Schon seit einigen Wochen werden rund um Geisingen neue Fundamente betoniert und Schilderständer aufgestellt. Am kommenden Dienstag, 18. Dezember, werden an diesen Stellen rund um Geisingen die Schilder aufgestellt. Dies hat einen besonderen Grund: Die Donaubrücke der Kreisstraße 5942 wird ab Dienstag tonnagebeschränkt und für Fahrzeuge über 16 Tonnen Gesamtgewicht gesperrt.

  • Untersuchung: Die Geisinger Donaubrücke wird schon länger untersucht, nicht erst seit dem Einsturz der Brücke in Genua vor einigen Wochen. Aufgrund von Bauwerksschäden ist der technische Zustand der Brücke in Mitleidenschaft gezogen, so dass als vorbeugende Maßnahme eine Tonnagebeschränkung angeordnet wurde. "Linienbusse sind hiervon ausgenommen", wie Nadja Seibert, Sprecherin des Landratsamts Tuttlingen berichtet.
Wurde beim Bau der Brücke 1952 der falsche Stahl eingesetzt? Arbeiter beim Bau der Brücke bei einer der Spannvorrichtungen. Bild: privat
Wurde beim Bau der Brücke 1952 der falsche Stahl eingesetzt? Arbeiter beim Bau der Brücke bei einer der Spannvorrichtungen. Bild: privat | Bild: privat
  • Das Problem: Bei der Brücke handelt es sich um die älteste Brücke im Zuge der Kreisstraße 5942 aus dem Jahr 1952. "Bei der letzten regelmäßigen Bauwerksprüfung der Brücke wurde festgestellt, dass die vorhandenen Schäden so weit fortgeschritten sind, dass eine sogenannte objektbezogene Schadensanalyse in Auftrag gegeben werden musste", so Seibert. Die Untersuchung ergab, dass die Spannglieder schadhaft sind und beim damaligen Bau "spannungsrisskorrosionsgefährdeter" Spannstahl verwendet worden sei. Eine Sanierung der Brücke ist aus diesem Grund nicht möglich. In den Ausschüssen des Kreistages wurde dieses Thema mehrfach beraten.
Der Landkreis hat zum Wenden für Lastwagen und insbesondere für die Streufahrzeuge einen Wendeplatz (Vordergrund) eingerichtet.
Der Landkreis hat zum Wenden für Lastwagen und insbesondere für die Streufahrzeuge einen Wendeplatz (Vordergrund) eingerichtet. | Bild: Paul Haug
  • Tonnagebeschränkung: Der Landkreis Tuttlingen als zuständiger Baulastträger folgt nunmehr der Empfehlung des beratenden Ingenieurbüros und spricht als Entlastung für die Brücke und als vorbeugende Maßnahmen weitergehende Untersuchungen sowie eine Tonnagebeschränkung auf 16 Tonnen aus. "Eine akute Gefährdung besteht allerdings nicht", so Seibert.
Ab Dienstag stehen zahlreiche solche Schilder, die auf die Brückensperrung hinweisen an der B 31 und B 311.
Ab Dienstag stehen zahlreiche solche Schilder, die auf die Brückensperrung hinweisen an der B 31 und B 311. | Bild: Paul Haug
  • Linienbusse ausgenommen: Ausnahmen bei der Tonnagebeschränkung bestehen für den öffentlichen Personennahverkehr. Schul- und Linienbusse dürfen nach wie vor über die Brücke fahren. Der große Achsabstand bei den Bussen und die damit verbundene besseren Verteilung der Lastabtragung auf die Brücke erlauben diese Ausnahmeregelung.
  • Neue Beschilderung: Gemeinsam mit der Polizei, der Stadt Geisingen und der Verkehrsbehörde des Landkreises Tuttlingen hat die Abteilung Straßenbau des Landratsamtes ein Beschilderungskonzept erarbeitet, das frühzeitig auf die Tonnagebeschränkung hinweist. Der von der Sperrung betroffene Schwerverkehr soll ab Dienstag, 18. Dezember, das vorhandene Bundes- und Gemeindestraßennetz als Alternative nutzen. Reisebusse und Laster mit mehr als 16 Tonnen dürfen die Brücke nicht mehr befahren, selbst die Winterdienstfahrzeuge, die rund 21 Tonnen wiegen, müssen vor der Brücke wieder drehen. Der Winterdienst von der Brücke bis nach Geisingen wird nicht mehr von der Straßenmeisterei, sondern von der Stadt übernommen. Innerhalb der Ortsdurchfahrt ist nach dem Straßengesetz von Baden Württemberg die Gemeinde ohnehin für die Räumpflicht zuständig. Der Laster der Stadt oder andere Räumfahrzeuge der Kommune liegen mit dem Gewicht unter den 16 Tonnen.
  • Umleitung: Die Umleitung des Schwerverkehrs nach Geisingen und umgekehrt erfolgt nun über die B 31 bis zur Tuttlinger Straße und umgekehrt. Ob diese Sperrung auch eingehalten wird, ist dann Inhalt von zusätzlichen Kontrollen der Polizei. "Die Sperrung kann im Falle eines Neubaus, der sich schon jetzt abzeichnet, noch Jahre dauern", wie Bürgermeister Hengstler in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates berichtete.