Manchmal ist es doch wie verhext: Da öffnet das Panoramabad coronavirusbedingt mit mehrwöchiger Verspätung – und dann spielt das Wetter nicht so richtig mit. Immer wieder verdunkeln am Donnerstag Wolken den Himmel, auch eine Stunde nach Start des Badebetriebs lässt sich kein Besucher blicken. Damit bietet sich Cilly Nakowitsch-Scherer die Möglichkeit, im Sportbecken einige Bahnen zu ziehen. Eigentlich ist sie mit ihrem Mann Gerhard Scherer dafür eingeteilt, die Anzahl der Schwimmer in den beiden großen Becken zu überwachen. Doch wo keine Badegäste, da auch keine Kontrollaufgaben.

Ohne diese Regeln geht‘s bei einer Pandemie einfach nicht.
Ohne diese Regeln geht‘s bei einer Pandemie einfach nicht. | Bild: Niederberger, Holger

Das Ehepaar Scherer gehört zu den Aktivis, einer Rentner-Gruppe, die sich immer wieder für die Gemeinschaft einsetzt. Im Panoramabad haben die aktiven Ruheständler die Aufgabe übernommen, gelbe und orange Bändel an die Besucher auszugeben. Von den orangenen Bändeln gibt‘s 50, von den gelben 88 – weil sich nicht mehr Gäste gleichzeitig im Schwimmer- beziehungsweise Nichtschwimmerbecken aufhalten dürfen. Wer ein Becken verlässt, gibt seinen Bändel wieder ab. Der wird dann desinfiziert, bevor er an den nächsten Badegast ausgegeben wird.

Mit ihm ist gut anzu-bändeln: Gerhard Scherer von den Aktivis kontrolliert mithilfe von Plastikbändeln, wie viele Schwimmer sich in den Becken aufhalten.
Mit ihm ist gut anzu-bändeln: Gerhard Scherer von den Aktivis kontrolliert mithilfe von Plastikbändeln, wie viele Schwimmer sich in den Becken aufhalten. | Bild: Niederberger, Holger

Wie viele Wasserhungrige haben sich für den Premierentag angemeldet? Hauptamtsleiterin Nicole Schautzgy ist vor Ort, klappt das Notebook auf und schaut im Onlinereservierungssystem nach. Bis 13 Uhr waren es 28 Bürger, die ein Ticket geordert hatten. Eine Frau spricht die Rathaus-Mitarbeiterin im Eingangsbereich an und beklagt sich über die Zutrittsregelung, die in ihren Augen „doch sehr kompliziert“ sei. Geduldig beantwortet Schautzgy jede Frage, auch die, ob man sein Geld zurück erhält, wenn man sich zwar angemeldet hat, dann aber aus welchem Grund auch immer verhindert ist. Die Antwort: „Natürlich, es wird zurück überwiesen.“

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500 Badegäste sind maximal auf dem Panoramabad-Gelände zugelassen. Da das Onlinereservierungssystem in Echtzeit mithilfe von QR-Codes arbeitet, kann jeder potenzielle Badegast sehen, ob für ihn noch Platz ist. Sprich: Wenn das Bad voll belegt ist und der 500. Gast verlässt es, dann zeigt das System sofort an, dass jetzt eine neue Wasserratte willkommen ist. Die Erfahrung aus den vergangenen Jahren zeigt: Mehr als 500 Badegäste bevölkern das Panoramabad nur an heißen Wochenenden. Sympathisch die Regelung, dass sich Besucher die komplette Betriebszeit (12 bis 19 Uhr) im Freibad aufhalten dürfen. In vielen Bädern der Umgebung ist die Badezeit auf drei Stunden reglementiert.

Die letzten Handgriffe kurz vor der Öffnung: Ralf Martin (links) und Richard Mantel vom Bauhof hängen einen Übersichtsplan auf.
Die letzten Handgriffe kurz vor der Öffnung: Ralf Martin (links) und Richard Mantel vom Bauhof hängen einen Übersichtsplan auf. | Bild: Niederberger, Holger