Der Zweckverband Wasserversorgung Unteres Aitrachtal wird in zwei Jahren 60 Jahre alt. In zwei Jahren soll auch die größte Investition des Verbandes fertiggestellt sein: die neue Wasseraufbereitungsanlage. Mit der offiziellen Übergabe des Förderbescheides durch Ministerialdirektor Helmfried Meinel vom Umweltministerium kann nunmehr der Startschuss für die Investition gegeben werden. Insgesamt werden netto fünf Millionen investiert, der Löwenanteil von rund vier Millionen Euro geht in die Wasseraufbereitungsanlage, eine weitere Million in eine zentrale Enthärtungsanlage, mit der der Härtegrad des Aitrachwassers auf 8,9 Grad (Stufe II) entkalkt wird. Im Rahmen eines kleinen Festaktes beim Pumpwerk Aulfingen wurde der Förderbescheid durch Meinel an den Verbandsvorsitzenden, Bürgermeister Walter Hengstler, sowie Immendingens Bürgermeister Markus Hugger und an den Bürgermeister-Stellvertreter Ralf Bohnacker aus Emmingen-Liptingen übergeben.

  • Der Zuschuss: Verwundert war nicht nur der Verbandsvorsitzende über den Zuschuss von 1,9 Millionen Euro, gab es doch im März dieses Jahres eine Mitteilung des Umweltministeriums, dass das Projekt mit 2,1 Millionen Euro bezuschusst wurde. Dies hat auch der Wahlkreisabgeordnete und Justizminister Guido Wolf so mitgeteilt. Wo die restlichen 200 000 Euro geblieben sind, weiß niemand. Aber in der Mitteilung vom März hieß es auch: „Die endgültige Förderung der einzelnen Maßnahmen erfolgt durch separate Bewilligungsbescheide“. Und diese fielen etwas geringer aus.
  • Die Investition: Bürgermeister und Verbandsvorsitzender Walter Hengstler betonte, dass die Tiefbrunnen des Verbandes im Aitrachtal relativ hoch sind, und um die vorgeschriebenen hygienischen Anforderungen an das Trinkwasser sicherzustellen, sei eine Ultrafiltrationsanlage erforderlich. „Damit können die Verbraucher mit hochwertigem Trinkwasser versorgt werden“,m unterstrich Hengstler. Weiter wird entsprechend den Gemeinderatsbeschlüssen von Geisingen, Immendingen und Engen eine zentrale Wasserenthärtungsanlage gebaut. Nicht nur aus Komfortgründen, denn sollte es irgendwo zu einer Störung kommen, kann Bodenseewasser eingespeist werden, das einen ähnlichen Härtegrad aufweist. Für die Ultrafiltration wird ein Gebäude mit einem Ausmaß von 16 mal 29 Meter nördlich des jetzigen Pumpwerkes gebaut, das mit einem Flachdach ausgeführt wird, darauf sind Photovoltaikanlagen angebracht, um einen Teil des benötigten Strom selbst zu erzeugen.
  • Neue Leitungen: Da das Wasser künftig zentral aufbereitet wird, sind zu den Tiefbrunnen zwischen Kirchen-Hausen und Aulfingen neue Leitungen erforderlich. In Aulfingen müssen diese im Engpass der Aitrachbrücke verlegt werden, die Aulfinger werden in den nächsten Wochen zu einer Infoveranstaltung über die Maßnahme und die Leitungsverlegung eingeladen. Die Ultrafiltrationsanlage wird immer wieder gespült, damit dieses Spülwasser in der Aitrach keinen Schwellbetrieb verursacht, muss ein entsprechendes Absetzbecken gebaut werden.
  • Wasserverbrauch steigt: „Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel“, betonte Meinel. „Der Landesregierung ist es daher wichtig, die Bürger im Land gleichermaßen und dauerhaft mit hochwertigem Trinkwasser zu versorgen.“ Der Wasserbedarf in den Verbandsgemeinden ist aufgrund von Baumaßnahmen und der höheren Temperaturen im Land von 2015 bis 2017 um mehr als elf Prozent gestiegen. Damit seien die Kapazitäten der vorhandenen Brunnen ausgereizt, so der Amtschef.
  • Der weitere Zeitplan: Derzeit läuft die Ausschreibung, man hofft Ende des Jahres die Aufträge vergeben zu können und günstige Preise zu erhalten. Die Fertigstellung ist im Jubiläumsjahr 2020 geplant, wenn der Verband 60 Jahre wird.

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