Der größte Arbeitgeber der Stadt, Eto Magnetic, wächst weiter und geht stark aus der Corona-Krise hervor. Das war eine der Botschaften, die Geschäftsführer Michael Schwabe beim Richtfest für ein neues Technikzentrum des Unternehmens am Firmensitz im Industriegebiet Hardt zu vermitteln hatte. Im zweiten Quartal dieses Jahres habe die Corona-Krise das Unternehmen zwar getroffen.

Doch der Oktober sei dann der stärkste Monat der Unternehmensgeschichte gewesen, so Schwabe, der auf Nachfrage auch eine Zahl verriet. Der Umsatz habe im Oktober 2020 die 40-Millionen-Marke überschritten. Und Umsatzpläne fürs nächste Jahr gibt es auch schon: Mehr als 400 Millionen Euro Umsatz sollen 2021 erzielt werden, was eigentlich schon für dieses Jahr geplant gewesen sei, so Schwabe. Die Corona-Krise verhinderte diese Pläne.

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Inzwischen wachse auch die Zahl der Mitarbeiter wieder. Weltweit habe das Unternehmen mit seinen acht Standorten (siehe Kasten) wieder etwa 2300 Mitarbeiter, Tendenz stark steigend. Allein am Stammsitz in Stockach seien knapp 1300 Menschen beschäftigt, sagte Schwabe am Rande des Richtfests. Der Platz, der im neuen Technikzentrum entsteht, sei daher auch dringend notwendig. 80 Prozent der 220 Arbeitsplätze in dem neuen Gebäude seien schon vergeben, obwohl der Einzug der Abteilungen erst für Mitte 2021 vorgesehen sei, so Schwabe in seiner Ansprache. Einziehen sollen bestehende Abteilungen, die wiederum Platz machen für weiteres Wachstum an anderen Stellen. Zehn Millionen Euro lasse sich das Unternehmen den Neubau inklusive der Einrichtung kosten, sagt der Geschäftsführer.

In dem Gebäude sollen Anlagen für die eigene Produktion entstehen

Ein großer Teil des Gebäudes soll dazu dienen, Anlagen für die eigene Produktion zu bauen. Viele Roboter und Automaten, die Eto weltweit in seinen Werken verwendet, würden hier gemacht. Deswegen könne man auch mit dem Lastwagen in die Halle fahren, um die Maschinen abzutransportieren. 3550 Quadratmeter sei das Gebäude groß, 2800 Kubikmeter Beton seien vor Ort verbaut worden – transportiert von Lastwagen, in denen höchstwahrscheinlich Eto-Technik eingebaut ist, so Schwabe in seiner Ansprache. Doch im Gebäude sollen auch Räume unter anderem für Ausbildung, Elektronik und Grundlagenforschung entstehen, sagt der Geschäftsführer.

Bauleiter Mario Mayr beim Richtspruch aus einem Fenster im Obergeschoss. Stilecht warf er danach das Glas zu Boden.
Bauleiter Mario Mayr beim Richtspruch aus einem Fenster im Obergeschoss. Stilecht warf er danach das Glas zu Boden. | Bild: Freißmann, Stephan

Das Coronavirus treibt Unternehmern aber nicht nur wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen die Sorgenfalten auf die Stirn. Es geht auch um die Gesundheit der Belegschaft. In dieser Hinsicht hat Michael Schwabe Erstaunliches zu vermelden. Ganze sechs Mitarbeiter hätten sich mit dem Coronavirus angesteckt, davon vier in Stockach. Diese seien erst in der jüngsten Zeit dazugekommen. Das Unternehmen teste viel. Und bei den Fällen, die man gefunden habe, sei klar, dass sie sich nicht bei der Arbeit angesteckt hätten.

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Unternehmen schaut auch gründlich auf die US-Wahl

Und noch ein Mega-Thema beschäftigt Unternehmen derzeit, nämlich die Präsidentenwahl in den USA. Durch die derzeitige Spaltung schwäche sich das Land selbst, so Schwabes Einschätzung. Deswegen wünsche er den Kollegen in den USA, dass sie wieder zur Geschlossenheit zurückfinden. Und die Weltpolitik hat auch Auswirkungen auf das Stockacher Unternehmen.

So wäre es für das Unternehmen besser, wenn die USA wieder dem Pariser Klima-Abkommen beitreten würden, sagt Schwabe. Denn Eto sei stark in umweltrelevanter Technik. Und auch für die Eto-Niederlassung in China hat die Weltpolitik Folgen. Durch US-amerikanische Strafzölle sei der Einkauf in den USA für chinesische Unternehmen vergleichsweise teuer geworden. Daher würden diese versuchen, diesen zu vermeiden. Und Eto baue die Kapazitäten im chinesischen Werk aus.

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