Das Hintschinger Bahnhofsgebiet hat wieder einen Donauübergang. Die neue Donaubrücke ist am Freitagnachmittag feierlich eingeweiht und für Mensch und Verkehr freigegeben worden. Das Brückenprojekt wurde mit einem Aufwand von 820 000 Euro realisiert und trotz schwierigen Fundamentbaus und Hochwassers fristgerecht in acht Monaten fertiggestellt. Anders als die Vorgänger-Brücke, deren Eisenträger bereits verrostet waren und die nur zwölf Tonnen trug, hat das neue Bauwerk eine Traglast von 40 Tonnen, so dass künftig auch Feuerwehr-, Rettungs-, Müll- oder Räumfahrzeuge passieren können. Bürgermeister Markus Hugger und Ortsvorsteherin Marlies Aschmann freuten sich über das gelungene Projekt, das Pfarrer Adolf Buhl aus Geisingen kirchlich weihte.

  • Neubau statt Sanierung: "Alles ist in kompakter Bauzeit abgelaufen und nun haben wir ein tolles Brückenprojekt", sagte Bürgermeister Markus Hugger bei der Brückenweihe. Anlass für den Neubau seien die Ergebnisse der Brückenprüfung 2016 gewesen, die den maroden Unterbau zutage gebracht habe, so Hugger. Über die Notwendigkeit der Maßnahme und die Frage, ob man sanieren oder neu bauen sollte, habe es eine Diskussion gegeben. "Aber niemand wollte die Verantwortung für den Fall übernehmen, dass etwas passiert wie jüngst bei der Brücke in Italien", betonte der Bürgermeister. Nun habe man eine moderne Brücke mit einer für alle Fahrzeuge zugelassenen Tonnage. Bürgermeister Huggers Dank galt den Anwohnern und Nachbarn, dem Gemeinderat und dem Bauhofteam, ebenso Nico Köllnick vom Ingenieurbüro Breinlinger, Bauleiter Johannes Villing vom Nendinger Bauunternehmen Schwarz und Karl-Josef Ettwein vom Wasserwirtschaftsamt des Landratsamts Tuttlingen.
  • Fertigstellung fristgerecht: Immendinges Ortsbaumeister Martin Kohler ging auf die Baugeschichte der neuen Hintschinger Brücke ein. Die Abrissarbeiten des alten Übergangs liefen im April zunächst problemlos, dann kam es jedoch beim Erstellen der Fundamente im Juni zu einem unerwarteten Hindernis, weil die nötigen Spundwände wegen großer Steine und alter Pfähle im Untergrund zunächst nicht eingebracht werden konnten. "Nachdem dieses Problem gelöst war, sorgte ein Hochwasser für weitere Verzögerungen, die aber wieder aufgeholt wurden", erinnerte der Ortsbaumeister. Im Juli wurden die Hauptträger angeliefert. Es folgten Betonarbeiten, Leitungsverlegung und schließlich die Asphaltierung sowie das Anbringen des Geländers. "Bei den Baukosten von 820 000 Euro wurde die Gemeinde gefördert, so dass der Eigenanteil 320 000 Euro betrug", so Kohler.
  • Donauperle Hintschingen: "Wir sind froh, dass diese Brücke so gut gelungen ist und alles so gut geklappt hat", erklärte Ortsvorsteherin Marlies Aschmann. Auch sie dankte Anwohnern und am Bau Beteiligten. "Von der Donauquelle in Donaueschingen aus gesehen, ist Hintschingen die fünfte Donauperle," betonte Aschmann, indem sie auf die Bezeichnung des Landschaftsparks "Junge Donau" Bezug nahm. Sie freute sich, dass die ungewöhnlichen alten Pfähle sowie die Grundsteine und Hochwasser-Markierungen der früheren Brücken auf einem Gedenkplatz am Brückenkopf aufgestellt wurden. Der älteste Hintschinger Bürger Horst Finus beschrieb dann noch die Geschichte der Vorgängerbrücken, ehe Pfarrer Adolf Buhl die kirchliche Brückenweihe vornahm. Mit dem Durchschneiden eines Bandes wurde die Brücke danach offiziell freigegeben.