In den nächsten Jahren müssen im Villinger Stadtgebiet drei große Brücken saniert und eine weiter Bauwerk durch einen Neubau ersetzt werden. Der SÜDKURIER hat nachgefragt, was da auf die Verkehrsteilenehmer zukommt.

Ganz aktuell: Aus Sicherheitsgründen wird die Stadt kurzfristig eine Höhenbegrenzung von 3,50 Meter in der Peterzeller Straße installieren, um dort Lieferwagen und Lkw über 3,5 Tonnen an der Durchfahrt zu hindern.

Denn die Brigachbrücke in der Peterzeller Straße ist aktuell der größte Sanierungsfall unter den städtischen Brückenbauwerken. Sie gilt als massiv beschädigt. Die Durchfahrt wurde 2020 Zeit für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt.

Das könnte Sie auch interessieren

Verbotene Durchfahrt wird vielfach ignoriert

Doch offenbar wird diese Beschränkung von Lkw-Fahrern vielfach ignoriert. Wie Bürgermeister Detlev Bührer bestätigte, wird jetzt eine Höhenbegrenzung in der Peterzeller Straße angebracht, um die illegalen Durchfahrten zu unterbinden.

„Damit die Brücke nicht voll für den Verkehr gesperrt werden muss, ist diese Maßnahme dringend nötig, da diese weiterhin von Verkehrsteilnehmern mit Fahrzeugen über dieser Tonnagebegrenzung genutzt wird und auch die Witterung für fortschreitende Korrosionen gesorgt hat“, ergänzt dazu die Pressestelle der Stadt.

Der genaue Termin der Installation der Höhenbegrenzung sowie die entsprechende Umleitung für den Schwerlastverkehr wird noch bekanntgegeben.

Die Brücke Peterzeller Straße, ursprünglich bis 40 Tonnen befahrbar, wird nach Beschluss des Gemeinderates durch einen kompletten Neubau ersetzt. Im nächsten Jahr ist die Planung und Ausschreibung vorgesehen, berichten Bürgermeister Bührer und Dorothea Matt, die Abteilungsleiterin für den Brücken- und Straßenbau im Tiefbauamt der Stadt.

Sie sind zuständig für die Brückensicherheit in Villingen-Schwenningen (von links) Brückensachbearbeiter Steffen Schulz, seine Kollegin ...
Sie sind zuständig für die Brückensicherheit in Villingen-Schwenningen (von links) Brückensachbearbeiter Steffen Schulz, seine Kollegin Isabella D‘Ercole, Abteilungsleiterin Dorothea Matt und Baubürgermeister Detlev Bührer. | Bild: Hahne, Jochen

Neu gebaut werden soll die Brücke dann voraussichtlich in den Jahren 2024 und 2025. Dafür werden wohl mehrere Millionen Euro fällig. Während der Bauzeit wird die Peterzeller Straße mutmaßlich voll gesperrt werden.

2026 wird die Richthofenstraße gesperrt

Eine weitere für die Verkehrsteilnehmer einschneidende Straßen- und Brückensanierung ist 2026 geplant. Im Zuge der Erschließung des Sanierungsgebietes Oberer Brühl über die Richthofenstraße wird dieser Abschnitt des Villinger Außenrings umgebaut und komplett saniert.

Zu diesem Gesamtpaket gehört auch die Brückensanierung in der Richthofenstraße. Dieses Bauwerk überspannt eine Unterführung, die die beiden ehemaligen Kasernenbereiche Mangin und Lyautey (heute: Quartier Oberer Brühl und Richthofenpark) verbindet.

Diese Brücke in der Richthofenstraße wird 2024 mit Zuge der Straßensanierung ebenfalls saniert.
Diese Brücke in der Richthofenstraße wird 2024 mit Zuge der Straßensanierung ebenfalls saniert. | Bild: Hahne, Jochen

Abteilungsleiterin Dorothea Matt geht davon aus, dass die Richthofenstraße 2026 angesichts dieser Bautätigkeiten voraussichtlich ein dreiviertel Jahr lang vollständig gesperrt sein wird.

Weiteres Sanierungsobjekt: die Brücke über die Eisenbahnlinie der Schwarzwaldbahn in der Bertholdstraße. Diese Brücke wurde im Oktober einer Hauptuntersuchung unterzogen. „Aus dem Ergebnis werden wir jetzt ein Sanierungsprogramm erstellen“, berichtet Steffen Schulz, der zuständige Brückensachbearbeiter im Bauamt. Die Brücke sei weitgehend in gutem Zustand betont er. Doch es gibt einen Haken.

Diese Brücke in der Bertholdstraße über die Bahnlinie soll in den nächsten Jahren ebenfalls saniert werden.
Diese Brücke in der Bertholdstraße über die Bahnlinie soll in den nächsten Jahren ebenfalls saniert werden. | Bild: Hahne, Jochen

Herausforderung in der Bertholdstraße

„Die Herausforderung hier“, ergänzt Baubürgermeister Bührer, „ist die Herstellung von barrierefreien Fuß- und Radwegen über die Brücke.“ Das Problem: In den Gehwegen der Brücke wurden nachträglich mehrere Versorgungsleitung untergebracht. Die Wege wuchsen damit um 30 Zentimeter in die Höhe. Entsprechend hoch ist nun die Bordsteinkante. Für den Radfahrverkehr ein Unding. Die Stadt sucht nun eine technische Lösung, möglichst auf beiden Seiten der Bertholdstraße einen barrierefreien Fuß- und Radweg über die Brücke bauen zu können.

Diese Bautätigkeit wird auf einer Hauptverkehrsachse vermutlich ebenfalls zu größeren Behinderungen führen. Ein weiteres Handicap: Die unter der Brücke anfallenden Sanierungsarbeiten können nur nachts durchgeführt werden, um den Schienenverkehr nicht zu beeinträchtigen. Die Bauarbeiten werden also dauern.

Auf der Sanierungsliste steht schließlich noch die Hochbrücke an der Stadteinfahrt Nord in der Vockenhauser Straße. Dort wird im Frühjahr 2023 eine Hauptprüfung durchgeführt.

Blick auf die große Stadtbrücke in der Vockenhauser Straße, unten die Auffahrt. Hier steht im nächsten Frühjahr die Hauptuntersuchung an.
Blick auf die große Stadtbrücke in der Vockenhauser Straße, unten die Auffahrt. Hier steht im nächsten Frühjahr die Hauptuntersuchung an. | Bild: Hahne, Jochen

Vorbeugen an der Vockenhauser Straße

„Dort geht es darum, die richtigen vorbeugenden Maßnahmen zu treffen, um eine große Generalsanierung zu vermeiden“, erläutert Bürgermeister Bührer. Denn eine solche könnte an der aufwendig gebauten Hochbrücke richtig teuer werden.