Der Zweckverband Wasserversorgung Unteres Aitrachtal hat nach einigen Monaten Vakanz wieder einen Vorsitzenden: Da die Amtszeit des bisherigen Vorsitzenden, des ehemaligen Geisinger Bürgermeisters Walter Hengstler am 31. August endete, lag die Leitung des Verbandes beim stellvertretenden Vorsitzenden, Bürgermeister Markus Hugger aus Immendingen. Er bleibt weiterhin Stellvertreter, neuer Vorsitzender wurde der neue Geisinger Bürgermeister Martin Numberger.

Geisingen und Immendingen sind die größten Abnehmer des Wassers vom Zweckverband. Daneben fließen noch geringe Mengen des geförderten und aufbereiteten Wassers nach Emmingen-Liptingen, Engen-Biesendorf, die Tuttlinger Oberen Höfe und Möhringen.

Nördlich des Pumwerkes Aulfingen soll die Aufbereitungsanlage zur Wasserenthärtung errichtet werden.
Nördlich des Pumwerkes Aulfingen soll die Aufbereitungsanlage zur Wasserenthärtung errichtet werden. | Bild: Paul Haug
  • Große Investition: Der Verband hat große Investitionen vor sich, der Zuschussbescheid über 1,9 Millionen Euro für eine neue Aufbereitungsanlage wurde im Juli durch das Regierungspräsidium Freiburg übergeben. Gleichzeitig mit der Aufbereitungsanlage soll noch eine Enthärtungsanlage mit gebaut werden, ein Investitionsvolumen von rund sechs Millionen Euro.
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  • Das Projekt: Der Zweckverband plant bekanntlich in Aulfingen für rund sechs Millionen Euro eine Anlage, in der künftig das Trinkwasser durch Ultrafiltration aufbereitet und mit einer Entkalkungsanlage von bisher 16,7 auf 8,3 Grad deutscher Härte entkalkt wird. „Dies wird die größte Investition in der über 50-jährigen Verbandsgeschichte“, unterstrich Hugger. Sie wird mit rund 1,9 Millionen Euro bezuschusst. Bei dem zentralen Wasserwerk in der Nähe des Tiefbrunnens Aulfingen handelt es sich um ein 16 mal 26 Meter großes Gebäude. Im Keller des Gebäudes sind die Speicherbehälter und die Anlagentechnik geplant, im ersten Stockwerk weitere Technikelemente und die Schaltwarte. Auf dem Flachdach soll eine Solaranlage für Eigenstrom sorgen.
  • Wasser wird weicher: Das Wasser des Verbandes wird mit der neuen Investition nicht nur hygienischer, sondern auch weicher, dies bedeutet, dass die Verbraucher einerseits für die Investition zwar bezahlen müssen, andererseits aber pro Haushalt rund 50 Euro an Waschmittel oder Entkalkungsmittel pro Jahr einsparen.
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  • Der Zeitplan: Eigentlich sollte mit dem Bau, (Auftragsvergabe) bis zum 1. Dezember begonnen werden, dies reicht aber nicht aus, da im Vorfeld noch einige Genehmigungen seitens des Landratsamtes fehlten. „Diese liegen zwischenzeitlich vor“, so Markus Hugger. Bis Ende Januar rechnet die Verbandsversammlung nun damit, die Arbeiten die derzeit ausgeschrieben werden, vergeben zu können. Sorge bereitet lediglich die Auftragslage der Bauunternehmen im Bereich Hochbau. Anfang April ist dann der Spatenstich geplant, bis Mitte 2021 soll die Investition dann abgeschlossen sein und hygienisch noch besser aufbereitetes und enthärtetes Wasser zu den Verbrauchern fließen.
  • Arbeitsvergaben: Vergeben wurden bei der Verbandsversammlung die Erneuerung der Schieber im Hochbehälter Leitzenfeld (Immendingen) für 13 286 Euro sowie die Erneuerung der Lizenz der Datenfunkanlage mit einem Aufwand von 38 847 Euro.
  • Neue Leitung: Etwas teurer kommt hingegen die Erneuerung der Versorgungsleitung unter der Donau und im Geisinger Ried. In diesem Bereich unter der Donau ist bekanntlich ein starker Rohrbruch aufgetreten. Die Leitung konnte aufgrund der Tatsache, dass erst vor wenigen Wochen eine weitere Versorgungsleitung im Ried verlegt wurde, vorübergehend außer Betrieb genommen werden. Lange war jedoch offen, wem diese Leitung gehört, der Stadt Geisingen oder dem Zweckverband Wasserversorgung Unteres Aitrachtal. Der Übergabepunkt an die Stadt Geisingen ist beim ehemaligen Hofgut des Pflegeheimes Haus Wartenberg, bis dorthin erneuert nun der Verband die komplette Zuleitung nördlich der Bundesstraße 31 unter der Donau hindurch im Ried. Dort wurden vor rund 30 Jahren die Rohre auf einer Teilfläche wegen Lochfraß schon einmal ausgewechselt, auch die damals erneuerten Rohre sind wieder durch den sauren Boden des Rieds angefressen worden.
Zwei Meter unter der Flusssohle der Donau wird in diesem Bereich die neue Wasserleitung des Verbandes ins Geisinger Ried mit einem Spülbohrverfahren verlegt. Die Arbeiten wurden nun in der Verbandsversammlung vergeben.
Zwei Meter unter der Flusssohle der Donau wird in diesem Bereich die neue Wasserleitung des Verbandes ins Geisinger Ried mit einem Spülbohrverfahren verlegt. Die Arbeiten wurden nun in der Verbandsversammlung vergeben. | Bild: Paul Haug
  • Kunststoff statt Guss: Um dauernde Reparaturen zu umgehen, wird nun die gesamte Gussleitung auf einer Länge von 400 Metern gegen eine Kunststoffleitung mit 200 Millimeter Durchmesser ausgetauscht. Die Arbeiten wurden von der Verbandsversammlung bei ihrer Sitzung am Donnerstagmorgen, im Umfang von rund 100 000 Euro, an die Firma Maier aus Dettighofen vergeben, die die Rohre im sogenannten grabenlosen Spülverfahren verlegt. Diese neuen Rohre, sowie weitere Arbeiten, die teilweise durch die Mitarbeiter der Geisinger Wasserwerke ausgeführt werden, kosten nochmals 34 500 Euro, sodass die komplette Maßnahme letztendlich rund 134 500 Euro umfasst.
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