Schlimme Szenen auf der Autobahn 98 bei Stockach: Bei einem schweren Unfall am Mittwochvormittag ist eine 44-jährige Frau gestorben, die beiden anderen Insassen des Autos wurden schwer verletzt. Der Unfall geschah laut einer Mitteilung der Polizei gegen 11.30 Uhr auf dem Autobahnabschnitt zwischen der Anschlussstelle Stockach West und dem Autobahnkreuz Hegau in Fahrtrichtung Singen. Vor Ort, in der Nähe des Rastplatzes Nellenburg, bot sich ein schlimmer Anblick: Ein vollkommen demoliertes Autowrack lag an der Mittel-Leitplanke, Fahrzeugtrümmer waren weiträumig verteilt, Öllachen lagen am Boden. Die Szenerie zeigte die Wucht des Aufpralls.

Laut einer Mitteilung der Polizei vom frühen Abend war der Fahrer eines VW Polo auf der A 98 in Richtung Singen unterwegs. Unmittelbar hinter der Anschlussstelle Stockach-West kam es zu dem Zusammenstoß mit einem von hinten herankommenden Mercedes. Dessen 60 Jahre alter Fahrer war offenbar mit hoher Geschwindigkeit unterwegs. Das ist an dieser Stelle erlaubt, es gilt kein Tempolimit.

Der VW Polo geriet nach dem Zusammenstoß außer Kontrolle und überschlug sich, wie es in der Polizeimeldung weiter heißt. Dabei wurde die 44-Jährige aus dem Auto geschleudert und tödlich verletzt. Der 33 Jahre alte Fahrer des Autos und eine 26 Jahre alte Mitfahrerin wurden schwer verletzt. Der Fahrer wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Unfallklinik gebracht, die Mitfahrerin kam mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus.

„Die Unfallursache gilt derzeit als nicht geklärt“, heißt es in der Polizeimitteilung weiter. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft war aber ein Gutachter vor Ort, um den Hergang zu klären. Nach bisherigen Erkenntnissen steht der Zusammenstoß im Zusammenhang mit einem Fahrstreifenwechsel. Der 60 Jahre alte Mercedes-Fahrer wurde bei dem Unfall nicht verletzt. Beamte des Verkehrsdienstes aus Mühlhausen-Ehingen stellten bei der Unfallaufnahme laut der Mitteilung aber eine Alkoholisierung bei ihm fest. Der Mann musste in einem Krankenhaus eine Blutprobe abgeben, die Polizisten nahmen seinen Führerschein in Verwahrung.

Die Autobahn blieb in Fahrtrichtung Singen stundenlang für den Einsatz gesperrt. Erst gegen 15.30 Uhr konnte der Verkehr wieder freigegeben werden. Bis dahin hat sich ein langer Rückstau an der Anschlussstelle Stockach-West gebildet. Auch innerstädtische Routen waren vom Umleitungsverkehr betroffen. Denn der Verkehr wurde über die Landesstraße 194 nach Engen oder über die Bundesstraßen 313 und 34 nach Radolfzell geleitet.

Der Stau auf der Autobahn sorgte offenbar auch für Ungeduld bei manchen Autofahrern. Wie der Stockacher Feuerwehrkommandant Uwe Hartmann, der auch den Einsatz leitete, am Einsatzort erklärte, seien den Feuerwehrmitgliedern schon in der Autobahnauffahrt Fahrzeuge entgegengekommen, deren Fahrer offenbar auf der Autobahn gewendet haben, um durch die Rettungsgasse zur Auffahrt zurückzufahren. Erlaubt ist das nicht, bekräftigt auch ein Polizist vor Ort: Wenn die Autobahn gesperrt ist, müssen Fahrer, die im Stau festsitzen, Geduld haben.