Wohin mit Fundtieren? Wer kümmert sich um sie, bis die Besitzer oder ein neues Zuhause gefunden sind? Jede Gemeinde hat die Pflicht, sich um herrenlose Tiere zu kümmern. Deshalb haben die Gemeinderäte von Bodman-Ludwigshafen, Orsingen-Nenzingen und Hohenfels nun in ihren jeweils jüngsten Sitzungen beschlossen, einer Kooperation mit dem Tierheim Radolfzell zuzustimmen. Der Gemeinderat von Stockach hatte dies bereits zuvor getan. Insgesamt geht es um die Betreuung in der Verwaltungsgemeinschaft Stockach. Ein zuverlässiger Partner sei wichtig, heißt es in der Sitzungsvorlage von Bodman-Ludwigshafen.

In Hohenfels kommt es laut der Gemeindeverwaltung etwa fünf bis zehn Mal im Jahr vor, dass ein entlaufenes oder ausgesetztes Tier gefunden wird. In der Vergangenheit hatte man in solch einem Fall den Tierschutzverein Stockach kontaktiert. Hierbei habe aber das Ordnungsamt die Erfahrung gemacht, dass die Erreichbarkeit des Tierschutzvereins Stockach nur mangelhaft gegeben gewesen sei. Ebenso konnte wohl auch keine Dokumentation bezüglich der gefundenen Tiere, deren Vermittlung oder Verbleib und somit auch der Verwendung der öffentlichen Gelder vorgelegt werden, hieß es im Rat.

Bisherige Kooperation ist gekündigt

Nun wollte der Tierschutzverein Stockach den Pauschalbetrag für seine Leistungen von jährlich 12.000 Euro auf 19.200 Euro anheben. Daher habe die Gemeinde die Kooperation gekündigt. Künftig werde mit dem Tierschutzverein Radolfzell kooperiert, da auch die Stadt Stockach mit diesem Verein in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht habe.

Stefan Burger, Hauptamtsleiter von Bodman-Ludwigshafen, sagte im Gemeinderat, es komme „manchmal vor, aber selten“, dass es Fundtiere in der Seegemeinde gebe. „Wir haben keinen Kapazität, um sie artgerecht unterzubringen und zu betreuen.“ Er wies in der Sitzung darauf hin, dass die Stadt Stockach bereits über die neue Kooperation mit dem Tierschutzverein Radolfzell entschieden habe. Nun wollte auch Bodman-Ludwigshafen dies tun. Auch wenn es sein könne, dass dies lange nicht in Anspruch genommen werde, könne es auch passieren, dass die Gemeinde dann im Ernstfall doch froh darüber sein werde.

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Ratsmitglieder sprechen sich dafür aus

Ratsmitglied Kurt Schmidt (SPD) nannte die Kooperation eine gute Idee. Auch Michael Koch (CDU) sprach sich direkt dafür aus, erkundigte sich aber nach der Laufzeit. Der Vertrag solle noch vorgelegt werden, so Burger. Die Entscheidung für das Anstreben der Kooperation fiel einstimmig.

Auch der Rat von Orsingen-Nenzingen hat sich einstimmig für die neue Kooperation ausgesprochen. In Mühlingen und Eigeltingen stehen die Entscheidungen noch aus.