Mit beeindruckenden Erlebnissen aller Art reichlich ausgestattet, kehrten die Helfer des Freundeskreises Oradea/VS-Villingen von ihrem Oster-Hilfstransport wieder gut aus Rumänien zurück. Unentwegt waren sie im Einsatz um die mitgebrachten Hilfsgüter ganz gezielt an Kinder- und Altersheime in Oradea, Brasov und Temesvar sowie an soziale Einrichtungen und in besonders armen Karpaten-dörfern zu verteilen. Die Freude und Dankbarkeit über die große Hilfe bei den Beschenkten war bei Kindern und Erwachsenen, unbeschreiblich groß.

Beim Besuch in einem Armenviertel waren Jung und Alt darauf, ein Stück Osterfreude zu erhaschen.
Beim Besuch in einem Armenviertel waren Jung und Alt darauf, ein Stück Osterfreude zu erhaschen. | Bild: Irmgard Rösch

Zwei große Sattelschlepper wurden gleich nach der Ankunft in Oradea abgeladen, ein weiterer Großlaster fuhr direkt weiter nach Brasov, um ein Altenheim mit den nötigen Hilfsgütern zu versorgen. Zwei weitere rumänische Laster waren bereits einige Tage zuvor zur Caritas Oradea und nach Bailesti gestartet, wo die bereits abgeladenen Hilfsgüter von den Villinger Helfern weiter verteilt wurden.

Leider waren in der Deutschen Schule schon Osterferien, sodass die zahlreichen für diese Kinder bestimmten Päckchen von der Grundschule Brigachtal erst nach Schulbeginn verteilt werden können. Doch die Schulleitung versprach, Fotos und Dankesbriefe von der geordneten Verteilung nach Villingen zu schicken. Dafür freuten sich andere Kinder in verschiedenen Heimen riesig über die von Villinger Schulen gesammelten Fasnetbonbons. Rosi Kaltenbach aus Villingen blieb zur Freude der Kinder einige Tage lang im Kinderheim Saniob, um mit ihnen zu basteln. In ein anderes Kinderheim in Bejus brachten die weiteren Helfer, Helmut Conz, Thomas Eberle, Irmgard Rösch und Martha Faißt, welche nach Rückkehr der LKW‘S noch zum Verteilen in Rumänien blieben, Wolle, Stricknadeln, Stoffe und Nähzubehör, damit die dort lebenden 48 Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren stricken und nähen lernen können.

Die Kinder in einem von katholischen Schwestern geleiteten Heim in Saniob freuen sich mit Schwester Serafina über das Basteln mit Rosi Kaltenbach.
Die Kinder in einem von katholischen Schwestern geleiteten Heim in Saniob freuen sich mit Schwester Serafina über das Basteln mit Rosi Kaltenbach. | Bild: Irmgard Rösch

Dadurch sollen sie ihren Lebensunterhalt einmal selbst verdienen können. Ein Kinderheim in Temesvar erhielt Kindernahrung, Pflegemittel und bei den Kinderkleidermärkten in St. Bruder Klaus gespendete Baby-kleidung für die dort untergebrachten ausgesetzten Kleinkinder. Auch die Caritas Oradea, das Deutsche Forum, eine Behinderten-Organisation und Schwester Renate, über welche die Landpfarrer und die Armenviertel Hilfe erhalten, waren überglücklich über die Hilfe. Heiß begehrt ist hier einfach alles was noch heil ist, Kleidung, Schuhe, Bettwäsche, Haushaltsgegenstände bis hin zum Möbel.

Die Dankbarkeit der vielerorts immer noch notleidenden Bevölkerung kam am besten durch die persönliche Begrüßung mit Händedruck des Bischofs beim Festgottesdienst in der Kathedrale Oradea zum Ausdruck.

