Sieben Stunden mit hohem Unterhaltungswert, viele begeisterte Flaneure in der Oberstadt und damit ein großer Erfolg für die Veranstalter – das war die Stockacher Kulturnacht. Bis Mitternacht waren das Stadtmuseum im Kulturzentrum, die Bilderausstellung in der Volkshochschule (vhs) und das Seilermuseum geöffnet.

Aufstieg in den Zwiebelturm

Noch im Tageslicht gab es eine Führung auf den Turm der St. Oswaldkirche sowie eine Führung in der Baustelle. Für Messner Armin Buchner war es seine erste Führung; er erstieg mit über 30 Interessierten den Zwiebelturm.

Zwischen Absperrbändern und Malereimern findet die Baustellenführung in St. Oswald statt.
Zwischen Absperrbändern und Malereimern findet die Baustellenführung in St. Oswald statt. | Bild: Cornelia Giebler

Johannes Waldschütz, Leiter des Stadtmuseums Stockach, und Pfarrgemeinderatsmitglied und Baubeauftragter Stephan Kessler teilten sich die „Baustellenführung“: der eine übernahm den historischen Teil, der andere erläuterte die Renovierungsmaßnahmen, damit der Kirchenraum künftig den heutigen Anforderungen der Liturgie, den medialen Möglichkeiten sowie Veranstaltungen entsprechen soll.

Sybille Trefflich vor ihrem Lieblingsbild der Ausstellung in der Volkshochschule.
Sybille Trefflich vor ihrem Lieblingsbild der Ausstellung in der Volkshochschule. | Bild: Cornelia Giebler

In den Räumen der Volkshoschule eröffnete Frank Weigelt die Ausstellung „Das reinste Bunt“ mit Bildern von Sybille Trefflich. Die Vielfalt der Techniken, mit denen sie ihre meist großformatigen Bilder malt, zeigt die Experimentierfreude der Museumspädagogin.

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Eine Hommage an van Gogh ist ihr Bild „Mandelblüte“; ihr Lieblingsbild der Ausstellung, weil sich mit den aufgehenden Knospen auch der Beginn eines neuen Lebensabschnitt für sie verbindet. Das Saxophonquartett der vhs begleitete die Vernissage. Auch im Stadtmuseum gab es Musikgenuss mit einem Konzert des Bläserquartetts der Musikschule Stockach.

Seile aus der Handanfertigung

Im Seilermuseum zeigte Seilermeister Bernhard Muffler traditionelle Handwerkskunst. Neben seiner hochmodernen Fertigungshalle im Blumhof mit industrieller Seilfertigung stellt er in seiner Werkstatt an der Kirchhalde noch handgefertigte Naturseile her.

Faszinierend: Seilermeister Bernhard Muffel zeigt in seinem Museum „Lebendige Wekstatt“ die traditionelle Seilherstellung.
Faszinierend: Seilermeister Bernhard Muffel zeigt in seinem Museum „Lebendige Wekstatt“ die traditionelle Seilherstellung. | Bild: Cornelia Giebler

In atemberaubender Geschwindigkeit ließ er aus Flachsfasern die Seile entstehen. „Und warum haben diese unterschiedliche Stärken?“, fragte er die faszinierten Zuschauer. Nun, die benötige man zur Herstellung der Karbatschen, mit denen es manche Fasnachtszünfte ordentlich knallen lassen.

Viele Familien nehmen an der digitalen Stadtralley teil

Mit suchendem Blick, das Smartphone in der Hand, streiften Familien um das Alte Forstamt. Sie nahmen an der digitalen Stadtrallye teil; mit der kostenlosen App „Actionbound“, auf der die Veranstalter die „Schatzsuche“ durch die Oberstadt erstellt hatten. Wer das Lösungswort gefunden hatte, konnte mit Losglück gewinnen: Eintrittskarten, CDs, Einkaufstaschen und Bücher.

Die Stadtrallye auf dem Smartphone ist besonders für Kinder spannend.
Die Stadtrallye auf dem Smartphone ist besonders für Kinder spannend. | Bild: Cornelia Giebler

Ebenfalls Aktionen für Kinder gab es im Stadtmuseum und der Stadtbücherei. „Malen und Basteln rund um Miró“ hieß es im Stadtmuseum, wo es auch wieder Kinderführungen gab. Da Miró dem Betrachter seiner Bilder die Interpretation freistelle, „dürfe“ jeder seiner Phantasie Raum geben. Und die Kinder seien dabei sehr spontan und einfallsreich, erläutert Museumsleiter Waldschütz bei seiner Führung durch die Ausstellung.

Im Foyer des Kulturzentrums sorgen Corinna Bruggaier und Johannes Waldschütz auch für kulinarischen Genuss.
Im Foyer des Kulturzentrums sorgen Corinna Bruggaier und Johannes Waldschütz auch für kulinarischen Genuss. | Bild: Cornelia Giebler

Die von ihm angebotenen vier Kurzführungen fanden regen Zuspruch und machten Lust, an einer der großen Führungen teilzunehmen. Überhaupt waren die Besucher begeistert vom Ambiente der Kulturnacht. Das „Alte Forstamt“ war das Zentrum, das Foyer Treffpunkt und bot, ausgestattet mit bequemen Sitzgelegenheiten, die Gelegenheit, einmal Pause zu machen.

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Neben kulturellem gab es auch kulinarischen Genuss, mit ausgesuchten Weinen und Käse. Corinna Bruggaier und – in den Pausen zwischen den Führungen – auch Johannes Waldschütz schenkten aus, schnitten Käse und führten angeregte Gespräche mit den Besuchern.

Die Kulturamtsleiterin konnte ein positives Fazit ziehen: „Wir haben rund 400 Besucherinnen und Besucher gezählt. Für uns war es ein voller Erfolg und wir freuen uns sehr, dass der erste Schritt in Richtung Kulturnacht so gut aufgenommen wurde. Nächstes Jahr werden wir das auf jeden Fall fortsetzen und ausbauen.“