Wie sieht es eigentlich hinter den Kulissen einer Straußenfarm aus? Wie wachsen die Tiere auf? Und auf welchem Weg landen Eier und Fleisch auf den Tellern der Konsumenten? Diese Frage möchte Ingrid Frick beantworten. Seit diesem Jahr gehört sie neu zu den Landwirtschaftsbetrieben, die im Rahmen des Projekts Lernort Bauernhof in Baden-Württemberg Schülern einen Einblick in die regionale Lebensmittelerzeugung ermöglichen.

Ingrid Frick gründete bereits 2012 gemeinsam mit ihrem Mann ihre Straußenfarm auf dem stillgelegten Bauernhof ihrer Schwiegereltern in Airach. Mittlerweile hält sie hier rund 130 Tiere, deren Fleisch, Eier und Federn sie verkauft. Seit einigen Jahren gibt sie zudem als Partnerin der Initiative Lernort Bauernhof Bodensee Hofführungen für Grundschulen und Kindergartenkinder. Ziel des Projekts ist es, den Schülern das Leben auf einem Bauernhof und die Produktion von Lebensmitteln im Landkreis Konstanz und dem Bodenseekreis näher zu bringen.

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Um nun auch in das Landesprojekt Lernort Bauernhof in Baden-Württemberg aufgenommen zu werden, nahm Ingrid Frick extra an einer Grundlagenschulung teil und besuchte Fachexkursionen, an denen Möglichkeiten zur Gestaltung der Hofbesuche vorgestellt wurden. Sie möchte jetzt neben Grundschul- und Kindergartenkindern auch älteren Schülern ihr Wissen vermitteln. Die Klassen, die die Straußenfarm besuchen, zahlen hierbei lediglich den Sachaufwand wie Straußenfedern oder Eierschalen, die sie nach der Veranstaltung mit nach Hause nehmen dürfen. Ingrid Fricks Arbeitsaufwand übernimmt das Landesprojekt.

Ingrid Frick mit zwei ihrer Strauße. Insgesamt leben mittlerweile rund 130 Tiere auf ihrer Farm in Airach.
Ingrid Frick mit zwei ihrer Strauße. Insgesamt leben mittlerweile rund 130 Tiere auf ihrer Farm in Airach. | Bild: Straußenfarm Hegau-Bodensee

Die Kinder werden während des Hofbesuchs auf der Anlage herumgeführt und dürfen selbst mit anpacken. Das helfe, ihnen das Thema näher zu bringen, erklärt Ingrid Frick: "Man lernt am besten, wenn man etwas sieht und selbst macht." Das sei im Rahmen des Projekts Lernort Bauernhof gut möglich. Die Schüler können so beispielweise Brennnesseln als Futter sammeln, zerkleinern und an die Küken verfüttern, wenn gerade die Zeit für Nachwuchs gekommen ist. Nebenbei erhalten sie durch Ingrid Frick und eine Angestellte einen Einblick in die Straußenhaltung und -aufzucht.

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In diesem und im nächsten Jahr soll der Schwerpunkt des Projekts bei der Straußenfarm auf dem Thema Fleisch liegen. Das sei wichtig, betont Ingrid Frick. Hierdurch könne das Bewusstsein geschärft werden, "dass hinter jedem Fleisch ein Lebewesen steckt und dass das kein billiges Lebensmittel ist". Sie wolle den Kindern klar machen, dass billiges Fleisch mit Massentierhaltung einher gehe und deshalb auch das Kaufverhalten der Konsumenten eine wichtige Rolle spiele. Um die Ernsthaftigkeit des Themas zu verdeutlichen, lässt Ingrid Frick die Schüler zum Beispiel den Platz abstecken, der einem Mastschwein im Durchschnitt zur Verfügung steht.

Sie möchte aber auch Erwachsenen einen Einblick in ihr Hofleben ermöglichen. Daher bietet sie regelmäßig eine Führung für alle an, die Interesse an Straußen und der Herstellung der Straußenprodukte zeigen.