Der 7. März 1987 wird für die Entwicklung der Stadt Blumberg mit der Einweihung der neuen Sporthalle immer ein gesellschaftlicher Meilenstein bleiben. Unter der Planung der beiden Blumberger Architekten Hans Thoma und dem verstorbenen Gerhard Ditsch wurden die Bauzeit mit dem Spatenstich im September 1985 sowie die kalkulierten Kosten von sechs Millionen Mark eingehalten. Für den Blumberger Bürgermeister Werner Gerber, der von 1963 bis Ende 1989 amtierte, war es vor allem für die damals 1200 Schüler sowie für die Hallensportvereine eine zukunftsweisende Investition.

So sieht die Eichbergsporthalle seit ihrem Wiederaufbau nach dem Brand im August 2003 aus.
So sieht die Eichbergsporthalle seit ihrem Wiederaufbau nach dem Brand im August 2003 aus. | Bild: Lutz, Bernhard

Dabei hatte der Sporthallenbau im Vorfeld für einige politischen Diskussionen gesorgt. In den Überlegungen war auch eine Mehrzweckhalle. Gegen einen Gemeinderatsbeschluss, statt der Sporthalle eine neue Festhalle zu bauen, lief die sportbegeisterte Blumberger Bevölkerung mit einer Unterschriftensammlung Sturm. Unter der Federführung der Handballabteilung des TSC Blumberg und deren Vorsitzenden Hermann Zorbach wurde der Stadthallen-Beschluss durch mehr als 2000 Unterschriften gekippt.

Stadtrat Hermann Zorbach, der frühere Vorsitzende der Handballer des TSC Blumberg.
Stadtrat Hermann Zorbach, der frühere Vorsitzende der Handballer des TSC Blumberg. | Bild: Archivbild: Bernhard Lutz

Nach intensivem Austausch wurde dann für die Sanierung der Stadthalle unter Führung des im Juli verstorbenen Ehrenbürgers Stefan Scherer ein Förderverein gegründet. In Eigenarbeit mit vielen ehrenamtlichen Helfern, bei denen die Stadt auch ihren Bauhof einbrachte, wurde unter der Führung von Stefan Scherer und Bauhofleiter Ludwig Sonntag die Stadthalle saniert und erweitert.

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Mit 15.000 freiwilligen Arbeitsstunden schafften die Helfer von 1984 auf 1985 das große Vorhaben in nur einem Jahr. Die Stadt sparte dadurch viel Geld für die Sanierung und hatte so die Mittel für den Bau einer eigenen Sporthalle.

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Für Blumberg bedeuteten diese ereignisreichen 1980er Jahre viel Reputation. Die Stadt verbuchte einen beispielhaften Imagegewinn.

Hans Thoma war neben Gerhard Ditsch einer der beiden Architekten für die erste Sporthalle. Unser Bild entstand im Februar 2016.
Hans Thoma war neben Gerhard Ditsch einer der beiden Architekten für die erste Sporthalle. Unser Bild entstand im Februar 2016. | Bild: Archivbild: Bernhard Lutz

Die neue Sporthalle nahm als großes Aushängeschild einen überregional, hohen Stellenwert ein. Mit einer Festwoche wurde das neue Schmuckstück mit zahlreichen Veranstaltungen würdig eingeweiht. Der heute 80-jährige Architekt Hans Thoma erinnerte sich gerne an die feierliche Eröffnung. In seiner Ansprache hatte er vor allem die hohen Verdienste von Bürgermeister Werner Gerber für diese visionäre Entscheidung hervorgehoben.

Eigene Halle bringt den Handballern mehr Zulauf

Für die Blumberger Vereine war die neue Sporthalle mit einem großen Aufschwung verbunden. Besonders die aufstrebenden TSC-Handballer profitierten von den optimalen Voraussetzungen. Unter Trainer Gerhard Scherer schafften sie in diesen Jahren den Durchmarsch von der Landesliga bis in die Oberliga.