Mit diesem LKW der Firma Hettich, Villingen, wurden rund 20 Tonnen Hilfsgüter nach Rumänien transportiert.
Mit diesem LKW der Firma Hettich, Villingen, wurden rund 20 Tonnen Hilfsgüter nach Rumänien transportiert. | Bild: Irmgard Rösch

Beim Besuch eines Armenviertels am Stadtrand von Oradea war es für das Villinger Helferteam unfassbar, dass die Stadt den rund 800 Bewohnern in den vergammelten Wohnblök- ken und den ringsum selbstgebauten Hütten seit einem Jahr das Wasser abgestellt hat. Die dort in unbeschreiblicher Armut lebenden Menschen müssen seither im unsauberen nahegelegenen Fluss ihr gesamtes Wasser selbst holen.

Wie glücklich waren dort die Kinder über die ausgeteilte Schokolade und die Süßigkeiten, vor allem aber über die von einer Firma gespendeten batteriebetriebenen Kinder-Schlümpfe-Nachttischlampen, welche ein wenig Licht in den dunklen Alltag der Kinder bringen.

Zu den negativen Erfahrungen gehört unter anderem die Rückforderung eines mit großer Hilfe des Freundeskreises hergerichteten Gebäudes, in dem Straßenkinder eine Heimstätte gefunden hatten. Ebenso wurden in einer Kinderklinik die vom Freundeskreis bezahlten Mädchen zur Betreuung der Kleinkinder weggeschickt, da sie nach EU-Vorschrift keine qualifizierte Ausbildung haben.

In den Altenheimen in Brasov und in Oradea war man überglücklich über die dringend erwartete Hilfe.

Beim Abschied am Caritashaus in Oradea kommen die Freunde der Villinger Helfer beim Abschied stets nochmals zusammen, um „Danke“ für die große Hilfe zu sagen.
Beim Abschied am Caritashaus in Oradea kommen die Freunde der Villinger Helfer beim Abschied stets nochmals zusammen, um „Danke“ für die große Hilfe zu sagen. | Bild: Irmgard Rösch

Der Freundeskreis dankte allen Spendern, welche wieder dazu beigetragen haben, dass bei vielen bedürftigen Menschen in Rumänien echte Osterfreude einkehren konnte. Wahre Überlebenshilfe bedeuten für viele mittellosen Menschen auch immer die überall heiß begehrten Lebensmittelpakete, welche wieder in großer Anzahl von den Frauengemeinschaften Brigachtal gespendet wurden.

Für viele deutsche Bürger ist es unvorstellbar in welch ärmlichen Verhältnissen viele Menschen in Rumänien heute noch, insbesondere in den Landgemeinden leben. Viele abgelegene Dörfer sind vom Aussterben bedroht, weil alle arbeitsfähige Menschen ins Ausland gehen um ihren Lebensunterhalt dort zu verdienen.

Es gibt immer weniger Handwerker und Fachkräfte, ebenso verlassen auch immer mehr Ärzte das gebeutelte Land. Begonnene Neubauten an den Stadträndern zerfallen wieder, bevor sie fertiggestellt werden können. Auch neuere Fabrikgebäude stehen leer, da die Besitzer bereits weitergezogen sind in Länder, in denen die Arbeitslöhne noch geringer sind. In vielen Gesprächen kam immer wieder zum Ausdruck wie sehr sich die Menschen über die mit EU- Hilfe hergerichteten Straßen und Plätze in den Städten freuen. Sie leiden jedoch sehr darunter, dass es immer noch nicht zu einem wirtschaftlichen Aufschwung kommt.

Der Freundeskreis bemüht sich bereits seit 28 Jahren mit seinen Hilfstransporten darum, dass die Menschen, die ihr landschaftlich so schönes Land lieben, in ihrer Heimat bleiben können und es wieder aufbauen helfen.

Ein herzlicher Dank galt allen Spendern im Heimatgebiet und darüber hinaus für die großartige Spendenbereitschaft, welche auch diesen 93. Hilfstransport seit 1991 wieder möglich gemacht haben. Der nächste Hilfstransport des Freundeskreises Oradea ist bereits wieder für die Sommerferien geplant.