Im Norden können die ersten Häuslebauer bereits ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen und der südliche Bereich wird in zweieinhalb Monaten in den Besitz der Stadt übergehen. Wenn OB Erik Pauly auf das neue Stadtviertel „Am Buchberg„ blickt, dann ist er erfreut: „Wir kommen in einem schnellen und guten Verfahren wirklich zügig voran“, sagt das Donaueschinger Stadtoberhaupt. Kaum einer hätte das gedacht, als 2014 die französischen Soldaten die Stadt verlassen haben und 2015 das Land große Teile des Geländes erst einmal als Notunterkunft für Flüchtlinge beansprucht hat.

Seit Januar ist nun die Bedarfsorientierte Erstaufnahmeeinrichtung geschlossen und es geht nun nur noch um die Übergabe des südlichen Bereiches. „Es ist so ähnlich, wie wenn eine Wohnung übergeben wird, nur eben in einem anderen Maßstab“, sagt Donaueschingens Stadtbaumeister Christian Unkel.

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Gemeinsam mit Tobias Butsch ist er Geschäftsführer der Konversions- und Entwicklungsgesellschaft (KEG), die eigens für die Umwandlung des ehemaligen Militärgeländes in eine zivile Nutzung gegründet wurde. So müssen beispielsweise viele Zähler abgelesen und Nebenkostenrechnungen erstellt werden. „Es geht auch um die Entsorgung von beweglichen Gegenständen, denn es ist eine besenreine Übernahme ausgemacht“, fügt Tobias Butsch hinzu.

