Nachdem er das Thema bei einer vorangegangenen Sitzung bereits behandelt hatte, seine Zustimmung aber von der Klärung bestimmter Punkte abhängig gemacht hatte, hat der Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich der Installation einer Einraum-WC-Anlage am Löffinger Bahnhof zugestimmt.

Bevor das Stadtparlament seine Entscheidung fällte, hatte Jörg Ganter vom städtischen Bauamt die Erfahrungswerte anderer Städte aus der näheren und weiteren Region mit derartigen Einraum-WC-Anlagen skizziert. Die Stadtverwaltungen aus Bad Dürrheim, Konstanz und Lörrach hätten ausnahmslos Positives zu berichten. Die Anlagen funktionierten störungsfrei, seien dank automatischer Reinigung immer sauber. Alle der angefragten Kommunen hätten sich, was die Ausstattung anbelangt, bewusst für eine automatische Sitzbrillenreinigung als „hygienetechnisch sauberste Lösung, die zudem den manuellen Reinigungsaufwand deutliche reduziere“, entschieden.

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Neben den Erfahrungswerten anderer Kommunen wollte der Gemeinderat vor seiner Entscheidung auch die Frage nach einer Kameraüberwachung geklärt wissen. Auch diesbezüglich konnte Jörg Ganter Positives vermelden. Die Deutsche Bahn als Hausherrin des Bahnhofsgebäudes habe im Dialog mit der Stadtverwaltung einer Kameraüberwachung zugesagt. Was deren Umsetzung anbelangt, gelte es insbesondere noch den genauen Kamerastandort zu klären.

FDP/FW-Fraktionssprecherin Andrea Burger und ihre Fraktionskollegin Isabell Meßmer wollten sich im Wesentlichen aus Kostengründen nicht so recht mit der Einraum WC-Anlage anfreunden. Setze man die Kosten ins Verhältnis mit der voraussichtlichen Nutzungsfrequenz habe sie starke Bedenken, was die Wirtschaftlichkeit anbelange, meinte Burger. Hinzu komme, dass in der Löffinger Innenstadt eine weitere öffentliche Toilette geplant sei, für die man mit ähnlichen Kosten rechnen müsse. Burger schlug vor, den Standort der Einraum-WC-Anlage vom Bahnhof ab- und näher zur Innenstadt zu rücken. Damit könnte mit einem öffentlichen WC sowohl die Bedürfnisse der Bahnreisenden als auch der Innenstadt-Besucher gestillt werden, regte Andrea Burger an.

Isabell Meßmer störte sich neben dem Anschaffungspreis insbesondere an den hohen laufenden Kosten für die WC-Anlage, die sich laut Angaben der Stadtverwaltung bei 7400 Euro jährlich bewegen werden.

Marlene Müller-Hauser (CDU) wollte die Videoüberwachung sichergestellt wissen. Die Videoüberwachung komme, das habe die Deutsche Bahn bereits signalisiert. Es gelte lediglich noch die Art und Weise der technischen Umsetzung zu klären, erklärte Bürgermeister Tobias Link.

Die Stadträte Martin Lauble (CDU), Georg Mayer (SPD), Anette Heiler (SPD) und Jens Fischer (SPD) plädierten vehement für eine neue WC-Anlage am Bahnhof. Die offenen Punkte, von denen der Gemeinderat seine Zustimmung abhängig gemacht hatte, seien geklärt. Der Bahnhof benötige eine öffentliche Toilette, zumal die bestehende Anlage nicht behindertengerecht ausgelegt sei und schon deshalb eher über kurz als über lang baulich an die aktuell gültigen Normen und Vorschriften angepasst werden müsste.

Der Gemeinderat stimmte schließlich bei fünf Nein-Stimmen und einer Enthaltung mehrheitlich für die Realisierung der Einraum-WC-Anlage am Löffinger Bahnhof. Die Netto-Kosten liegen laut Angaben der Stadtverwaltung bei 69 700 Euro, die Lieferzeit beträgt zirka 16 Wochen. Zur Ausstattung zählt ein Bodenbelag mit Fußbodenreinigung, in Edelstahl ausgeführte und fest verankerte Installationen wie WC-Topf, Urinal und Waschbecken, eine per Näherungselektronik geregelte, berührungslose WC-Spülung und eine vollautomatische Sitzbrillenreinigung.