Für eines der größten Projekte in der Geschichte der Kläranlage des Gemeindeverwaltungsverbands Immendingen/Geisingen ist am Montag mit einem offiziellen ersten Spatenstich der Startschuss gefallen. Die Anlage erhält bis Ende des Jahres 2020 gleich zwei neue Reinigungsstufen, die zum einen die Konzentration von Phosphat im Abwasser senken und zum anderen Spurstoffe wie Medikamente herausfiltern sollen. Das Projekt des Verwaltungsverbands erfordert einen Aufwand von rund 4,5 Millionen Euro und wird vom Land Baden-Württemberg zu 80 Prozent gefördert. Mit dem freiwilligen Einbau der Filtrationsstufe für Spurstoffe übernimmt der Verband eine landesweite Vorreiterrolle.

  • Dritte und vierte Reinigungsstufe: „Beim Bau der dritten und der vierten Reinigungsstufe handelt es sich um eine der größten Tief- und zugleich Hochbaumaßnahmen an unserer Kläranlage„, sagte Verbandsvorsitzender Bürgermeister Markus Hugger bei der Feier anlässlich des ersten Spatenstichs. Neben seinem Amtskollegen Bürgermeister Walter Hengstler und der Geisinger Kämmerin Vanessa Hurrle waren Gemeinderäte beider Orte gekommen, ebenso Jürgen Hilscher und Reiner Bantle vom Wasserwirtschaftsamt des Landratsamts, Projektleiter Gernot Molitor und Geschäftsführer Joachim Hölle vom Ingenieurbüro Götzelmann und Partner, Sebastian Platz vom Büro Jedele und Partner, Hans-Werner Heizmann vom gleichnamigen Ingenieurbüro, Bauleiter Thomas Rapp und Geschäftsführer Udo Störk vom Bauunternehmen Störk, Elektroplaner Frank Illing und der Leiter der Kläranlage Jörg Liebgott.
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  • 3,4 Millionen Euro Förderung: Die Erweiterung der Immendinger Kläranlage sei eine Maßnahme, die nicht alltäglich sei und für die das Land eine Förderung von 3,4 Millionen Euro beisteuere, betonte Verbandchef Hugger weiter. Wegen der in Immendingen vorhandenen geologischen Struktur mit den Versinkungsstellen der Donau unterhalb der Kläranlage sei für die Neuerteilung der wasserrechtlichen Erlaubnis eine höhere Anforderung an den Grenzwert für Phosphat am Abfluss gestellt worden. Um diese Anforderungen zu erfüllen, lässt der Verband nun einen Sandfilter einbauen. Ergänzt wird dieser zusätzlich durch granulierte Aktivkohle, so dass auch Spurstoffe aus dem Abwasser entfernt werden können. Hugger: „Ein Teil des gereinigten Abwassers gelangt über Donauversinkung und Aach in den Bodensee und dieser ja ist gleichzeitig ein großer Trinkwasserspeicher.“
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  • Ehrgeiziger Bauzeitenplan: Mit dem Bau der Erweiterung werde nun sofort begonnen und man hoffe, die Betonarbeiten bis im November fertigstellen zu können, erklärte der Bürgermeister weiter. Ehrgeiziges Ziel sei es, Ende 2020 mit den neuen Reinigungsstufen in Betrieb zu gehen. Was die Kosten für die Maßnahme angeht, sei man trotz voller Auftragsbücher des Handwerks und steigender Baupreise noch „im grünen Bereich“. Geklärt werden müssten nun noch organisatorische Details, wie etwa die Verkehrsführung während der knapp zwei Jahre Bauzeit.
  • Lösungssuche für Verkehrsführung: „Die Donauversinkung, der Radlerzeltplatz und der Kiosk sollen erreichbar bleiben, nicht nur für Radfahrer und Autos, sondern auch für Busse, die hier während der Saison durchfahren“, hob Bürgermeister Markus Hugger hervor und kündigte an, Gespräche mit den Besitzern der angrenzenden landwirtschaftlichen Grundstücke Gespräche zu führen, damit der Verkehr die Baustelle auf einer Ersatzstrecke passieren kann.