Die heimische Fasnet selbst erkunden können die Kleinen in Schwenninger Kindergärten bald auf eine ganz besondere Art. Die Narrenzunft Schwenningen will den Kindern große Körbe zur Verfügung stellen, deren Inhalt die Fasnachtssymbole und -bräuche der Stadt vermittelt. Nach alter Tradition werden diese Körbe Kratten genannt.

Vor allem für Kindergärten

Mit dem Projekt Fasnet-Kratten will die Narrenzunft Schwenningen bei den Jüngsten beginnen und die Kindergärten beim Thema Fasnet unterstützen, berichtet der Schwenninger Zunftmeister Lutz Melzer.

Geplant ist, mehrere Fasnet–Kratten zusammenzustellen, in welchen die Kinderhäser vom Hansel, Schantle und Moosmulle enthalten sind. Einer Schatztruhe gleich, haben die Kinder so die Möglichkeit, selbst die einzelnen Utensilien zu entdecken, sie auch auszuprobieren und sogar selbst einmal in die Rolle des Narren zu schlüpfen.

Auch der Ablauf der Fasnet wird bei dem Projekt Fasnet-Kratten thematisiert. Ebenso soll jeder Kratten einen Fasnetordner bekommen, bei dem es um Allgemeines zur Fasnet, die Geschichte der Schwenninger Fasnet, zur Narrenzunft und ihren Figuren geht. Informiert wird außerdem zum gelebten heimischen Brauch des Narrens, also dem anonymen Agieren des Narren.

Abgerundet werden die Kratten und Ordner mit vielen Ideen, wie die Kindergarten-Einrichtungen kreativ in das Thema Fasnet einführen und das Narren gemeinsam mit den Kindern erarbeiten können.

„Durch die Vielzahl der Einrichtungen bedarf es je Narrenfigur mehrerer Körbe, damit möglichst jeder Kindergarten die Chance hat, sich zusätzlich zum Ordner auch ein paar Tage lang einen der Kratten auszuleihen“, betont Zunftmeister Lutz Melzer zur praktischen Seite.

Hintergründe zur Tradition für Kinder wichtig

Traditionelle Hintergründe der Fasnet müssten besonders jungen Akteuren nähergebracht werden, sind die Zunftverantwortlichen überzeugt. Sie in die Gepflogenheiten der Fasnet in Schwenningen einzuführen und ihnen die Bedeutung der Tradition bewusst zu machen, sei eine wichtige Aufgabe der Narrenzunft, ist man sich einig. „Nur so kann unser Brauchtum weiterleben“, unterstreicht Zunftmeister Melzer die Notwendigkeit.

So funktioniert der Vereinswettbewerb

Eine Weitergabe der Tradition von der erwachsenen Generation an die Kinder könne jedoch nur stattfinden, wenn auch in der Bevölkerung und in den Kindergärten und Schulen genügend Wissen über die Brauchformen vorhanden ist.

Durch die aktuelle Personalsituation im Bildungsbereich gebe es in den Einrichtungen vermehrt Personal, das zwar sehr engagiert, jedoch selbst ortsfremd ist und sich somit nicht mit den örtlichen Brauchformen auskennt.

Diese Vereine kämpfen im großen Vereinswettbewerb um den Sieg.