Für das Vorzeigeprojekt zur Erweiterung der Kläranlage um eine dritte und vierte Reinigungsstufe investiert der Gemeindeverwaltungsverband Immendingen/Geisingen in den nächsten eineinhalb Jahren 4,9 Millionen Euro. Nachdem im Februar die Rohbauarbeiten für die Maßnahme in Höhe von 1,6 Millionen Euro vergeben wurden, hat die Verbandsversammlung am Montagabend die Aufträge für sämtliche weiteren Gewerke zur Neuausstattung der Kläranlage beauftragt. Die neuen Reinigungsstufen bewirken, dass zum einen die Konzentration von Phosphat im Abwasser gesenkt und zum anderen Spurstoffe wie Medikamente herausgefiltert werden. Damit zählt die Verbandskläranlage zu den modernsten in ganz Baden-Württemberg.

  • Mehrkosten entstehen: „Die Erweiterung der Verbandskläranlage ist eine sehr große Maßnahme, die gefühlt so nebenher läuft, aber ein Millionenprojekt ist“, meinte Verbandsvorsitzender Bürgermeister Markus Hugger zu Beginn der Sitzung, zu der sich die Verbandsversammlung letztmals in alter Zusammensetzung traf. Die Kläranlagen-Modernisierung binde viele Ressourcen und Kapazitäten, betonte Hugger weiter. Leider hätten sich bei den jetzt anstehenden Vergaben noch Kostenerhöhungen ergeben. Hugger: Wir empfehlen dennoch, die Arbeiten zu vergeben und nicht neu auszuschreiben.“
  • Fünf Vergaben: Folgende Firmen wurden jeweils einstimmig mit den Arbeiten zur Kläranlagenerweiterung beauftragt: Firma Volker Hör, Hintschingen, für 16 152 Euro mit den Putz- und Malerarbeiten; Firma Bauer, Dauchingen, für 22 999 Euro mit den Fensterbau- und Torarbeiten; Firma Merz-Huber, Geisingen, für 43 323 Euro mit den Zimmererarbeiten; Firma Woltering, Ochtrup, für 1 226 518 Euro mit der maschinentechnischen Ausrüstung der Kläranlage; sowie Firma Eliquo-Stulz, Grafenhausen, für 1 180 298 Euro mit der elektrotechnischen Ausrüstung der Kläranlage.
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  • Förderung für Pilotprojekt: Nach der Vergabe von nun hundert Prozent aller Gewerke ergibt sich laut Immendingens Ortsbaumeister Martin Kohler ein neuer Mehrkostenstand von 412 244 Euro, was in etwa zehn Prozent der Kosten betrage. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 4,9 Millionen Euro. Um die Finanzierung des Projekts zu sichern, würden Mittel im Etat 2020 eingestellt, so Kohler. Die Mehrkosten habe man der Förderstelle mitgeteilt. Kohler: „Da es sich um ein zu 80 Prozent gefördertes Pilotprojekt handelt, wurde eine Fördererhöhung in Aussicht gestellt.“ Letztlich wird der Eigenanteil der Verbandskommunen abzüglich Förderung noch bei rund 82 448 Euro liegen, was Hugger als akzeptabel ansah.
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  • Der Zeitplan: Gernot Molitor, für das Ingenieurbüro Götzelmann in Planung und Bauüberwachung tätig, informierte über den Bauzeitenplan. Noch vor der Sommerpause wolle man die Bodenplatte des Gebäudes einbringen und bis November die Betonarbeiten abschließen, so dass während des Winters Maschinentechnik und Rohre installiert werden können. Anfang 2021 sei die Fertigstellung anvisiert. Bisher werde die Zeitschiene eingehalten.
  • Abschied für Hengstler: Zum Schluss der Sitzung verabschiedete Verbandsvorsitzender Hugger seinen Amtskollegen Walter Hengstler und dankte ihm für die Zusammenarbeit in der Verbandsversammlung. Hengstler hob hevor, dass er dem Gremium für seine Aufgaben Abwasserbeseitigung, Sozialarbeit und Flächennutzungsplan für die Zukunft viel Erfolg wünsche.
    Abschied aus der Verbandsversammlung des Gemeindeverwaltungsverbands: Vorsitzender Markus Hugger (links) übergibt seinem scheidenden Bürgermeisterkollegen Walter Hengstler ein Geschenk.
    Abschied aus der Verbandsversammlung des Gemeindeverwaltungsverbands: Vorsitzender Markus Hugger (links) übergibt seinem scheidenden Bürgermeisterkollegen Walter Hengstler ein Geschenk. | Bild: Jutta Freudig