Bus ist nicht gleich Bus, das haben zuletzt Fahrgäste beim Übersetzen mit der Fähre zwischen Konstanz und Meersburg erlebt. Nach der Berichterstattung im SÜDKURIER über die Regelungen bei der Abfertigung wandte sich unter anderem Berthold Egenhofer an die Redaktion.

In einem Brief an die Stadtwerke Konstanz erkundigt er sich über die Behandlung der Flixbusse, auch im Vergleich zu Stadtschnellbussen (SSB). Das Thema interessiere ihn "sowohl aus privatem, wie auch aus geschäftlichem Interesse", erklärt er. Egenhofer ist Reiseberater und vertreibt unter anderem Tickets für das Fernbus-Unternehmen Flixbus.

Der Fernbus kommt an, die Schranke zur Fähre schließt trotzdem

Er habe erlebt, schreibt er, dass diese auf dem Vorplatz der Fähre ankommen und nahezu zeitgleich die Schranke zur Zufahrt geschlossen würde. Egenhofer verstehe zwar, "dass natürlich keine Fahrzeuge mehr auffahren dürfen, wenn nebenan die zweite Fähre die Schranken öffnet". Doch jüngst erlebte er, dass die Schiffe schlimmstenfalls 30 Sekunden hätten warten müssen.

"Flixbus dürfte einer einer ihrer größten Kunden sein"

Für ihn sei nicht nachvollziehbar, warum ein öffentliches Verkehrsmittel ein anderes, nicht in Konkurrenz stehendes, "so schlecht behandelt". Gegenüber den Stadtwerken gibt er zu bedenken, "dass das Unternehmen Flixbus wohl einer der größten, wenn nicht sogar Ihr größter Kunde sein dürfte". Die Antwort des zuständigen Kundenbetreuers auf seine Kritik wundern Egenhofer.

Flixbus-Faher lösen Ticket an Land, SSB-Fahrer auf der Fähre

Zwar würden, so wird ihm mitgeteilt und ein Sprecher der Stadtwerke-Sprecher Josef Siebler bestätigt dies gegenüber dem SÜDKURIER, Flixbusse wie SSB bei der Einweisung auf die Fähren immer bevorzugt behandelt. Bei den SSB würden die Mitarbeiter des Platzdienstes allerdings zudem auf deren Abfahrtszeiten Rücksicht nehmen. Und Flixbus-Fahrer müssen anders als die der SSB vor dem Übersetzen ein Ticket am Terminal an Land lösen, wie es sonst Speditionen oder Reisebus-Unternehmen tun.

Stadtwerke-Sprecher: Unterschiedliche Zahlweise soll Ende des Jahres enden

Wie Josef Siebler erklärt, ist dies "historisch bedingt", habe aber keine Auswirkungen auf die Abfertigungzeit. Die Fahrpreise für SSB und Fernbusse seien dieselben und richteten sich "nach unseren Tarifkonditionen für Gewerbekunden", erklärt der Stadtwerke-Sprecher. Zum Jahresende soll auch die unterschiedliche Zahlweise ein Ende haben und Fernbusse wie SSB auf dem Schiff abgerechnet werden.

Gewaltandrohungen gegenüber Fähre-Einweisern durch Lkw-Fahrer

Das wiederum könnte sich auf die Stimmung am Fährevorplatz auswirken. Denn Berthold Egenhofer wurde im Zuge seiner Frage über die Behandlung der Flixbusse auch berichtet, dass deren Bevorzugung zu Ärger bei Lastwagenfahrern geführt habe. Dies ging so weit, schreibt ihm der Stadtwerke-Kundenbetreuer, dass Mitarbeitern der Fähre mit Gewalt gedroht worden sei.

Josef Siebler bestätigt, dass die Behandlung der einzelnen Verkehrsteilnehmer "insbesondere von Lkw-Fahrern, die bekanntlich einem sehr starken Zeitdruck unterliegen, sehr genau beobachtet und zuweilen auch kernig hinterfragt wird".

Tätlichkeiten wurden angezeigt und gehören der Vergangenheit an

Wie kernig genau, hätten die Bedienstenten in Form von Tätlichkeiten erlebt, worauf die Stadtwerke umgehend Strafanzeige gestellt und die Lastwagenfahrer mit einem Berförderungsverbot belegten, erklärt Siebler. Diese Fälle stammten jedoch aus der ferneren Vergangenheit, aktuell ließe sich Unmut und Ärger einzelner Personen "normalerweise im sachlich aufklärenden Gespräch bereinigen".