Inka Kielholz und Theresa Baumgärtner von der Beratungsstelle für Schwangere, Paare und Familien der Diakonie in Konstanz hoffen wie kaum eine anderes Hilfswerk in Konstanz auf zeitnahe Spenden. Denn der Notfall-Topf, aus dem sie Gelder nehmen können, um Familien in Notlagen zu unterstützen, ist nach eigenen Angaben leer. Dabei sei der Bedarf hoch.

Alleinerziehende häufig betroffen

Viele Familien stünden unter enormem finanziellem Druck, berichten die Sozialpädagoginnen. Vielfach seien die hohen Mieten in Konstanz dafür verantwortlich. Vor allem Alleinerziehende gerieten schnell in Notlagen, wenn eine unerwartete Ausgabe den Etat belaste, etwa durch den Ausfall einer Waschmaschine oder durch eine Nachzahlung bei den Nebenkosten. Es seien schon Klienten vor der Tür gestanden, die nicht gewusst hätten, woher sie das Geld fürs den nächsten Lebensmittel-Einkauf nehmen sollen. In solchen besonderen Fällen helfe die Diakonie mit Spendengeldern.

Alles nutzen, was einem zusteht

In der Beratungsstelle gehe es oft darum, Familien, Alleinerziehende und Schwangere zu unterstützen, damit sie die Leistungen bekommen, die ihnen zustehen. „Wir ermutigen die Familien, alles in Anspruch zu nehmen, damit sie nicht finanziell so aufgerieben sind“, sagt Inka Kielholz.

Keine Bange vor der Bürokratie: Theresa Baumgärtner und Inka Kielholz von der Diakonie helfenSchwangeren, Familien und Alleinerziehenden, die Anträge für die Unterstützungsgelder auszufüllen. In besonderen Notlagen leisten sie finanzielle Hilfen aus einem Spendentopf.
Keine Bange vor der Bürokratie: Theresa Baumgärtner und Inka Kielholz von der Diakonie helfenSchwangeren, Familien und Alleinerziehenden, die Anträge für die Unterstützungsgelder auszufüllen. In besonderen Notlagen leisten sie finanzielle Hilfen aus einem Spendentopf. | Bild: Claudia Rindt

Anträge sind oft kompliziert

Kielholz und Baumgärtner berichten, die Anträge auf Leistungen seien vielfach aufwändig und voneinander abhängig. Das heißt: Hat eine Behörde einen Antrag noch nicht bearbeitet, geht es auch an der anderen Stelle nicht weiter. Es komme zu langen Wartezeiten, bis Gelder tatsächlich fließen. Zu den komplizierten Anträgen, bei denen oft erst nach Monaten die erste Überweisung komme, gehöre nach Angaben von Kielholz der Kinderzuschlag für einkommensschwache Familien. Jedes Amt habe zudem eigene Formulare. Nicht einmal die für den Gehaltsnachweis seien einheitlich.

Auch Fachleute haben Probleme mit den Anträgen

Selbst die Fachleute in der Beratungsstelle hätten oft Mühe mit dem Ausfüllen der Anträge. Auch sie müssten immer wieder nachfragen. „Es besteht Vereinfachungsbedarf“, unterstreicht Inka Kielholz. Erschwerend komme hinzu, dass regionale Anlaufstellen teilweise durch überregionale Zentralstellen mit Service-Telefonen ersetzt wurden. So sei kaum mehr ein Problem im direkten Kontakt mit einem Sachbearbeiter zu lösen.

Das könnte Sie auch interessieren

Theresa Baumgärtner sieht mit Sorge, dass Frauen nach der Geburt immer weniger auf Hebammen zurück greifen können. Denn es praktizierten zu wenige. Dabei sei die Begleitung in der ersten Lebensphase mit dem Kind wichtig.

Alle Folgen der Serie „Wir helfen mit“ finden Sie gesammelt auf dieser Seite.