Die Stadt Löffingen wird mehrere mobile Raumluftfilter verschiedener Hersteller probeweise in Schulräumen einsetzen. Dabei wird ihre Wirksamkeit im Kampf gegen die Ausbreitung von Coronaviren und ihre Praxistauglichkeit im Schulalltag geprüft. Für die leihweise Beschaffung dieser Geräte steht ein Etatposten von 10.000 Euro zur Verfügung. Diese Entscheidung traf der Gemeinderat einstimmig bei seiner jüngsten Sitzung.

Dabei müssen, auch das ist Teil der Ratsentscheidung, die zum Probeeinsatz kommenden mobilen Raumluftfilter von vornherein bestimmte Kriterien erfüllen. Zum einen müssen sie über einen normierten HEPA-Filter der Kategorie 13 oder 14 verfügen. Nur diese Filterart ist in der Lage, auch kleinste Partikel abzuscheiden, die etwa beim Sprechen entstehen.

Zudem sollten die Geräte einzeln oder kombiniert in der Lage sein, mindestens das sechsfache Volumen eines Raumes in einer Stunde zu filtern. Darüber hinaus sollten die Geräte möglichst leise sein. Eine Faustregel dazu lautet: Je größer das Gerät, desto größer der Lüfter und desto geringer die Drehzahl und damit der Lärm. Ein kleines Gerät, das mit einem kleineren Lüfter höhere Drehzahlen erreicht, ist bedeutend lauter. Auch der Wartungsaufwand spielt eine Rolle.

FDP-FW-Fraktion hat das Thema auf den Weg gebracht

Das Thema angestoßen hatte die FDP/FW-Fraktion. Sie hatte in einem Antrag auf die Anschaffung solcher mobilen Raumluftfilter zumindest für die Grundschulklassen der Schulen in Löffingen und seinen Ortsteilen gedrängt. Stadtrat Rudolf Gwinner betrachtete diesen Vorschlag seiner eigenen Fraktion als nicht ausreichend und forderte die Beschaffung von Raumluftfiltern für alle Schularten in der Region Löffingen. Auch die Schulleitungen des Schulverbunds Löffingen sowie der Grundschulen Löffingen und Bachheim/Unadingen drängten auf den Einsatz von mobilen Filteranlagen, ebenso der Elternbeirat des Schulverbunds.

Die FDP/FW-Fraktion hatte wissenschaftliche Befunde ins Feld geführt, inbesondere des Instituts für Strömungsmechanik und Aerodynamik an der Universität der Bundeswehr München und dessen Leiter, Professor Christian Kähler.

CDU und SPD wollen keinen Kauf auf gut Glück

Die Fraktionen von CDU und SPD verweigerten sich dem Vorhaben, mobile Raumluftfilter einzusetzen, nicht gänzlich, wollten aber keinen „Schnellschuss auf Verdacht“ riskieren und auf die Schnelle bis zu 200 000 Euro für 40 bis 50 dieser Geräte bereitstellen. Stadtbaumeister Udo Brugger wies darauf hin, dass beim praktischen Einsatz auch Punkte wie Wartung, Leistungsfähigkeit und Positionierung zu berücksichtigen seien.

Eine Erwartung, welche die Befürworter der mobilen Raumluftfilter gehegt hatten, erstickte Bürgermeister Tobias Link im Keim: „Auch wenn sich die Geräte im Probetrieb bewähren sollten, führt weiterhin kein Weg am regelmäßigen Stoßlüften vorbei. Denn es gelten nach wie vor die verbindlichen Vorgaben des Landes. Und diese besagen, dass auch beim Einsatz von Raumluftfiltern nicht auf das Stoßlüften verzichtet werden kann“, rief der Bürgermeister die geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen in Erinnerung.

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