Soll das Ein-Euro-Ticket für den Stadtbus beibehalten werden? Lange haben die Stadträte darüber im Juli 2018 diskutiert und obwohl sich der Betreiber, die Verkehrsgesellschaft Bregtal deutlich für die Beibehaltung der von der Stadt subventionierten Fahrkarten ausgesprochen hatte, wurde das Ticket zum 1. Oktober des vergangenen Jahres eingestellt.

Bild: Schönlein, Ute

Reichlich knapp fiel die Entscheidung damals aus: Die GUB, die Grünen und die SPD, sowie CDU-Stadtrat Johannes Fischer stimmten für die Beibehaltung des Ein-Euro-Tickets. CDU und FPD, sowie OB Erik Pauly stimmten gegen den GUB-Antrag, das Ein-Euro-Ticket bis zur Einführung eines Kurzstreckentarifes und dem Zehner-Karten-Modell beizubehalten. CDU-Stadträtin Maria Schmitt enthielt sich. Am Ende stand es 15 gegen 15 Stimmen, womit der Antrag abgelehnt und das Ein-Euro-Ticket abgeschafft wurde.

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Zahlen zeigen Auswirkungen

Nun veröffentlicht die Stadtverwaltung erstmals Zahlen, die deutlich die Auswirkungen zeigen, dass Erwachsene nun den VSB-Tarif bezahlen müssen, der 2,30 Euro beträgt – auch wenn man beispielsweise nur von der Siedlung in die Innenstadt möchte. Doch scheinbar schreckt der Preis dann doch einige, die gern für einen Euro gefahren sind, davon ab, in den blauen Bus zu steigen. Denn wurden im September des vergangenen Jahres, dem letzten Monat, in dem noch das Ein-Euro-Ticket verkauft wurde, noch 3588 Einzelfahrscheine verkauft, fiel die Zahl mit der Abschaffung im Oktober auf 1723 Einzelfahrscheine. Für Dezember 2018 waren es dann nur noch 1251 Einzelfahrscheine, das schlechtest Ergebnis seit Einführung des Donaubusses.

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Bester Monat war der März

Zwar muss auch berücksichtigt werden, dass der Dezember beispielsweise Weihnachten und Urlaubszeiten beinhaltet, aber selbst in den Sommerferien, wo viele auch nicht da sind oder doch lieber Fahrradfahren oder zu Fuß gehen, lag die Zahl der Einzelfahrscheine für Erwachsene deutlich höher. Der beste Monat war übrigens der März 2018, in dem 4359 Einzelfahrscheine für Erwachsene verkauft wurden.

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Nicht aufzufangen

Doch es ist nicht so, dass alle, die einst mit dem Ein-Euro-Ticket unterwegs waren, den Donaubus nicht mehr nutzen. Denn bei den Tages-Tickets, die für eine Tarifzone 4,50 Euro kosten, steigen die Zahlen nach der Schaffung der subventionierten Karten durchaus an. Waren es im September 2018 noch 26 Tagestickets, wurden im Oktober 315 Stück verkauft und auch noch im Dezember waren es 282 Tagestickets. Doch auch mit der Steigerung der Tagestickets kann der Rückgang der Einzelfahrkarten nicht aufgefangen und kompensiert werden.

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Der Abo-Bereich bleibt stabil

Keine großen Schwankungen sind hingegen im Abobereich zu verzeichnen: Stabil werden durchschnittlich pro Monat 144 Abo-Cards für Erwachsene, 805 Monats-Cards für Schüler und 45 Abo-Cards für Azubis verkauft. Allerdings hat sich die Zahl der Abo-Cards für Senioren verdoppelt: Von 21 Stück im Oktober 2017 bei Einführung des Stadtbusses bis auf 41 Stück im Dezember 2018.

Aktionen gegen den Rückgang

Um den Rückgang der Einzelfahrten kompensieren zu können, soll es in diesem Jahr wiederholt eine Aktion geben: So gibt es in der Tourist-Information zu bestimmten Zeiträumen 15 Fahrkarten, wovon aber nur zehn bezahlt werden müssen. Die Idee geht auf einen Vorschlag der SPD zurück, darüber abgestimmt hat der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung allerdings nicht. Vor allem in der GUB dürfte man das mit großem Erstaunen vernehmen, war doch vor gut einem Jahr ihr Vorschlag, eine Zehnerkarte einzuführen, abgelehnt worden. Eine solche Aktion könnte nicht kurzfristig umgesetzt werden, da gleich drei Verkehrsverbünde einem solchen neuen Ticket zustimmen müssten.

Der Donaubus hat die Stadt im vergangenen Jahr 636 289 Euro gekostet

Wie viel kostet der Donaubus? Diese Frage war in der Vergangenenheit immer wieder in den Diskussionen gestellt worden. Nun gibt es eine konkrete Zahl: 636 289 Euro waren es im vergangenen Jahr.

  • Zuschuss an den Betreiber: 289 500 Euro wurden dem Linienbetreiber, der Verkehrsgesellschaft Bregtal (VGB) zugesichert. Dieser Zuschuss ist fix und unabhängig von den Fahrgastzahlen bemessen, so dass die finanziellen Risiken nicht bei der Stadt liegen. Vielmehr ist laut Stadtverwaltung auch bei einer entsprechenenden Steigerung der Fahrgastzahlen eine Rückzahlung an die Stadt möglich. Allerdings hat die VGB auch nur einen Vertrag, der bis 21. Dezember 2020 gilt. Demnächst soll mit den Verhandlungen über eine Fortsetzung begonnen werden. Aus Sicht der Stadt Donaueschingen wäre es ein Erfolg, wenn der bestehende Vertrag um sieben Jahre forgeführt werden würde.
  • Werbung, Marketing, Sach- und Dienstleistungen: Stadtbusplaner Willi Hüsler hatte stets darauf hingeweisen, dass eine Steigerung der Fahrgastzahlen insebsondere auch von der Werbung und dem Marketing abhänge. Deshalb wurde im vergangenen Jahr viel auf dieses Instrument gesetzt. Laut Verwaltung wurde das Budget von 233 000 Euro eingehalten. 2019 soll jedoch deutlich weniger ausgegeben werden, denn im Haushalt sind nur 50 000 Euro für die Werbung vorgesehen.
  • Personalkosten: Damit der Fokus im Rathaus auch richtig auf den Stadtbus gelegt werden kann, wurde eine befristete Stelle geschaffen und 55 270 Euro bereitgestellt. Die ursprüngliche Besetzung war allerdings nicht ganz so erfolgreich, noch in der Probezeit trennte sich das Rathaus von der eigens eingestellten Mitarbeiterin. Mittlerweile hat Vera Moßbrucker die Aufgabe übernommen, die im Rathaus auch noch für andere Aufgaben verantwortlich ist.
Stephanie Jakober