Sie haben es geschafft. Boris Pokupec und Sonja Keinhorst aus Brigach und ihr Fiat Panda haben bis zum Ende durchgehalten und den 3000 Kilometer langen Pandaraid von Madrid nach Marrakesch erfolgreich gemeistert. Eine Woche lang dauerte die Rallye, die Mensch und vor allem dem Fiat Panda, enorm viel abverlangte. Gebrochene Blattfedern, steckenbleiben in der Düne und Staub in jeder Ritze des Fahrzeugs inklusive.

Im Fahrerlager am Ende einer anstrengenden Etappe macht Sonja Keinhorst vor Erschöpfung ein Nickerchen im Auto.
Im Fahrerlager am Ende einer anstrengenden Etappe macht Sonja Keinhorst vor Erschöpfung ein Nickerchen im Auto. | Bild: Sonja Keinhorst/Boris Pokupec

Dass das Abenteuer, mit einem Kleinwagen eine Rallye zu fahren, die überwiegend auf dem afrikanischen Kontinent und dort nahezu ausschließlich abseits befestigter Straßen stattfindet, kein Zuckerschlecken wird, war dem Team zwar im Voraus bewusst. Wie hart es wirklich war, tagelang durch die Sand- und Steinwüste zu fahren, schildert das Duo gegenüber dem SÜDKURIER per Sprachnachricht.

Es klappert und blinkt

„Wir haben aufgehört, uns das Fahrzeug abends anzuschauen, damit man die Beschädigungen nicht sieht“, erzählt Sonja Keinhorst am Ende der fünften von sechs Etappen. „Die Klappergeräusche links und rechts und oben und unten sind halt da. Und wir haben sie mittlerweile richtig lieb gewonnen.“ Der Unterbodenschutz hat durch die harte Beanspruchung starke Beschädigungen davongetragen. Trotz praktisch ständigem Aufleuchten der Motorleuchte hielt das Fahrzeug gut durch.

Platz ist im kleinsten Panda, man muss nur wissen wie: Boris Pokupec hat jeden Zentimeter des Innenraums optimal ausgenutzt und viel Stauraum geschaffen. Unterwegs wurde der kleine Fiat nachts wieder repariert, damit er für die nächste Etappe durchhält.
Platz ist im kleinsten Panda, man muss nur wissen wie: Boris Pokupec hat jeden Zentimeter des Innenraums optimal ausgenutzt und viel Stauraum geschaffen. Unterwegs wurde der kleine Fiat nachts wieder repariert, damit er für die nächste Etappe durchhält. | Bild: Boris Pokupec

„Wir sitzen etwa acht Stunden am Tag im Auto, davon fahren wir sieben Stunden nur über Piste. Das braucht volle Aufmerksamkeit, damit man nicht gegen Steine oder von einem Schlagloch ins nächste fährt.“

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Dass der Panda bis zum Ende durchgehalten hat, ist auch der Pflege durch das Team Skywalk, wie sich Boris Pokupec und Sonja Keinhorst nennen, zu verdanken. „Der Boris hat jeden Abend die Fenster geputzt, damit der feine Sand die Scheiben beim Fenster runter kurbeln nicht verkratzt.“ Auch die Filter im Motor wurden allabendlich fein säuberlich ausgeblasen.

Boris Pokupec tauscht in Nachtarbeit die rechte Blattfeder des Fiat Panda aus.
Boris Pokupec tauscht in Nachtarbeit die rechte Blattfeder des Fiat Panda aus. | Bild: Sonja Keinhorst/Boris Pokupec

Zwar benötigte das Team mehrfach Unterstützung des Werkstattteams. Auf den Einbau großer Ersatzteile konnten sie glücklicherweise verzichten. „Es galt das Motto: Wer beim Material-Lastwagen zuerst kommt, mahlt zuerst. Und wenn das Material alle ist, ist es alle.“

Winker und Steinewerfer

Dem Team ist aufgefallen, dass die Bevölkerung der Städte, durch die die Fahrzeuge auf der Strecke kommen, nicht uneingeschränkt freundlich waren. „Die meisten haben freundlich gewunken. Manche haben aber auch den Stinkefinger gezeigt. In einem Fall wurde sogar ein großer Stein in die Frontscheibe geworfen.“

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Kurz vor dem Ziel gab es für das Team noch eine Schrecksekunde. „Als wir nach der letzten Offroadstrecke angehalten haben, um die Reifen aufzupumpen, um Sprit zu sparen, hat das Auto keinen Mucks mehr gemacht.“ Vier kräftige Männer haben schließlich geholfen, den Renn-Panda anzuschieben, damit das Team die letzten Kilometer ins Ziel schafft.

Der Unterbodenschutz hat massive Einschläge durch die harte Beanspruchung auf der steinigen Piste.
Der Unterbodenschutz hat massive Einschläge durch die harte Beanspruchung auf der steinigen Piste. | Bild: Sonja Keinhorst/Boris Pokupec

Kurz vor Marrakesch hat sich das Rallye-Duo auch noch verfahren. Ein kleiner Junge auf dem Fahrrad lotste das einzige deutsche Team schließlich in die richtige Richtung.