Die Donaubrücke bei Geisingen, die südliche Zufahrt nach Geisingen von der Bundesstraße 31, ist ab sofort voll gesperrt: Kein Auto, kein Lastwagen, kein Bus oder anderes Fahrzeug darf mehr über die Brücke fahren. Lediglich Fußgänger können die Brücke noch passieren. Die Sperrung wurde vom Landratsamt Tuttlingen nach einem Gespräch mit Experten im Geisinger Rathaus am Donnerstagmorgen festgelegt. Der Grund: Die Brücke ist stark sanierungsbedürftig.

  • Die Umleitung: Eine offizielle Umleitung wird ausgeschildert: Wer von der Bundesstraße 31 nach Geisingen fahren will, muss die östliche Abfahrt nehmen und über die Tuttlinger Straße fahren. Dies betrifft die Busse des Nahverkehrs, aber auch Lastwagen.
  • Die Vorgeschichte: Mitte Dezember letzten Jahres wurde die Donaubrücke südlich von Geisingen im Zuge der Kreisstraße 5942 tonnagebeschränkt, sie wurde für Fahrzeuge über 16 Tonnen gesperrt. Die Geisinger Donaubrücke wird schon länger untersucht, nicht erst, seit eine Brücke in Genua eingestürzt ist. Aufgrund von Bauwerksschäden ist der technische Zustand der Brücke in Mitleidenschaft gezogen, sodass als vorbeugende Maßnahme vor drei Monaten eine Tonnagebeschränkung angeordnet wurde. Linienbusse waren hiervon ausgenommen.
So sehen der Stahl und die Spannglieder unter dem Beton an allen freigelegten Stellen aus, nahezu mehr Rost als Material. Der Zustand ist schlechter als ursprünglich angenommen, was zur sofortigen Vollsperrung führt.
So sehen der Stahl und die Spannglieder unter dem Beton an allen freigelegten Stellen aus, nahezu mehr Rost als Material. Der Zustand ist schlechter als ursprünglich angenommen, was zur sofortigen Vollsperrung führt. | Bild: Paul Haug
  • Schadensanalyse: Bei der Brücke handelt es sich um die älteste Brücke im Zuge der Kreisstraße 5942 aus dem Jahr 1952. Bei der letzten regelmäßigen Bauwerksprüfung im letzten Jahr wurde festgestellt, dass die vorhandenen Schäden so weit fortgeschritten sind, dass eine sogenannte objektbezogene Schadensanalyse in Auftrag gegeben werden musste. Die Untersuchung ergab damals, dass die Spannglieder schadhaft sind und beim damaligen Bau spannungsrisskorrosionsgefährdeter Spannstahl verwendet worden ist. Eine Sanierung der Brücke ist aus diesem Grund nicht möglich.
  • Untersuchungen: In den letzten Wochen fanden weitere Untersuchungen im Rahmen dieser objektbezogenen Schadensanalyse statt. Ein erstes vorläufiges Ergebnis war, dass mit sofortiger Wirkung eine Vollsperrung angeordnet wurde. „So etwas habe ich noch nie gesehen“, äußerte sich ein Mitarbeiter der Firma Stumpp, die einige Stellen freilegte. Sowohl das Ingenieurbüro Breinlinger wie auch die Material- und Prüfungsanstalt MPA aus Stuttgart hatten erst in dieser Woche, die letzte Untersuchung fand am Mittwoch statt, nochmals die Brücke begutachtet.
Von außen hui, innen pfui: Dass die Brücke so desolat ist, sieht man ihr von außen nicht an. Die Brücke überspannt die Donau und das Überschwemmungsgebiet der Donau.
Von außen hui, innen pfui: Dass die Brücke so desolat ist, sieht man ihr von außen nicht an. Die Brücke überspannt die Donau und das Überschwemmungsgebiet der Donau. | Bild: Paul Haug
  • Wie es weitergeht: Wie bei der Besprechung am Donnerstagmorgen im Geisinger Rathaus mit Vertretern des Landratsamtes, allen voran der zuständige Dezernent Michael Guse in Begleitung von allen Referatsleitern, die mit dem Thema eingebunden sind, der Polizei, sowie der Stadt Geisingen, mitgeteilt wurde, liegen die genauen Ergebnisse erst in einigen Wochen vor. Dann wird sich zeigen, ob mit entsprechenden Verstärkungsmaßnahmen eine Öffnung der Brücke für Autos möglich ist, oder nicht.
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  • Die Schäden: "Die Korrosion hat dazu geführt, dass Teile der Spannglieder und des Stahls durchgerostet ist, und zwar im Bereich der vielen Fugen", erklärte Michael Guse. Selbst wenn nun in die Planung seitens des Landratsamtes eingestiegen werde, sei von einem Zeitraum von rund drei Jahren auszugehen, bis eine neue Brücke vorhanden ist.
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  • Auswirkungen auf Nahverkehr: Bei der sehr kurzfristig anberaumten Besprechung im Geisinger Rathaus wurde die Situation und der Zustand der Brücke dargelegt, die Konsequenzen erörtert und das weitere Vorgehen besprochen. Gravierende Änderungen bringt diese Sperrung auch für den öffentlichen Nahverkehr für die Busse, die von Donaueschingen über Gutmadingen nach Geisingen und von hier aus zum Ringzug und umgekehrt fahren. Wie Bürgermeister Hengstler betonte, werden verschiedene Haltestellen nicht mehr angefahren um Zeit zu gewinnen, etwa die beim Pflegeheim und die in Geisingen West. Auch hier laufen noch weitere Abstimmungen, die Schulen seien bereits über die Änderungen des Busverkehrs informiert worden. „Mit der Umleitung vom Verkehr der Bundesstraße 27 in den nächsten Wochen verschärft sich die Situation vermutlich noch beim Busverkehr“, befürchtet Bürgermeister Walter Hengstler. Die Umleitung des gesamten Verkehrs nach Geisingen und umgekehrt erfolgt nun über die Bundesstraße 31 bis zur Tuttlinger Straße und umgekehrt.