einen ersten Schlagabtausch geliefert. Hier können Sie sich den ganzen Abend noch einmal im Video ansehen, und hier finden Sie das gesamte Themenpaket zur Konstanzer OberbügermeisterwahlSie das gesamte Themenpaket zur Konstanzer .

Etliche der Gäste am Mittwochabend im Bodenseeforum werden sich bestätigt gefühlt haben – im Saal sitzen viele in der Politik bekannte Gesichter, die sich bereits positioniert haben. Andere sind als Mitarbeiter der Verwaltung da, für sie geht es immerhin auch im die Frage, wer ihr neuer Chef wird.

Kandidatenvorstellung der Stadt Konstanz zur Oberbürgermeisterwahl 2020: Amtsleiterin Gabriele Bossi begrüßt und verabschiedet die Gäste.
Kandidatenvorstellung der Stadt Konstanz zur Oberbürgermeisterwahl 2020: Amtsleiterin Gabriele Bossi begrüßt und verabschiedet die Gäste. | Bild: Rau, Jörg-Peter

Was alle Zuhörer aber auf jeden Fall unterschreiben dürften, ist die Aufforderung von Gabriele Bossi, die im Bodenseeforum begrüßte und verabschiedete: Die Konstanzer sollten am 27. bitte wählen – und zwar per Brief. Das ist sicher und denkbar einfach. Bis 19. September sollten alle gut 67.000 Wahlbriefe samt Wahlschein und Stimmzettel zugestellt sein.