Seit dem Frühjahr gibt es in Unterkirnach keinen Wochenmarkt mehr. Im gesamten Ort gibt es weder einen Hofladen mit regionalen Produkten, noch eine Frischetheke im Supermarkt. Das soll sich ab Freitag ändern: Um 11 Uhr startet der Markt auf dem Mühlenplatz in der Ortsmitte der Gemeinde und bietet ab sofort freitags regelmäßig frische Waren zum Verkauf. Drei Markthändler sind bisher für den Wochenmarkt vorgesehen.

Marlene King vom Harzwaldhof (links) hat auch Feinkostsalate im Angebot. Maria Weisser (rechts) vom Schmelzebeck verkauft frische Backwaren.
Marlene King vom Harzwaldhof (links) hat auch Feinkostsalate im Angebot. Maria Weisser (rechts) vom Schmelzebeck verkauft frische Backwaren. | Bild: Hanna Mayer
  • Fleisch, Wurst, Eier und Nudeln: Der Harzwaldhof aus Mariazell verkauft ab 13 Uhr Rind- und Schweinefleisch, Wurst, Eier, Nudeln und Feinkostsalate. Maultaschen seien ihre Spezialitäten, verrät Marlene King, Landwirtin auf dem Harzwaldhof. Eine artgerechte Tierhaltung und die eigene Futterherstellung sorgen für qualitativ hochwertige landwirtschaftliche Produkte. „Wir sind auf zwanzig Märkten in der Woche“, sagt Marlene King.
  • Wechselnder Mittagstisch: Martin Kaiser, gelernter Koch aus Rohrbach, ist seit Juli für den ein oder anderen Unterkirnacher schon ein bekanntes Gesicht: Mit seinem Foodtruck ist er jeden Dienstag ab 11 Uhr vor dem Nahkauf anzutreffen. Aus frischen und regionalen Zutaten bereitet Kaiser zwei Mittagsgerichte, vegetarisch und mit Fleisch, die er künftig auch auf dem Wochenmarkt servieren wird.
Das könnte Sie auch interessieren
  • Frische Backwaren: Der Schmelzebeck aus St. Georgen wird ebenfalls ab 11 Uhr mit frischen Backwaren vor Ort sein. Herbert Weisser vom Schmelzebeck ist bereits seit Mai jeden Sonntag von 8 Uhr bis 10 Uhr auf dem Mühlenplatz. Der Andrang ist groß. Durch den zusätzlichen Verkauf freitags hofft Bürgermeister Andreas Braun, den Ansturm etwas zu entzerren.
  • Der Hintergrund: Bis zum Frühjahr gab es in Unterkirnach einen Wochenmarkt mit einem Metzger aus dem Raum Tuttlingen und einem Gemüsehändler. Nachdem der Metzger insolvent gegangen war, löste sich das Marktgeschehen auf. „Ein Markt gehört zu Unterkirnach einfach dazu“, sagt Andreas Braun. Hinzu kommt, dass es in Unterkirnach weder einen Hofladen noch sonst eine Möglichkeit gibt, frische Ware zu erhalten. Gerade in der heutigen Zeit, in der Plastik zunehmend kritisiert und Frischware immer attraktiver werde, sei der Markt umso wichtiger, so Braun. Er mache ein Dorf attraktiv. Vor diesem Hintergrund ist es dem Bürgermeister ein Anliegen, den Markt wieder aufleben zu lassen. Der Mühlenplatz mitten im Ort sei als zentraler Treffpunkt ideal und soll als „Platz der Begegnung“ dienen.
Das könnte Sie auch interessieren
  • Plattform für Landwirte: Auch Landwirte aus der Umgebung könnten das Marktangebot bereichern, betont der Bürgermeister. Habe ein Landwirt beispielsweise saisonal viele Kartoffeln, Kürbisse oder Zwiebeln geerntet, könne er, nach vorheriger Anmeldung, jederzeit seine Produkte auf dem Markt verkaufen. Eine Standgebühr falle dafür nicht an. Sabine Bader von der Tourist-Information hat sich um die Koordination des Marktes gekümmert und nimmt auch die Anmeldungen entgegen.
  • Ausblick: Bürgermeister Braun hofft, dass der Markt sowohl bei den Bürgern als auch überregional Anklang findet. Den Markt sieht er als Ergänzung zum vorhandenen Nahkauf-Angebot. Was er sich für den Markt noch wünscht, ist ein Obst- und Gemüsehändler. Sollte es Interessenten geben, dürfen sich diese mit Sabine Bader von der Tourist-Information in Verbindung setzen.