Micha Glatz ist normalerweise beim Jägerbataillon 292 in Donaueschingen stationiert, er stammt aus der Region, spielt Handball bei der HSG Baar. Im Moment ist er in Mali im Einsatz, er ist Truppenführer des Gefechtsschaden-Instandsetzungstrupps. Er und seine Kameraden müssen also raus zu einem Einsatz, wenn Fahrzeuge liegenbleiben und defekt sind.

Raus aus dem Camp

Zum Beispiel in diesem Fall, den die Pressesprecherin der Bundeswehr in Mali, Patricia Franke, dem SÜDKURIER schildert: „Über Funk erreicht eine Meldung das Camp Castor. Nördlich von Gao ist auf dem Rückmarsch ein Fennek, ein Panzerspähwagen, ausgefallen. Spitze Steine und Geröll haben dem Fahrzeug zugesetzt. Es bleibt keine andere Möglichkeit: Oberfeldwebel Micha Glatz und sein Team müssen raus aus dem Camp und das liegen gebliebene Fahrzeug so schnell wie möglich reparieren.“

Micha Glatz mit einer himmelblauen UN-Schirmmütze.
Micha Glatz mit einer himmelblauen UN-Schirmmütze. | Bild: Bundeswehr

Jetzt müsse es schnell gehen. „Wenn draußen etwas kaputt geht, ist es mein Auftrag, das behelfsmäßig instand zu setzen“, wird Micha Glatz zitiert. Innerhalb weniger Minuten sei der Trupp abmarschbereit und mit seinem geschützten Berge- und Abschleppfahrzeug Bison unterwegs zu den Kameraden außerhalb des Camps.

Das Verstreichen der Zeit sei dabei stets die größte Herausforderung. Denn während der GSI-Trupp außerhalb des Camps die Fahrzeuge repariere, müssten ihn die anderen Soldaten sichern. Also laute die Devise: so schnell wie möglich sein.

Genaues Hinschauen ist gefragt: ein Instandsetzungseinsatz mitten in der Wüste.
Genaues Hinschauen ist gefragt: ein Instandsetzungseinsatz mitten in der Wüste. | Bild: Bundeswehr

Oberfeldwebel Micha Glatz und sein Trupp seien inzwischen äußerst routiniert, der Reifenwechsel beim Spähwagen Fennek dauere durchschnittlich nur sechs Minuten – und das mitten in der Wüste bei mehr als 42 Grad Celsius. Wahrlich keine leichte Aufgabe. „Für die Fahrzeuge ist dieses Gelände die Hölle“, sage der Oberfeldwebel.

Schwieriges Gelände in Nordmali: Tief graben sich die Fahrzeuge während der Fahrt in den Wüstensand ein.
Schwieriges Gelände in Nordmali: Tief graben sich die Fahrzeuge während der Fahrt in den Wüstensand ein. | Bild: Bundeswehr

Umso wertvoller sei es, dass der Trupp seit fast fünf Jahren zusammenarbeite. „Ich bin stolz auf meine Jungs. Ohne sie könnte ich meine Arbeit nicht so gut machen“, wird der gebürtige Badener zitiert.

Micha G. bei der Instandsetzung mitten in der Wüste.
Micha G. bei der Instandsetzung mitten in der Wüste. | Bild: Bundeswehr

Erfahrungen im Bereich Instandsetzung habe der gelernte Kraftfahrzeug-Mechaniker auch in seinem vergangenen Einsatz gesammelt. „Bereits 2011 übernahm er, damals noch als Stabsunteroffizier, für sieben Monate die Aufgaben eines GSI-Truppführers in Afghanistan. In dieser Zeit hat er laut eigener Aussage bisher am meisten gelernt, Erfahrungen, von denen er heute profitiert“, wird weiter berichtet.

Der Reifen eines „Eagle“-Fahrzeugs wird wechselt.
Der Reifen eines „Eagle“-Fahrzeugs wird wechselt. | Bild: Bundeswehr

Während der Operationen kämen immer wieder Kameraden auf ihn zu und fragten um Rat. Oft müsse Micha Glatz nicht lange überlegen, um zu erkennen, wo das Problem liegt. Er kenne die Fahrzeuge im Einsatz ganz genau.

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Der 32-Jährige stellt laut Bundeswehr mit seinem Trupp bei Minusma (Multidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen) in Mali zusätzlich die Recovery Task Force. Ihr Auftrag sei die Bergung sowie der Transport defekter oder verunglückter Fahrzeuge. „Wenn sich beispielsweise ein Fahrzeug festgefahren hat, müssen wir raus und die Kameradinnen und Kameraden unterstützen“, sage der erfahrene Truppführer. Damit handele es sich um ein Back-up für die multinationalen Kräfte im Einsatz. „Ich mache das gern und helfe draußen“, so der 32-Jährige weiter. „Die Kameradinnen und Kameraden müssen sich auf mich verlassen und ich mich genauso auf sie.“