Weil die öffentliche Toilettenanlage im Löffinger Bahnhof in unschöner Regelmäßigkeit Vandalismus ausgesetzt ist und die vorhandene WC-Anlage nicht mehr den aktuellen Vorschriften und Normen für barrierefreie Bauweise entspricht, denken Stadtverwaltung und Gemeinderat darüber nach, eine Vandalismus hemmende, hygienisch hochwertige Einraum-WC-Anlage installieren zu lassen. Kostenpunkt: Rund 83 000 Euro. Hinzu kämen rund 7400 Euro jährliche Kosten für Wartungs- und Reinigungsarbeiten.

Die Entscheidung darüber, ob das vandalismushemmende barrierefreie Ein-Raum-WC im Bahnhofsgebäude realisiert wird, hat der Gemeinderat vertagt. Bevor das Stadtparlament sein Votum abgibt, soll mit der Deutschen Bahn geklärt werden, ob sie eine Kameraüberwachung des Bereichs vor der Toilettenanlage gewährleisten kann und will. Außerdem soll die Stadtverwaltung bei anderen Kommunen, die derartige WC-Anlage bereits installiert haben, deren Erfahrungswerte einholen.

Die bestehende Toilettenanlage im Löffinger Bahnhofsgebäude ist regelmäßig der Zerstörungswut von Vandalen ausgesetzt, die die Räume offensichtlich als „Party Location“ zweckentfremden und – ob im Alkohol- und beziehungsweise oder Drogenrausch ließ sich bislang zweifelsfrei ermitteln – im sprichwörtlichen Sinne Kleinholz aus der Einrichtung machen. Aufgrund dieser Vorfälle, die jeweils aufwändige Reparaturen nach sich gezogen haben, bleibt die WC-Anlage seit geraumer Zeit geschlossen.

Um den Toilettenbesuch am Bahnhof wieder zu ermöglichen, Barrierefreiheit zu gewährleisten und den kostenträchtigen Teufelskreis aus Zerstörung und Reparatur zu durchbrechen, visiert die Stadt die Einrichtung einer Einraum-Toilettenanlage an. Dafür sind im aktuellen Haushalt 80000 Euro eingestellt. Jörg Ganter vom städtischen Bauamt skizzierte die Eckdaten einer solchen Anlage. Demnach ist der Zugang, anders als bei den bestehenden Toiletten, elektronsich so geregelt, dass zumindest nach menschlichem Ermessen ein unbefugtes Betreten ausgeschlossen werden kann.

Zur Serienausstattung der barrierefreien Einraum-WC-Anlage zählt unter anderem ein Bodenbelag mit Fußbodenreinigung, in Edelstahl ausgeführte und fest verankerte Installationen wie WC-Topf, Urinal und Waschbecken sowie eine per Näherungselektronik geregelte, berührungslose WC-Spülung. Zu den Optionen zählen eine vollautomatische Sitzbrillenreinigung und ein klappbarer Babywickeltisch.

Das Vorhaben, im Löffinger Bahnhofsgebäude eine derartige Vandalismus hemmdende, barrierefreie WC-Anlage zu installieren, stieß beim Gemeinderat auf grundsätzlich positive Resonanz. Endgültig entscheiden will sich das Gremium aber erst, wenn sichergestellt ist, dass der Bereich vor der Toilettenanlage kameraüberwacht wird – eine Frage, die mit der Deutsche Bahn als Hausherrin geklärt werden muss. Außerdem sollen bei anderen Kommunen, die derartige Anlagen bereits in Betrieb genommen haben, Erfahrungswerte abgerufen werden. Zudem wird die 17 000 Euro teure Option „selbstreinigende Toilettenbrille“ nochmals hinterfragt werden. Der Gemeinderat wird sich also erneut mit dem Thema „neues öffentliches WC im Bahnhof Löffingen“ befassen müssen.