Viel Glück mit dem Wetter hatten diesmal die Helfer des Freundeskreises Oradea/VS-Villingen bei ihrem Weihnachtshilfstransport nach Rumänien. Auch bei der Rückreise entgingen alle drei Sattelschlepper sowie der begleitende Kleinbus knapp einer Schneekatastrophe. So verlief auch das Abladen an den verschiedenen Einsatzorten in Oradea und Brasov sowie in verschiedenen besonders armen Karpatendörfern problemlos. Überall wurden die Villinger Helfer mit großer Freude erwartet und mit viel Dankbarkeit gastlich empfangen. Für den Transport hatten die Firmen Hettich, Villingen, Fischinger, Böhringen, und die Firma Kipp, Sulz a. N., ihre Fahrzeuge zur Verfügung gestellt.

Die Kinder in einem Kinderdorf in der Nähe von Oradea freuen sich riesig über ihre Päckchen aus Deutschland.
Die Kinder in einem Kinderdorf in der Nähe von Oradea freuen sich riesig über ihre Päckchen aus Deutschland. | Bild: Irmgard Rösch

Das glückliche Lächeln der Kinder in einem Kinderdorf gleich am ersten Tag ließ rasch die Strapazen der 1500 Kilometer langen Reise vergessen und half auch den in Wien erlebten Schock in den Hintergrund zu drängen. Dort waren am Vortag in der zu einem Schulinternat gehörenden Kirche der Schulbrüder, wo die Patres den Villinger Helfern seit Jahrzehnten ein Nachtquartier geboten haben, fünf Brüder bei einem Raubüberfall in ihrer Kirche stundenlang brutal gefoltert, gefesselt und geknebelt worden. Erst nach vier Stunden konnte sich einer der schwer verletzten Schulbrüder von seinen Fesseln befreien und die Polizei verständigen. Das ganze Gelände ringsum war abgeriegelt. Übernachtet wurde dann in einem nahegelegenen „Oekotel.“

Beim Besuch in einem Armenviertel versuchen Jung und Alt, ein Stück Weihnachtsfreude zu erhaschen.
Beim Besuch in einem Armenviertel versuchen Jung und Alt, ein Stück Weihnachtsfreude zu erhaschen. | Bild: Irmgard Rösch

Nach der guten Ankunft in Rumänien wurde gleich zügig abgeladen, damit die restlichen Hilfsgüter anderntags in die Karpatendörfer transportiert werden konnten. An Silvester feierte das Villinger Helferteam dann zusammen mit den deutschstämmigen Rumänen im Deutschen Forum, der Zeitverschiebung wegen, gleich zweimal das neue Jahr.

Karpatendörfer erreicht

Nach der Rückfahrt der Lkw-Fahrer verteilten die im Kleinbus mitgereisten Helfer Helmut Conz, Reiner Hogg, Irmgard Rösch und Karin Witfer bei täglichen Rundfahrten ganz gezielt die Hilfsgüter an die Caritas mit ihren verschiedenen Hilfsprojekten, an Sr. Renate, die sich besonders um behinderte Kinder, die Landpfarrer und die Armenviertel kümmert, an eine Behindertenorganisation, an Kinderheime, die Kinderklinik und an weitere soziale Einrichtungen. Leider waren in der Deutschen Schule noch Weihnachtsferien, sodass die zahlreichen für diese Kinder bestimmten Päckchen erst nach Schulbeginn verteilt werden können. Die verschiedenen Altenheime durften sich wieder über die teuren Inkontinenz-Produkte freuen, die von der Firma Hartmann gespendet wurden. Große Freude lösten auch die zahlreichen, von der Firma Scheider- Schreibgeräte in Tennenbronn gespendeten Kugelschreiber und mitgebrachte Schreibblöcke aus. Kindergärten erhielten reichlich begehrtes Spielzeug.

Beim Abschied am Caritashaus in Oradea kommen die Freunde der Villinger Helfer stets nochmals zusammen, um „Danke“ für die große Hilfe zu sagen.
Beim Abschied am Caritashaus in Oradea kommen die Freunde der Villinger Helfer stets nochmals zusammen, um „Danke“ für die große Hilfe zu sagen. | Bild: Irmgard Rösch

Auch im Altenheim in Brasov war man überglücklich über die dringend erwartete Hilfe. Namens des Freundeskreises führte Bertold Hettich dort zusätzlich notwendig gewordene Gespräche über die stratetische Weiterentwicklung des Altenheimes. Auch eine Ärztin in der nahen Landgemeinde Mariental erhielt medizinische Hilfen für ihre Patienten.

Der Freundeskreis dankte allen Spendern, welche wieder dazu beigetragen haben, dass bei vielen bedürftigen Menschen in Rumänien unerwartete Weihnachtsfreude einkehren konnte. Echte Überlebenshilfe bedeuten für viele mittellosen Menschen auch immer die überall heiß begehrten Lebensmittelpakete, welche diesmal in großer Anzahl von den Frauengemeinschaften Brigachtel, Tennenbronn, der Altstadtgemeinde Konstanz und von Privatpersonen gespendet wurden. Handarbeitsgruppen und fleißige Strickerinnen sorgten wieder für wärmende handgestickte Mützen, Schals, Strümpfe und Pullis, die große Freude auslösten. Die Frauengemeinschaften des Odenwald-Tauber-Kreises sorgten mit einer Geldspende-Aktion wieder dafür, dass die Transportkosten bezahlt und wichtige Projekte gefördert werden konnten. Dankbar sind die Verantwortlichen des Freundeskreises auch immer für die vielen ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen, die beim einsammeln von Hilfsgütern, beim Verpacken und Verladen geholfen haben. Auch die Gemeinde St. Bruder Klaus stellt ihre Räume stets für diese Hilfsaktionen zur Verfügung.