Manchmal braucht es neue Ideen für alte Gebäude: Die Orangerie, die die Einfahrt zum Schloss beim Lammtor säumt, fristete in den vergangenen Jahren eher ein trübes Dasein. Was tun mit dem historischen Gebäude, das unter Denkmalschutz steht? Der längliche und schmale Grundriss und auch die Tatsache, dass das Gebäude im Winter nicht beheizt werden soll, machten die Suche nach einer neuen Nutzung für das Gebäude zur Herausforderung. Gut 20 Jahre stand das Gebäude, das von 1846 bis 1866 nach den Plänen des Architekten Theodor Diebold errichtet wurde, leer.

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Doch Fürstin Massimiliana zu Fürstenberg hat eine Idee, die nun langsam Gestalt annimmt. Schließlich soll das Gebäude nicht nach und nach verfallen, weil es nicht genutzt wird. "Wir werden die Orangerie mit dem Denkmalschutz wieder komplett herrichten", erklärt Kerstin Tritschler vom Fürstenhaus die Idee der Fürstin. Anschließend soll das Gebäude von April bis Oktober für sogenannte Pop-up-Stores vermietet werden. "Das Konzept kennt man aus großen Städten", so Tritschler. Leerstehende Geschäftsräume werden zeitweise vermietet.

Natürlich geht es nicht um irgendwelchen Ramsch-Verkauf

"Es soll dort Sachen geben, die man sonst nirgendwo verkaufen kann." Beispielsweise könnte ein Maler, der sich aber noch kein eigene Galerie leisten könnte, versuchsweise einen Raum mieten und einfach einmal testen, wie seine Idee ankommt. Das gilt natürlich auch für andere Bereiche – Möglichkeiten gibt es viel.

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Durch den Wechsel soll auch ständig etwas Neues geboten werden, sodass sich die Orangerie nicht nur für Touristen, die die benachbarte Donauquelle besuchen, anbieten, sondern sie soll auch ein Treffpunkt für die Donaueschinger werden. "Idee ist es, dass wir den Bereich dort aufwerten." Ob es bereits für eine Eröffnung im Sommer reicht, ist noch ungewiss, denn es bedarf auch vieler Genehmigungen und der Denkmalschutz ist involviert.

Stadt unterstützt die Pläne des Fürstenhauses

Aber die Pläne für den Brandschutz sind schon fertig und auch die Stadt hat für das Vorhaben grünes Licht gegeben. Denn in den 1990er Jahren wurde der zentrale Versorgungsbereich für die Innenstadt definiert, der regelt, welche Waren außerhalb dieses Bereiches verkauft werden können. Und der definierte Bereich geht bis zur Straße "An der Stadtkirche", sodass die Orangerie knapp außerhalb liegt. "Bei den Plänen handelt es sich um eine positive Perspektive, die wir gerne unterstützen", sagt Bürgermeister Bernhard Kaiser. Das sieht auch der Bauausschuss so und hat sein Einverständnis gegeben.

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Die Organierie

Fürst Karl Egon II. zu Fürstenberg ließ das Gewächshaus, das auch auch Palmenhaus genannt, wurde von 1846 bis 1866 nach den Plänen des Architekten Theodor Diebold errichten. Das zweigeschossige Gebäude mit einem extrem länglichen Grundriss hatte auf der südlichen Langseite einen eingeschossigen Glasanbau mit Pultdach. Die schmalen Seiten und die nördliche Wand sind massiv gemauert, doch die Südwand besteht im hochgezogenen Erdgeschoss aus einer filigrane Konstruktion aus schlanken hohen Metallsäulen. Der Glasanbau wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.