Im Fall einer Auseinandersetzung zwischen Polizei und 20 Personen, die teilweise der Gruppierung der Reichsbürger angehören sollen und die am vergangenen Freitag für einen größeren Polizeieinsatz in Niedereschach gesorgt haben, gehen die Ermittlungen weiter. Die Beamten ermittelt gegen eine noch nicht bekannte Zahl von Bürgern wegen Widerstands gegen eine Amtshandlung. Auch Tage nach dem Zwischenfall, bei dem drei Polizisten und einer der angeblichen Reichsbürger verletzt worden sind, sind noch einige Fragen offen, wie Polizeisprecher Dieter Popp am Dienstag auf Nachfrage einräumt.

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"Man muss im Detail klären, wer was gemacht hat", sagt er. Es müsse geprüft werden, ob tatsächlich eine Amtshandlung gestört worden ist. Dieser Verdacht liegt im Raum, weil es am Freitag zu einer Zwangsräumung durch einen Gerichtsvollzieher kommen sollte. Da es aber bereits im Vorfeld zu Störungen gekommen sei, hatte dieser um polizeiliche Unterstützung bei der Zwangsräumung gebeten. Vor Ort trafen die Beamten dann die 20 Personen an.

Selbst die Frage, wie viele Polizisten im Einsatz waren, lasse sich nicht so einfach beantworten, meint Dieter Popp. Der Villinger Revierleiter Thomas Barth habe relativ schnell deeskalieren können, weswegen die angeforderte Verstärkung wieder abgezogen werden konnte. Aus diesem Grund werde man keine Zahlen nennen, so Popp.

Abschließend geklärt werden muss, ob es sich bei den 20 Personen, die laut Dieter Popp aus verschiedenen Regionen "vom Rottweil bis zum Bodensee" und auch aus dem Osten kommen, um sogenannte Reichsbürger handelt, die die Amtshandlung des Gerichtsvollziehers tatsächlich stören wollten. Laut Informationen des SÜDKURIER bestreiten die Betroffenen, dieser Gruppierung anzugehören. Auf der anderen Seite aber heißt es aus unterrichteten Quellen, dass zumindest ein Teil in der Vergangenheit durch politisch motivierte Straftaten aufgefallen sein soll.

Bezüglich der drei verletzten Kollegen kann Dieter Popp aber eine klare Antwort geben. Die Blessuren seien nur leicht gewesen, sagt er. Es gehe ihnen mittlerweile wieder gut. Sie wurden bei einer Auseinandersetzung verletzt, zu der es kam, nachdem der Hausbesitzer zur Räumung des Gebäudes bewegt werden konnte. Erst beim anschließenden Versuch der Polizisten, die Identitäten der anwesenden Personen festzustellen, sei es zu Widerstandshandlungen und Beleidigungen gekommen, meldete die Polizei in ihrer ursprünglichen Pressemitteilung. Infolgedessen wurden mehrere Personen vorübergehend in Gewahrsam genommen.