  • Bauplätze im Norden: Am 30. Juni ist dann die offizielle Übergabe – wie es zwischen Land, Bund und Stadt im März 2017 abgemacht worden ist. Damit wird es keinen Zeitraum geben, in dem die Stadt im kompletten Besitz des ganzen Konversionsareals ist. Denn im nördlichen Bereich sind bereits die meisten Grundstücke der 14 Einzelhaus-Bauplätze verkauft. „Die ersten Baugenehmigungen sind bereits erteilt, sodass dort die neuen Besitzer auch schon mit dem Bau beginnen können. Aktuell sind noch drei Bauplätze übrig – angesichts des Losverfahrens am Anfang, das erst im März dieses Jahres stattgefunden hat, für alle ein wirklich zufriedenstellendes Ergebnis. Und während die KEG-Geschäftsführer sich optimistisch zeigen, dass auch die letzten drei Bauplätze bald verkauft sind, könnte der OB auch damit leben, wenn er noch ein bisschen Reserven bei den städtischen – und vor allem zentrumsnahe – Bauplätzen hätte.
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  • Kindertagesstätte: Ein Leuchtturm entsteht aktuell schon im nördlichen Bereich. Hier baut die Stadt selbst: eine Kindertagesstätte für 5,7 Millionen Euro. 80 Kinder sollen hier betreut werden und noch vor der Einweihung liegen zahlreiche Anmeldungen vor. Laut Hubert Romer, Amtsleiter Bildung und Soziales, sieht es aktuell so aus, als ob zum neuen Kindergartenjahr gleich alle fünf Gruppen in Betrieb genommen werden könnten. Doch aktuell wird noch an der Kindertagesstätte, die aus drei Häusern in Holzbauweise besteht, gebaut. „Von außen sieht man aktuell nicht viele Fortschritte, da wir am arbeitsintensiven Innenausbau sind“, erklärt Unkel. Bei der Gebäudetechnik müssten verschiedene Gewerke wie Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektrik koordiniert werden. Leichtbauwände werden montiert und der Estrich eingebracht. Die bei der Holzbauweise so wichtigen Blower-Door-Tests, mit der die Luftdichtheit des Gebäudes überprüft wird, sind abgeschlossen und Unkel mehr als zufrieden mit den Ergebnissen. „Wir sind weit unter den Normwerten und kommen fast an ein Passivhaus heran. Mit lokalen Handwerkern kann man eben viel bewegen.“ Und eine weitere gute Nachricht hat er auch noch: Aktuell läuft die Baustelle sowohl im Kosten- als auch im Zeitrahmen. „Natürlich kann es immer noch sein, dass ein Unternehmen wegen Corona unter Quarantäne gestellt wird. Dann müssen wir echt schauen“, so Unkel.
  • Realschule: Einen gewaltigen Strich hat die Pandemie aber jetzt bereits durch die Planungen für den Realschulneubau gemacht. Hier war die Stadt aktuell bei den Vergaben für die Planungen. Aufgrund der Summe – beim Realschulneubau wird von Investitionen um die 30 Millionen Euro gesprochen – musste allerdings europaweit mit den entsprechend strengen Vorgaben ausgeschrieben werden. „Es war alles bereit für die Gespräche und dann kam Corona„, erklärt Unkel. Und man könne rechtlich nicht einfach Büros ausschließen, nur weil sie sich beispielsweise in Quarantäne befinden. Das bedeutet: ohne Plan keine Vorplanungen und ohne Vorplanungen keine Kostenschätzung.
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  • Doppel- und Reihenhäuser: Rund 11.000 Quadratmeter Fläche sind im mittleren und nördlichen Bereich für Doppel- und Reihenhäuser vorgesehen. Hier läuft aktuell die Vermarktung, Interessenten hätten bereits ihre Konzepte präsentiert. Diese gilt es zu sichten und letztendlich müssen sie auch durch den KEG-Aufsichtsrat. „Für den Laien sind die Unterschiede vielleicht nicht all zu groß“, sagt Unkel und Butsch fügt hinzu: „Aber es kommt schon darauf an, wie Straßen angelegt werden, wie das Verhältnis zu Doppel- und Reihenhäusern ist und auch ob ein Reihenhaus drei oder gar sechs oder sieben Einheiten hat. Da gibt es schon sehr viel Spielraum.“ Städtebaulich liegen die beiden KEG-Geschäftsführer dann doch auf einer Linie und Vergnügen beim Sichten der Konzepte haben sie allemal. „Wenn es konkret wird, dann macht es richtig Spaß und man entwickelt direkt mit“, sagt Unkel.
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  • Der Süden: „Bislang haben wir das Gebiet von Norden nach Süden entwickelt. Ab Juli können wir es auch von Süden nach Norden entwickeln“, erklärt Butsch. Markant sind hier vor allem der ehemalige Exerzierplatz und die beiden Sandsteingebäude, die unter Denkmalschutz stehen. Vorstellbar ist hier vieles – außer störendes Gewerbe. Die Ideen reichen von Wohnungen, sozialen Einrichtungen, Mehrgenerationen-Angeboten oder nicht störendem Gewerbe. Investoren gebe es und auch Ideen. Doch wie sieht es mit der Vision der Stadt aus. „Wenn wir dies oder das fordern, obwohl wir genau wissen, dass es sich nicht verwirklichen lässt, dann macht es auch kein Sinn, das zu fordern“, erklärt Unkel, der sich wünschen würde, dass ein Investor das komplette U um den Exerzierplatz, der zum Bürgerpark werden soll, entwickelt. „Wenn jemand den Mut hat ein Gebäude mit 2000 oder 4000 Quadratmeter Nutzfläche zu entwickeln, wieso soll er dann nicht auch den Mut haben, sich gleich an mehreren Gebäuden zu verwirklichen?“, fragt der KEG-Geschäftsführer. Ein Investor oder mehrere – der OB möchte sich da noch nicht festlegen. „Es liegt im städtebaulichen Interesse, hier etwas besonderes zu realisieren. Es kommt nicht darauf an, möglichst schnell zu verkaufen, egal was kommt“, sagt Pauly.
  • Sozialer Wohnungsbau oder kostengünstige Mietwohnungen: Ein Thema, das nicht nur dem Gemeinderat am Herzen liegt, sondern auch der KEG-Geschäftsführung. „Wir sind im Kontakt mit entsprechenden Investoren und je weiter wir nach Süden kommen, um so interessanter werden für diese die Flächen“, sagt Butsch. Wenn ein Gebäude 4000 Quadratmeter Nutzfläche hätte, könne man da viel entwickeln, ebenso im Geschossbau.

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