Es ist durchaus eine Kraftanstrengung für jeden Eigentümer, wenn ein normales Hausdach erneuert werden muss. Eine noch größere Dimension der finanziellen Mittel ist es, wenn ein Hofdach mit 1000 Quadratmetern Fläche zur Erneuerung ansteht. Vor dieser Konstellation stehen Nastassja und Manuel Ruf beim denkmalgeschützten Hermeshof in Schwanenbach.

Hof mit Geschichte

Und der Hof hat wirklich Geschichte, wie in der Chronik von Bader zur Vöhrenbacher Heimatgeschichte steht. Bereits im Jahr 1616 sind in Schwanenbach drei Höfe erwähnt. Neben dem Hermeshof waren dies noch der Bartleshof und der Fohrenbühlhof. Manuel Ruf setzte sich deshalb mit dem Denkmalamt in Verbindung, um zu erfahren, welche Unterstützung es von dieser Seite gibt. 1986, als das Dach schon einmal instandgesetzt wurde, griff das Denkmalamt unter die Arme.

Holzschindeln wenig haltbar

Voraussetzung war, dass Rotzedern-Schindeln verwendet wurden. Doch die Haltbarkeit der Schindeln war nicht von der versprochenen Dauer. Mittlerweile ist das Hofdach undicht, und eine Erneuerung kann nicht auf die lange Bank geschoben werden. Die neuerlichen Auflagen des Denkmalamtes stellten jetzt aber eine unüberwindbare finanzielle Hürde für Ruf dar. Manuel Ruf suchte deshalb nach einer Alternative. Er nahm Kontakt mit der grünen Landtagsabgeordneten Martina Braun auf, und diese wandte sich an die Denkmalstiftung. Dort wurden die Angaben und zu erwartenden Kosten geprüft.

Zuschuss von 25 Prozent

Eine Vorortbesichtigung erfolgte. Die Denkmalstiftung und das Denkmalamt setzten sich zusammen und fanden eine Lösung. Nach dem derzeitigen Stand soll der Hermeshof keine Holzschindeln mehr erhalten, sondern graue, beschichtete Metallplatten aus der Fabrikation der Firma Decra. Finanzielle Unterstützung, und das sind immerhin 25 Prozent, gibt es von der Denkmalstiftung.

Ein Stück Heimatgeschichte

Die gesamten Kosten sind trotzdem noch hoch, doch Nastassja und Manuel Ruf freuen sich, dass sie einen Teil der Kosten ersetzt bekommen. In diesen Tagen erhielt das Ehepaar die schriftliche Zusage, und der ehrenamtliche Geschäftsführer der Denkmalstiftung, Hermann Vogler, brachte die unterschriftsreifen Papiere auf den Hermeshof. Vogler, wie auch Martina Braun, zeigten sich erfreut, dass auf diese Weise der 424 Jahre alte Hermeshof erhalten wird und der Familie Ruf weiterhin als Wohnung dienen kann. Wie Vogler ausführte, stellt der Hermeshof mit seinen Nebengebäuden und der Kapelle eine Rarität aus heimatgeschichtlicher und architekturhistorischer Sicht dar. Diese Tatsache untermauerte auch die Entscheidung zur Förderung.