Zuhause bleiben, Social Distancing oder einfach nur Abstand halten sind die Gebote der Stunde. Um ein Verbreiten des Coronavirus zu verlangsamen, sollen die Menschen derzeit, wenn möglich, daheim bleiben. Das trifft besonders ältere Menschen, die in Seniorenheimen leben. Besuch ist derzeit häufig verboten. Damit sie dennoch mitbekommen, dass an sie gedacht wird, haben vier junge Menschen aus Villingen und Schwenningen eine Aktion gestartet.

Jonas Brian aus Villingen ist Erzieher. Seine Freunde und er wollen mit der Briefaktion aktiv gegen die Vereinsamung von Senioren im Altenheimen vorgehen.
Jonas Brian aus Villingen ist Erzieher. Seine Freunde und er wollen mit der Briefaktion aktiv gegen die Vereinsamung von Senioren im Altenheimen vorgehen. | Bild: Jonas Brian

„Gerade, als sich die Lage immer weiter zugespitzt hat, haben wir gleich an die älteren Menschen gedacht“, erzählt Jonas Brian. Der 21-jährige Erzieher und drei Freunde haben sich deshalb etwas ausgedacht: „Wer möchte, kann an briefaktionvs@gmail.com eine Mail schicken. Wir leiten die dann an Seniorenheime weiter. Dort sollen sie die Mitarbeiter im besten Fall ausdrucken und den Bewohnern vorlesen oder zum Lesen geben.“ Weil der direkte Besuch nicht möglich sei, müsse man sich momentan andere Wege suchen.

Einer von vielen Briefen, die an Pflegeheime gehen.
Einer von vielen Briefen, die an Pflegeheime gehen. | Bild: Screenshot: Jundt, Matthias

Etwa 30 Mails beziehungsweise Briefe wurden bereits verschickt. Die meisten kamen aus der Region, einige aber auch aus Norddeutschland und Köln. „Manche erzählen von sich, andere schicken Bilder, die ihre Kinder gemalt haben und wiederum andere geben sogar ihre Adresse an. So können die Heimbewohner, die wollen, auf die Briefe antworten. Im besten Fall entsteht daraus sogar eine Brieffreundschaft“, sagt Brian. Es sei besonders momentan wichtig, ältere Menschen zu schützen und sich um sie zu kümmern: „In Zeiten von ‚Oma Umweltsau‘ scheint vieles sehr konfliktbeladen. Wir wollen dem etwas entgegensetzen.“ Es sei ihnen wichtig, dass die Graben in der Gesellschaft wieder kleiner werden.

Bild: Jonas Brian

Erstmals auf die Aktion aufmerksam gemacht, haben die vier am vergangenen Samstag. „Wir haben einen Banner beschriftet, mit dem wir uns bei dem Pflegepersonal für deren harte Arbeit bedanken wollten. Das haben wir in der Nähe des Schwarzwald-Baar-Klinikums aufgehängt“, erzählt Brian. Die vier hoffen so, dass die Wertschätzung für Pflegeberufe steigt und damit auch der Lohn.

Bild: Hans-Juergen Goetz

Der Begriff #unserjahrzehnt, der am Ende des Spruchs auf dem Banner zu lesen ist, soll laut Brian verdeutlichen, dass das neue Jahrzehnt allen, ob alt oder jung, gehört und man es gemeinsam zu einem schönen und erfolgreichen machen soll. #unserjahrzehnt ist auch der Name der Instagramseite, über die Interessierte mehr über die Briefaktion erfahren können. Zu finden ist die Seite HIER.

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Brian wünscht sich, dass die Idee in VS gut angenommen wird, dass sich Seniorenheime an ihr beteiligen und dass sie in anderen Städten Nachahmer findet. „Wir freuen uns, wenn wir helfen können“, sagt der 21-Jährige.

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Eine erste Reaktion eines Seniorenheims gab es bereit: Brian: „Kurz nach unserem Gespräch am Montagnachmittag bekamen wir die erste Mail von der evangelischen Altenhilfe St. Georgen. Die Mitarbeiter bedanken sich für unser Engagement. Die Altenhilfe will helfen, die Briefaktion weiter zu verbreiten. „