Die unsichere Zukunft ist für zwei Villinger Vereine vorbei: Ihr Domizil – das idyllische Vereinshaus an der Villinger Webergasse – hateinen neuen Eigentümer. – endlich, heißt es unisono von den Verantwortlichen. Nun sind die Verantwortlichen des Eisenbahn-Vereins und des Jazzclubs voller Pläne.

Wolfgang Riedel führt den Eisenbahn-Verein seit Jahrzehnten. Jedes Kind kennt die Adresse an der Webergasse. Denn immer zur Adventszeit kommen hier Mamas und Papas mit ihren Kleinen vorbei, um die große Modellbahn-Schau zu bestaunen.

Zuletzt hat Corona hier den Bähnlern einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Auch auf Grund der beengten Verhältnisse mussten wir geschlossen bleiben“, sagt Riedel.

Im Schauraum im Obergeschoss gibt viel zu sehen, allein die Dekoration der Räume ist einen Besuch wert. Alte Bahnschranken, Signalanlagen und vieles mehr ist hier in Originalgröße verbaut. 40 Züge sind auf der weitläufigen Anlage geparkt. „Gleichzeitig fahren können fünf“, sagt Wolfgang Riedel. 43 Quadratmeter Fläche seien von der Modellbahn belegt.

Vermieter ist selbst ein Modelleisenbahn-Fan

Er freut sich riesig, dass die Immobilie nun einem Eigentümer gehört, der selbst erklärter Fan der Modelleisenbahn-Welt ist. David Read habe sich, Jahre bevor er das Gebäude erworben hat, schon als Gast im Hause aufgehalten, erinnert sich Riedel. Dass der neue Vermieter des Vereins im Nachbargebäude seine eigene Modelleisenbahn aufbauen will, nimmt man im Verein wie ein Bekenntnis zum Hobby wahr.

Veränderungen gibt es nun für alle Fans der Modelleisenbahn-Welt. der kleine Villinger Verein mit seinen rund 30 Mitgliedern will sich nicht noch einmal von Corona-Alarm stoppen lassen. „Wir machen unsere Ausstellung dieses Jahr“, sagt der 69-Jährige. Neu sei, dass die Schau viel früher als gewohnt stattfinden werde. Der genaue Termin sei noch nicht endgültig festgelegt, angestrebt werde aber der Oktober.

Weshalb es einen neuen Schau-Termin gibt

Die Abkehr vom Traditionstermin in der Adventszeit sei notgedrungen gewählt worden. Der Verein freue sich auch über die Einnahmen, macht Riedel klar.

Gerüchte, wonach die Schau ganz ausfallen könnte, weil der Club größere Umbauten gestartet habe, weist Riedel zurück. Umgebaut werde zwar, aber „eine Modelleisenbahn ist irgendwie immer im Umbau“. Soll heißen: Die hier nachgebildeten Landschaften und Gebäude werden immer wieder ergänzt und neu bestückt. „Wir umfahren einfach die eine oder andere Baustelle auf der Anlage.“

Und das sagt der Jazz-Club-Chef?

Glücklich ist auch Rainer Horn. David Read als Eigentümer sei „eine optimale Lösung“, formuliert der 77-Jährige Club-Chef. Er ist seit 1999 Vorsitzender und freut sich nun auf alles, was da kommt. An der Türe zum Jazzclub hängt bereits das neue Programm. Es wirkt wie ein Feuerwerk. 13 Konzerte bis kurz vor Weihnachten sind für diese Villinger Bühne geplant. Vollgas also auch hier, bevor womöglich wieder Corona-Beschränkungen zur Sicherheit der Bürger bestimmt werden müssen.

Mit dem Jazz geht es am 24. September auf der Villinger Traditionsbühne los. Es gastiert das bekannte Cecile Verny Quartett.

Rainer Horn ist der Vorsitzende des Villinger Jazzclubs. Der Verein startet nun eine Konzert-Offensive.
Rainer Horn ist der Vorsitzende des Villinger Jazzclubs. Der Verein startet nun eine Konzert-Offensive. | Bild: Hahne, Jochen

Beeindruckt zeigt sich der Vereinsvorsitzende über die offenbar riesige Plattensammlung des neuen Vermieters. Diese sei derzeit in Villingen in einem eigens angemieteten Lagerraum zwischendeponiert. David Read hat im SÜDKURIER-Gespräch angekündigt, das er im Nebenhaus des Vereinsgebäudes, das zur Immobilie gehört, eine private Bar einrichten möchte, in der er auch seine Jazz-Platten spielen möchte. „Er kennt sich wirklich sehr gut aus und versteht von der Musik sehr viel“, sagt Rainer Horn.

Das könnte Sie auch interessieren