Jörg Kachelmann, hauptberuflich Meteorologe, teilt gerne kräftig auf Twitter aus; auch Beleidigungen und Falschbehauptungen gehören zu seinem Repertoire. Zuletzt hat es die Stadt Konstanz erwischt, die er als „dumm“ bezeichnete und der er einen „Hirnnotstand“ attestierte.

Was war passiert? Die Stadtverwaltung hat auf dem Kurznachrichtendienst Twitter eine neue Heizung des Kinderkulturzentrums Raiteberg erwähnt, die (Holz-)Pellets verfeuert. Garniert war das Ganze mit dem Vergleich, mit der dadurch jährlich eingesparten CO2-Menge könne ein Mittelklasse-Auto acht Mal die Welt umrunden.

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Für Wettermoderator Kachelmann, der wegen ihres Feinstaub-Ausstoßes schon länger auf Kriegsfuß mit Holzöfen steht, war das zu viel. Im Wortlaut schrieb er: „Die Stadt Konstanz möchte die Lebenserwartung der Kinder frühzeitig in Grenzen halten. Schöne Idee, endlich mal richtig viel Feinstaub für die lieben Kleinen. Bitte auch gleich noch Zigaretten verteilen, damit die Kinder zuhause nicht auf Entzug kommen. Dumm wie Stadt Konstanz.“ Dabei verlinkt er zwei Mal einen falschen Account, der nicht von der Stadtverwaltung betrieben wird.

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Damit war das Thema für ihn aber noch nicht abgehakt. Auf einem Foto des Gebäudes auf Twitter markierte er den Kamin, der eine „niedrigstmögliche“ Höhe habe und somit für eine optimale Ausbreitung des Feinstaubs in der Atemluft der Kinder sorge. Walter Rügert, Pressesprecher der Stadt Konstanz, erklärt dazu auf Anfrage: „Dass er [Herr Kachelmann] fachlich nicht immer im Bilde zu sein scheint, zeigt sich schon daran, dass er einen Aufzugsschacht des Hauses als Kamin bezeichnet.“

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Auf diesem Foto des Gebäudes markierte Kachelmann den vermeintlich niedrigen Kamin, der in Wahrheit ein Aufzugsschacht ist.
Auf diesem Foto des Gebäudes markierte Kachelmann den vermeintlich niedrigen Kamin, der in Wahrheit ein Aufzugsschacht ist. | Bild: Stadt Konstanz / Screenshot: Südkurier

Neben Hochglanz-Fotos einer von ihm moderierten MDR-Sendung und Wetterkarten sind auf seinem Twitter-Profil außerdem Beschimpfungen anderer Nutzer wie „No Depp left behind“ oder „Holzöfen machen nicht nur krank, sie machen auch dumm“ zu finden. Der Stadt Konstanz attestiert er an anderer Stelle neben dem Klimanotstand auch einen „Hirnnotstand„. Walter Rügert schreibt, die Verwaltung sei „generell froh um jede konstruktive Kritik“. Kachelmanns Äußerungen verließen an einigen Stellen jedoch leider den guten Umgangston.

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Das ist übrigens nicht das erste Mal, dass sich der bekannte Schweizer Moderator auf Twitter über Konstanz auslässt. Im März schrieb er: „Es stinkt am Bodensee, Ort für Ort“ und wies auf den Feinstaub-Ausstoß von Holzöfen hin, neben dem der Verkehr irrelevant sei. Anders als damals lehnte Herr Kachelmann dieses Mal ein Gespräch und eine Stellungnahme zu seiner Kritik an der Stadt Konstanz auf SÜDKURIER-Anfrage ab. Er wolle „nicht als Zitatvieh mitwirken“.