Betritt man Schnekenburgers Hofladen am rechten Ortseingang von Donaueschingen kommend, so wird man vom frischen Backduft empfangen. Wirft man dazu einen Blick auf die Auslage mit dem umfangreichen Backsortiment, gerät man unweigerlich in eine Art Glücksstimmung, die durch die lockere und freundliche Atmosphäre im Laden noch verstärkt wird. Gut gelauntes Einkaufen ist hier also garantiert.

Wenn Schnekenburgers Hofladen seine Pforten öffnet, gibt es nicht nur ofenfrische Backwaren, sondern auch jede Menge Gespräche mit der Kundschaft. Der persönliche Kontakt kommt bei allen gut an, so macht das Einkaufen eben Spaß. Von links Gisela Büttner, Isabella Bayer, Martina Schnekenburger und Franzuska Dannecker. Bilder: Gabi Lendle
Wenn Schnekenburgers Hofladen seine Pforten öffnet, gibt es nicht nur ofenfrische Backwaren, sondern auch jede Menge Gespräche mit der Kundschaft. Der persönliche Kontakt kommt bei allen gut an, so macht das Einkaufen eben Spaß. Von links Gisela Büttner, Isabella Bayer, Martina Schnekenburger und Franzuska Dannecker. Bilder: Gabi Lendle

Martina Schnekenburger hat vor rund 15 Jahren ihren Hofladen in der früheren Garage des landwirtschaftlichen Familienbetriebes eröffnet. Damals hatte die ortsansässige Bäckerei ihr Geschäft geschlossen, diese Lücke wollte Martina Schnekenburger füllen. Denn die gelernte Dorfhelferin und Mutter dreier Kinder hatte schon immer eine große Leidenschaft fürs Backen.

Das könnte Sie auch interessieren

Obwohl sie erst einmal ganz klein anfangen wollte, musste ein Backofen her – und zwar ein Holzbackofen nach alter Tradition. Ein fachgerechter Ofensetzer erfüllte ihren Wunsch auf ganz individuelle Art und mauerte in ihre Backstube ein beeindruckend großes Exemplar. Mit diesem musste sie sich erst einmal anfreunden und seine Tugenden und Fähigkeiten kennenlernen.

Weil dieser keinen Knopf hat, um die Hitze hoch oder runter zu drehen, brauchte es schon das nötige Fingerspitzengefühl und Erfahrungswerte für die richtige Temperatur. Um diese zu erreichen, wird drei Stunden vorher eingeheizt. „Wenn ich backe, ist der Ofen mein Arbeits-Partner und es funktioniert richtig gut zwischen uns beiden, wenngleich er auch manchmal für kleine Überraschungen sorgt“, erzählt Martina Schnekenburger, die allerhand Köstlichkeiten aus dem großen Bauch des Ofens holt.

Ganze Schubkarre voller Holz

Inzwischen ist ihre Backkunst über die Grenzen von Aasen hinaus so beliebt geworden, dass sie das ganze Geschäft nicht mehr allein bewältigen kann. Drei Aushilfskräfte unterstützen sie zu unterschiedlichen Zeiten in der Backstube und im Verkauf. Eine ganze Schubkarre voll Buchenholz oder anderem Hartholz stellt ihr Mann Ralf an jedem Backtagen vor die Tür. Er ist Vollerwerbslandwirt mit Grünland und Ackerbau. Gebacken wird freitags und samstags und anschließend ofenfrisch verkauft. Im Sommer hilft Martina Schnekenburger ihm auf dem Feld.

Das umfangreiche Backsortiment lässt keine Wünsche offen und kommt frisch aus dem Holzofen. Der Duft ist verführerisch und verfehlt seine Wirkung nicht, denn bis zum Ladenschluss ist meist alles verkauft.
Das umfangreiche Backsortiment lässt keine Wünsche offen und kommt frisch aus dem Holzofen. Der Duft ist verführerisch und verfehlt seine Wirkung nicht, denn bis zum Ladenschluss ist meist alles verkauft.

Ihre Spezialität ist natürlich das Holzofenbrot, das als Bauernbrot, in verschiedenen Dinkelvarianten oder als Mehrkornbrot seine Anhänger hat. Das Mehl stammt von der Baar aus der Strommühle in Bisingen. 35 Brote können auf einen Schwung in 40 bis 50 Minuten gebacken werden, meist sind es an den Backtagen jeweils bis zu 60 Brote. Sie kommen zuerst in den Ofen, weil dann die größte Hitze vorherrscht. Doch das Sortiment ist unglaublich groß. Jede Menge Hefezöpfe mit Nuss, Rosinen oder pur, Schneckennudeln, sagenhafte Berliner um die Fasnetszeit, verschiedene Kuchen je nach Saison (immer beliebter werden die kleinen Torten oder Kuchen), Dauergebäck aus Mürbeteig als bunte, schokogefüllte Bärchen oder Schäfchen für groß und klein und mehr werden im Holzbackofen mit viel Liebe gebacken.

Nusszöpfe oder Bienenstich

Der Hofladen ist freitags von 14 bis 18.30 Uhr und samstags 8 bis 13 Uhr geöffnet, am Schluss bleibt selten etwas in den Regalen übrig. Die Verkaufsschlager neben den Broten sind Nusszöpfe, die ganzjährige Linzertorte sowie der leckere Bienenstich. In Bolkarts Hofladen in Donaueschingen kann man freitags Kuchen und samstags Zöpfe aus der Backstube von Martina Schnekenburger kaufen.

Einkauf mit Treffpunktcharakter

Die Kundschaft, die zum Teil sogar von Villingen, Bad Dürrheim und Tuningen kommt, schätzt vor allem, dass die Backwaren nach alten Rezepten hergestellt werden und nur so viele Zutaten wie nötig beinhalten. Und sie mögen das gemütliche Einkaufen mit Treffpunktcharakter, denn hier ist immer jemand, mit dem man sich unterhalten kann. „Das gehört bei uns einfach dazu.

Dabei ist unsere Kundschaft nicht nur weiblich, sondern es kommen sogar ausgesprochen gerne Männer zu uns“ erzählt Martina Schnekenburger. Zu kaufen gibt es hier noch mehr. Der Apfelsaft stammt von den eigenen Bäumen oder wird zugekauft, mit etwas Glück kann man auch Eier von den etwa 20 hofeigenen Hühnern ergattern. Vom Metzger aus Oberbaldingen kommt die geräucherte Hausmacher Wurst, auch in Dosen. Im Regal stehen noch Nudeln, Spätzle, Pesto, Honig und Kartoffeln aus der Region.