„Stell Dir vor es ist Bräunlinger Marathon und keiner geht (darf) hin!“. Das Laufspektakel, dass sich in den vergangenen Jahren immer größerer Beliebtheit erfreute und Tausende von Läufer aller Altersklassen am Lauf-Wochenende nach Bräunlingen gelockt hat, fiel in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer.

Um die Stadthalle herum herrschte „Totenstille“

Schon am Samstag herrschte „Totenstille“ in und um den Platz der Stadthalle, hier wären normalerweise die Schüler- und Firmen – , sowie die Nordic Walking Läufe, und der Wettstreit um den zehn Kilometer Lauf gewesen. Auch für dieses Jahr hatten sich die Verantwortlichen um ihren Marathonchef Frank Kliche wieder Neues ausgedacht, so sollten beispielsweise die Läufer mit dem Ringzug zum Marathon gebracht werden, und das kostenlos.

2020 am Marathon-Wochenende: Gähnende Leere im Startbereich. Läufer machen sich nur vereinzelt auf den Weg.
2020 am Marathon-Wochenende: Gähnende Leere im Startbereich. Läufer machen sich nur vereinzelt auf den Weg. | Bild: Müller, Roger

Man wollte hier der Nachhaltigkeit Rechnung tragen, auch dem Einweggeschirr für die zahlreichen Besucher wollte- bzw. wird man hoffentlich – wenn die Laufveranstaltung wieder wie bisher ausgetragen werden kann – in den kommenden Jahren Einhalt gebieten.

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Aber alles kam anders in 2020. Keine aufgeregten Kinder am Sonntag beim Bambinilauf, der Geruch von einer Wolke Massageöl die über den Läufern am Sonntagmorgen kurz vor dem Start schwebte, blieb ebenfalls aus. Auch die zahlreichen Helfer blieben am vergangenen Wochenende „arbeitslos“, – den einen freute es, der ein oder andere nahm es wohl mit Wehmut, stecken doch viele ihr Herzblut in das Ehrenamt beim Bräunlinger Laufspektakel.

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Es blieb ruhig im kleinen Zähringerstädtchen am Wochenende, wo sich im letzten Jahr noch über 3000 Athleten einfanden, hinzu kamen noch viele Zuschauer, im Zielbereich, bzw. an der Marathonstrecke. Bleibt zu hoffen, dass in 2021 wieder die Läufer in Bräunlingen starten dürfen, doch das ist nicht abhängig von den Marathonmachern, sondern einzig allein dem Virus namens Covid 19, dem dann hoffentlich Einhalt geboten werden kann. Anmelden für den 53. Schwarzwald-Marathon, der dann am 9. und 10. Oktober 2021 stattfinden soll, nimmt die Laufsportgemeinschaft, die die Großveranstaltung Jahr für Jahr organisiert, jetzt schon entgegen – in der Hoffnung, dass sie dann wieder ein tolles Laufwochenende bieten können.

Der Schwarzwaldmarathon strahlt weit in die Region hinaus

Neben der Kilbig und dem Straßenmusiksonntag gehört der Schwarzwaldmarathon zu den drei Bräunlinger Veranstaltungen, die weit in die Region hinausstrahlen.

  • Die Geschichte: Den Anstoß, einen Marathon im südöstlichen Schwarzwald zu veranstalten, gaben 1967 eidgenössische Langstreckenläufer. Roland Mall hatte als Vorsitzender der Sportvereinigung Donaueschingen zunächst einen 100-Kilometer-Lauf im Sinn. Doch dies scheiterte an den ungenügenden Wegverhältnissen. Mall setzte auf den Marathon. 1968 durften hier erstmals auch Frauen starten, der Schwarzwaldmarathon ist der älteste Frauenmarathon weltweit. 1972 ein weiteres Novum: die elektronische Erfassung. 1995 wurde erstmals ein Zehn-Kilometer-Schnupperlauf organisiert. Ein weiterer wichtiger Schritt erfolgte 2004, als der Schwarzwaldmarathon erstmals zweitägig ausgetragen wurde. Am Samstag wurde Walking, Nordic-Walking und der Zehn-Kilometer Straßenlauf ausgetragen, am Sonntag der Bamibilauf, Halb-Marathon und der Marathon.
  • Die Strecke: Lediglich 20 Prozent sind asphaltiert, 80 Prozent sind Waldwege. Bis zum Kilometer 21 steigt die Strecke an, danach fällt sie wieder ab. Der höchste Punkt liegt auf 984 Metern. Besonders die Nähe zur Natur und die vielen Wald- und Feldwege kommen bei den Läufern immer sehr gut an.
  • Der Vergleich: Der Bräunlinger Schwarzwaldmarathon ist nach dem Essener Marathon „Rund um den Baldeneysee“ und dem Göltzschtal-Marathon die drittälteste Marathonveranstaltung in Deutschland, die noch stattfindet. (rom)

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