Musikliebhaber staunen seit vergangenem Freitag über die Offiziellen Deutschen Album-Charts. Es ist nicht Platz eins, der überrascht. Den hat Peter Maffay mit seinem Album „Jetzt!“ erobert. Vielmehr lohnt sich ein Blick auf Position 72. Noch vor Werken von Versengold, Alvaro Soler, Ed Sheeran und Helene Fischer ist hier das Album „When We Are Forgotten“ von der Band Imperium Dekadenz gelistet. Das Besondere daran: Imperium Dekadenz macht Black Metal Musik und die beiden Macher Pascal Vannier und Christian Jakob stammen aus dem Schwarzwald, genauer gesagt aus Donaueschingen und Bräunlingen. Das ist ein riesiger Erfolg für die Musiker, die mit ihren Stücken eigentlich eher Liebhaber härterer und düsterer Klänge und weniger den Massenmarkt bedienen. Und es kam noch besser. Am Dienstag wurde bekannt, dass das mittlerweile sechste Studioalbum der Band, offenbar auch den Nerv amerikanischer Fans getroffen hat. Wie die Band auf ihrer Facebook-Seite mitteilen, ist das Album dort in der Kategorie für harte Musik auf Position 77 in die Charts eingestiegen.

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Harte Arbeit: „Wir waren schon überrascht über den Erfolg“, erzählt Vannier im Gespräch mit dem SÜDKURIER. „Das ist ein schönes Gefühl und Lohn für die harte Arbeit.“ Gemeint sind die vielen Live-Konzerte und Alben der vergangenen Jahre. Damit haben sie die Erfolgsgrundlagen geschaffen. Der 40-Jährige spricht damit aber auch den langen Entstehungsprozess des neuen Albums an. Über zwei Jahren hinweg schrieb die Band an neuen Songs. Es folgten viele Stunden im Studio, um das Material aufzunehmen. „Das Schlagzeug habe ich im Iguana Studio in Freiburg eingespielt“, verrät er. Dort seien die Bedingungen dafür einfach perfekt. Gitarren und Bass wurden in Vanniers privatem Heimstudio in München aufgenommen. Die Gesangsspuren entstanden im Proberaum in Donaueschingen. Den letzten Feinschliff des Gesamtwerkes übernahm am Ende wieder das Freiburger Studio. „Vor einem halben Jahr haben wir alles bei unserem Label abgegeben.“ Dieser Vorlauf ist in der Musikindustrie gängig, um Vertrieb und Marketing für die Veröffentlichung anzukurbeln.

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Neues Label: Ein Schlüssel zum aktuellen Charterfolg war sicherlich der Wechsel zum Musiklabel Napalm Records vor rund einem Jahr. Das österreichische Unternehmen zählt zu den erfolgreichsten der Metal-Branche. Für Imperium Dekadenz brachte der Wechsel eine große Portion Professionalisierung mit sich, vor allem in Bereichen abseits der Musik. Pressearbeit, Soziale Medien und Marketing, an vielen Stellschrauben wurde gedreht. Der Vertrieb läuft bei Napalm Records über die Universal Music Group. „Das Album ist dadurch sofort überall sichtbar und erhältlich“, erklärt Vannier.

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Reaktionen: Schon vor dem Label-Wechsel hatte sich die Band einen Namen in der Szene gemacht. Aber mit der Veröffentlichung von „When We Are Forgotten“ explodierte die Aufmerksamkeit förmlich. In vielen Fachmedien weltweit sammelte das Album aus dem Schwarzwald Höchstnoten. Interview-Anfragen, Radio-Auftritte und andere Termine häuften sich. Es sei eine stressige Zeit, so Vannier, die aber auch viel Spaß macht.

So geht‘s weiter: Bislang war noch keine Zeit, den Erfolg zu feiern. Am 21. September wollen sie das aber nachholen. Dann stehen die Proben mit ihrer Live-Band von den Musikern der Band Vargsheim an. Von Oktober bis November stehen vorerst sechs Konzerte in England, Belgien, Würzburg und in Spanien auf dem Programm.

Musikvideo „Absenz Elysium“