Generationen von Schülern kennen das Geräusch und sie hassen es: Das Quietschen von Kreide auf einer Schultafel. Doch in Zukunft müssen sich Kinder und Jugendliche nicht mehr die Ohren zuhalten, Abhilfe ist in Sicht. An der Blumberger Realschule sollen Medientische und digitale Tafeln die wohlbekannten Schiefertafeln ablösen. Rektor Sven Dorn drückt ins Sachen Digitalisierung aufs Gas.

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Direkt nachdem Dorn im August 2019 in sein Amt als neuer Rektor der Blumberger Realschule eingesetzt worden war, trieb er die Digitalisierung voran. Damals lag die jüngste Digital-Investition für zwei Laptopwägen zwei Jahre zurück. Außerdem empfiehlt ein TÜV-Gutachten, elf konventionelle Schultafeln zu ersetzen. Dafür sind im Haushalt 11.000 Euro reserviert. Dorn will diese Summe aber auf keinen Fall dafür ausgegeben wissen, denn die Kreidezeit soll an der Realschule zu Ende gehen.

Ein Whiteboard ist im Unterricht vielseitig einsetzbar, die Tafel kann verschiedene digitale Anwendungen wiedergeben.
Ein Whiteboard ist im Unterricht vielseitig einsetzbar, die Tafel kann verschiedene digitale Anwendungen wiedergeben. | Bild: Peter Gerigk

Dass jedes seiner Klassenzimmer (ohne Fachräume) bald mit digitalen Tafeln und Medientischen (siehe Infokasten) ausgestattet sein wird, gilt als sicher, die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses des Gemeinderats haben diesen Wünschen im Februar dieses Jahres schon zugestimmt. Das letzte Wort hat aber der Gemeinderat bei seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 25. Juni, ab 18.15 Uhr in der Stadthalle.

Eine Schülerin einer sechsten Klasse steht vor einem Whiteboard. Das ist eine mit einem Computer verbundene digitale Tafel, an der man interaktiv arbeiten kann.
Eine Schülerin einer sechsten Klasse steht vor einem Whiteboard. Das ist eine mit einem Computer verbundene digitale Tafel, an der man interaktiv arbeiten kann. | Bild: dpa

Medientische und digitale Tafeln will Dorn nun durch mobile Endgeräte für die Lehrer ergänzt sehen. Sprich: Er schlägt vor, dass jeder Lehrer einen eigenen Laptop oder ein eigens Convertible bekommt. Covertibles sind Laptops, die sich über einen Klapp-, Dreh-, Schiebe- oder Klickmechanismus auch in Form von Tablet-Computern nutzen lassen. Er begründet diesen Vorstoß damit, dass im Gegensatz zu einer stationären Lösung (ein Laptop für jedes Klassenzimmer) mobile Endgeräte im ganzen Schulgebäude benutzt werden könnten und die Schule dadurch auch in Bezug auf die Möblierung „deutlich flexibler“ wäre. Mobile Geräte förderten obendrein den schülerzentrierten Unterricht statt des lehrerzentrierten, bei dem sich der Unterricht vor allem vor der Klasse abspiele. Und er nennt noch einen Vorteil: Mit der geplanten Einführung eines digitalen Klassenbuchs hätten die Lehrer die Möglichkeit, ihren Unterricht zeitnah zu dokumentieren und die Anwesenheit der Schüler zu prüfen.

Eine Lehrerin steht vor einen digitalen Schultafel auf der Bildungsmesse Didacta in der Messe Hannover.
Eine Lehrerin steht vor einen digitalen Schultafel auf der Bildungsmesse Didacta in der Messe Hannover. | Bild: Julian Stratenschulte

In diesem Zusammenhang erinnert der Schulleiter daran, dass die immer noch andauernde Corona-Pandemie gezeigt habe, dass die zeitgemäße Ausstattung einer Schule ein Muss im 21. Jahrhundert sei. Beim immer noch praktizierten Homeschooling arbeiteten seine Lehrerkollegen mit ihren privaten Endgeräten. Dies widerspreche jeglichen datenschutzrechtlichen Vorgaben. Doch zum Wohle der Schüler habe man dies einmalig akzeptiert, um sie im Wettbewerb mit den Schülern anderer Schulen nicht zu benachteiligen. Man stelle sich nur vor, die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs müssten beim Mähen der Liegewiesen im Freibad ihre eigenen Rasenmäher mitbringen ...

Was ist den Gemeinderäten jetzt wichtiger? Ein sparsamer Umgang mit den städtischen Finanzen oder eine modern ausgestattete Realschule? Ein Laptop pro Klassenzimmer verursacht Kosten von rund 126.000 Euro. Ein Laptop pro Lehrer schlägt mit circa 137.000 Euro zu Buche, ein Convertible pro Lehrer mit ungefähr 158.000 Euro.