Das geplante neue Feuerwehrhaus für Stockach kann am Hindelwanger Adler-Kreisel gebaut werden. Zu diesem Schluss kommt eine Machbarkeitsstudie des Architekturbüros Fiedler, die Jörg Fiedler in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vorgestellt hat. Zusammengefasst lautete seine Botschaft: Man kann die notwendigen Flächen auf dem Grundstück unterbringen, doch dann gebe es keine Erweiterungsmöglichkeit mehr.

Die geforderten Räume habe man in etwa nachweisen können, sagte Fiedler dem Gremium. Dazu gehören 15 Garagen für Feuerwehrfahrzeuge, Geräte- und Aufenthaltsräume sowie ein allgemeiner Bereich und ein Übungsturm. Wenn man Geräte- und Aufenthaltsräume zweistöckig und in einem weiteren Bereich möglicherweise auch dreistöckig baue, könne man die geforderten Flächen unterbringen, so Fiedler.

„Wir würden uns freuen, wenn es dort realisiert werden würde.“ Uwe Hartmann, Stockacher Feuerwehrkommandant
„Wir würden uns freuen, wenn es dort realisiert werden würde.“ Uwe Hartmann, Stockacher Feuerwehrkommandant | Bild: Freißmann, Stephan

Bei den Parkplätzen für die Einsatzkräfte sehe es aber nicht so gut aus. Statt mehr als 60 Stück habe er derzeit nur 44 auf dem Grundstück untergebracht – und zwar direkt entlang der Stockacher Aach. Fiedler wies aber auch auf die sehr günstige Lage des Geländes für die Feuerwehr hin.

Die Einsatzkräfte selber kommen ebenfalls zu dem Schluss, dass das Grundstück für den Neubau geeignet wäre. „Die erforderlichen Nutzflächen können innen wie außen realisiert werden“, heißt es in einer Stellungnahme der Feuerwehr, die Bürgermeister Rainer Stolz in der Sitzung verlas. Und was für die Einwohner von Stockach wahrscheinlich das Wichtigste ist: „Die Ausrückzeiten würden passen“, wie Gesamtkommandant Uwe Hartmann auf Anfrage bekräftigte. Unter Ausrückzeit versteht man die Zeit zwischen dem Alarm und dem Eintreffen des ersten Löschfahrzeugs am Einsatzort, so Hartmann. In geschlossenen Ortschaften seien das zehn Minuten.

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Ein kritischer Faktor dafür ist der Weg der Feuerwehrleute zum Gerätehaus. Denn mit Blaulicht und Martinshorn kommen die Einsatzfahrzeuge immer schnell durch die Stadt, sagt Hartmann. Doch auf dem Weg zum Gerätehaus wissen andere Verkehrsteilnehmer nicht, dass es gerade um einen Feuerwehreinsatz geht. Auch im Hinblick auf die Anfahrt sehe die Feuerwehr keine Verschlechterung zum jetzigen Gerätehaus in der Zoznegger Straße, sagt der Kommandant – auch nicht durch die Bahnlinie. Das bestehende Gebäude gilt als zu eng und verwinkelt.

„Es geht auch darum, ob man uns in gleicher Weise behandelt.“ Rainer Stolz, Bürgermeister
„Es geht auch darum, ob man uns in gleicher Weise behandelt.“ Rainer Stolz, Bürgermeister | Bild: Arndt, Isabelle

Die Zahl und die Lage der Parkplätze für die Feuerwehrleute waren ein Thema in der Ratssitzung. Stolz wies darauf hin, dass die nun vorgeschlagene Lage der Parkplätze nah am Bach eine sensible Planung sei, für die man eng mit dem Landratsamt zusammenarbeiten müsse. Womöglich könne man nicht jeden Baum auf dem Grundstück erhalten, doch für mehr Grün könne es auch sein, dass in der weiteren Planung Parkflächen wegfallen, so Stolz. Maria Luisa Jessen (Grüne) bat nachdrücklich, für die Parkplätze eine andere Lösung zu suchen. Stolz antwortete, dass sich mit der Zeit möglicherweise eine Alternative finde. Jenseits der Aach, wie es Thomas Warndorf (SPD) ins Spiel brachte, gehe es nicht, denn das Grundstück gehöre nicht der Stadt, so Stolz.

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Ein weiterer Punkt waren die prognostizierten Kosten für einen Neubau von sieben bis neun Millionen Euro. Dabei handle es sich um die Spanne zwischen verschiedenen Ausführungen, erklärte Stolz auf Nachfrage von Wolfgang Reuther (CDU). Zum Baubeginn machte Stolz keine Aussage. Wenn in zwei bis drei Jahren die Finanzierung stehen soll, sei das schon optimistisch. Doch er stelle sich auf langwierige Abwägungen ein, sagte er auf Anfrage von Christoph Stetter (CDU). Im ersten Halbjahr 2020 soll es um einen Architektenwettbewerb gehen, anwortete er auf Andreas Bernhart (CDU). Wolf-Dieter Karle, Gemeinderat der Freien Wähler und Ortsvorsteher von Hindelwangen, sagte, man nehme die Feuerwehr gerne in Hindelwangen auf. Der Gemeinderat entschied einstimmig, das Konzept weiterzuverfolgen.