Die 140 Narrenfiguren im Ausstellungsraum des Franziskanermuseums sind für die diesjährige Ausstellung unter dem Motto "Narrentreffen" bereit. Ingeborg Jaag, die Schöpferin der Figuren, ist es noch nicht. Jedenfalls nicht ganz. Am Freitag soll die Ausstellung offiziell eröffnet werden, am Mittwochvormittag steht Ingeborg Jaag vor der gut zehn Meter langen Holzbühne, auf der ihre Figuren stehen und sagt: "Ich seh grad, der Kater hat die Laterne schief. Das geht so nicht." Und wo sie gerade dabei ist, gibt sie einem Trommler noch den zweiten Stock in die Hand. Der Kater ist dieses Jahr eine einmalige Leihgabe der Katzenmusik, ebenso wie der Rittmeister der Bürgerwehr auf seinem Pferd.


 

"Zum ersten Mal", sagt Ingeborg Jaag zu ihren Figuren gewandt, "haben sie Freunde mitgebracht." Die Idee hatte sie im September, als es darum ging, wie die Ausstellung dieses Jahr aufgezogen werden soll. Das Zähringer Narrentreffen sollte der Anlass sein. "Wir bauen nicht den Umzug nach", sagt Museumsleiter Michael Hütt. "Wir nehmen das Treffen wörtlich." Die Ausstellung ist eine Momentaufnahme dessen, was sich Ende Januar im Städtle abspielen wird. Ein Treffen unter Freunden.

Im November haben sie angefangen zu produzieren. Ina Sahl, Restauratorin der städtischen Museen, hat die Mitarbeiter zusammengetrommelt, jeder bekam Schere und Kleber und es entstand Papp-Aufsteller für Papp-Aufstellern. 53 sind es insgesamt. Zuvor hatten sie alle Zünfte, die zum Narrentreffen kommen, angeschrieben. Über die Hälfte hat ein brauchbares Foto zurückgeschickt. Seit Dezember wird aufgebaut; 140 Figuren insgesamt. Als Kulisse dient der Osianderplatz. "Dort wird beim Treffen das Narrendorf entstehen", sagt Hütt. Welcher Platz hätte besser gepasst?

Im Vorraum der Ausstellung hat Hütt alles zusammengetragen, was er über die Geschichte der Gast-Zünfte finden konnte, dort kann sich jeder informieren, wem er unter Umständen Ende Januar im Städtle so alles begegnen wird.

Ingeborg Jaag ist 75 Jahre alt, die Ausstellung ist ihre 13. Es wird auch noch eine 14. geben, und eine 15. Aber was es nicht mehr geben wird, sind neue Figuren. "Die Hände", sagt sie, "machen nicht mehr richtig mit". Und: "Es ist doch besser, man hört auf, solange es noch gut ist." Dann dreht sie sich um. Dem Narro hängt die Fliege auf viertel vor. Ingeborg Jaag hat noch viel zu tun.

Die Ausstellung

Die Eröffnung findet am Freitag, 6. Januar, um 16 Uhr im Franziskaner statt. Die Ausstellung wird bis zum 5. März zu sehen sein. Am Mittwoch, 8. Februar, findet um 15 Uhr das Kulturcafé mit dem Katzenmusikverein "Miau" statt. Am Sonntag, 19. Februar, findet um 15 Uhr die Führung 'Auffrischung zur Geschichte der Villinger Fastnacht' mit Museumsleiter Michael Hütt statt.