Trainer Gerhard Scherer führte den TSC Handball in der neuen Halle bis in die Oberliga.
Trainer Gerhard Scherer führte den TSC Handball in der neuen Halle bis in die Oberliga. | Bild: Bild: Hans Herrmann

„Unserem erste Heimspiel wohnten im Rahmen der Festwoche fast 1000 Zuschauer bei,“ bleibt für den sportlichen Macher Gerhard Scherer diese Zeit unvergessen. Vor einer begeisterten Kulisse wurde der TSV Freudenstadt mit 27:20 besiegt. „Wir hatten besonders im Nachwuchs einen großen Zulauf. Der leider viel zu früh verstorbene Jugendleiter Bernd Frey war hier eine treibende Kraft,“ hebt Gerhard Scherer das Engagement seines Kollegen hervor.

„Mit der neuen Halle erreichte die TSC Handballer sportlich, wirtschaftlich sowie im gesellschaftlichen Ansehen einen absoluten Gipfel. Viele ehrenamtliche Helfer haben uns auf dem damaligen Erfolgsweg begleitet“, bleibt für den langjährigen TSC Vorsitzenden Hermann Zorbach diese Zeit unvergessen. Musste der Verein doch zuvor seit der Gründung 1972 seine Punktspiele in auswärtigen Hallen wie Immendingen, Donaueschingen, Bonndorf oder Stühlingen austragen. Außerdem erfuhr der Mädchen- und Damenhandball in dieser Zeit ebenfalls einen großen Zulauf.

Traumhafte Bedingungen für Tischtennisspieler

Auch der Tischtennisverein profitierte von den tollen Möglichkeiten. „Für uns war es eine vollkommen neue Welt. Spiel- und Trainingsmöglichkeiten mit bis zu 20 Platten oder der Service im Foyer waren für uns traumhafte Bedingungen,“ sagt das Ehrenmitglied und der langjährige Vorsitzende des TTC Blumberg, Gottfried Fleisch.

Das Ehrenmitglied des Tischtennisverein Blumberg, Gottfried Fleisch, erlebte für den Tischtennissport in der Sporthalle einen unvergessenen Aufschwung.
Das Ehrenmitglied des Tischtennisverein Blumberg, Gottfried Fleisch, erlebte für den Tischtennissport in der Sporthalle einen unvergessenen Aufschwung. | Bild: Bild: Hans Herrmann

Die Damen in der Oberliga und die Herren in der Verbandsliga schrieben in dieser Zeit Vereinsgeschichte. „Vor allem im Jugendbereich waren wir mit zahlreichen Mannschaften super aufgestellt,“ erzählt die heute 83-jährige Vereinsikone.

Turner gründen neue Gruppen

Die TSC-Abteilung Turnen registrierte in dieser Zeit ebenfalls einen Boom. „Wir hatten vollkommen neue Möglichkeiten und konnten viele zusätzliche Gruppen im Kinder- aber auch Frauenbereich gründen“, sagt Ehrenmitglied Annelore Knauff, die seit ihrem sechsten Lebensjahr nun fast sechs Jahrzehnte beim TSC Turnen aktiv ist. Für sie ist die Sporthalle ein zweites Zuhause geworden.

Halle ermöglicht spannende Fußball-Turniere

Auch die Fußballer des TuS Blumberg profitierten von der neuen Einrichtung mit attraktiven Hallenturnieren. Die Entscheidung, eine Rundumbande zu ermöglichen, wo die Hülsen in der Grundplatte installiert werden mussten, garantierte große Nachhaltigkeit. Unzählige Jugendturniere oder in den 1990er Jahren der Uhlsport-Cup, der sich zum größten Hallenturnier für aktive Mannschaften in Südbaden etablierte, bestätigten die Entscheidungsträger.

Das Ende: Die Halle geht in Flammen auf

Als 2003 mit dem Brand die Halle bis auf die Grundmauern zerstört wurde, war bei allen das Entsetzen groß. „Als ich nach dem Brandgeruch im Schlafanzug mit dem Fahrrad zu dieser Katastrophe fuhr, hatte ich Tränen in den Augen,“ erzählt uns Architekt Hans Thoma.

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Mit dem Neubau der neuen Eichbergsporthalle durch ein Architekten-Trio, das in vielen Bereichen auf den Plänen der ersten beiden Architekten, die mit im Team waren, aufbaute, fanden die Schulen und Vereine eine vor allem technisch hoch moderne neue Sportstätte. Und in der neuen Halle fanden sogar zwei herausragende Unterhaltungs-Abende der Stadtkapelle mit weiteren Akteuren und Gruppen statt.