Wenn es brennt, wenn ein Baum die Straße blockiert oder starke Regenfälle die Keller volllaufen lassen, dann ist die Feuerwehr gefragt. Doch damit die Einsatzkräfte ihre Aufgabe auch wahrnehmen können, müssen sie richtig ausgestattet sein. Was dafür notwendig ist, steht in Stockach ab sofort in einem Dokument, das den sperrigen Namen Feuerwehrbedarfsplan trägt. Kommandant Uwe Hartmann hat kürzlich im Gemeinderat die Vorschläge der Wehr für die Jahre 2020 bis 2024 vorgestellt. Die wichtigsten Punkte:

  • Fahrzeuge: Die Liste im Feuerwehrbedarfsplan weist zwei Fahrzeuge mit Baujahr 1987 im Bestand aus, nämlich in Espasingen und Winterspüren. Vorgeschlagen wird, diese in den nächsten Jahren zu ersetzen, wobei die neuen Fahrzeuge weniger Wasser hätten. Auf Nachfrage von Jürgen Kragler (CDU) sagte Hartmann, dass es für Fahrzeuge mit mehr Wasser keine Zuschüsse geben würde. Sein Stellvertreter Daniel Traber ging auf Nachfrage ins Detail: Es werde geprüft, was notwendig ist, um in den vorgeschriebenen zehn Minuten nach Alarmierung den Erstangriff gegen den Brand zu starten. Dabei gehe es auch um den wirtschaftlichen Umgang mit Fördergeldern.

Und die Abteilung Stadt soll ein Auto mit 4000 bis 5000 Litern Wasser bekommen, weil die beiden alten Fahrzeuge wegfallen. Auch andere Wagen sollten ersetzt werden. Zudem sollen, so Hartmann, in drei Abteilungen mit vielen Freiwilligen Mannschaftstransporter gekauft werden. Ansonsten sei die Drehleiter in die Jahre gekommen, so Hartmann. Und bei modernen Fahrzeugen könne man nicht mehr von einer Nutzungsdauer von 30 Jahren ausgehen, sondern eher von 20 bis 25 Jahren. Besonders die Beschaffung von Ersatzteilen für die Elektronik mache nach 15 Jahren schon Schwierigkeiten.

  • Gebäude: Die dringendste Baustelle ist das Feuerwehrhaus in der Kernstadt, das machte Hartmann deutlich: "Wir halten einen Neubau für unumgänglich." Vorgesehen dafür ist ein freies Grundstück am Hindelwanger Adler-Kreisel, das im Besitz der Stadt ist. Der Gemeinderat hat im November 2017 das Architekturbüro Fiedler beauftragt, zu überprüfen, ob der Neubau dort möglich wäre.
"Wir halten einen Neubau für unumgänglich." Uwe Hartmann, Kommandant der Stockacher Feuerwehr, zum Gerätehaus in der Kernstadt
"Wir halten einen Neubau für unumgänglich." Uwe Hartmann, Kommandant der Stockacher Feuerwehr, zum Gerätehaus in der Kernstadt | Bild: Freißmann, Stephan

Nun sagte Bürgermeister Rainer Stolz, dass ein Raumprogramm, das perfekt für die Feuerwehr ist, für dieses Grundstück zu groß wäre. Man schaue derzeit, ob man manche Funktionen anderswo unterbringen könne. Auch in Winterspüren sei das Gebäude völlig unzureichend, so Hartmann. Dafür schlägt die Feuerwehr in ihrem Bedarfsplan Neubau oder Umbau vor.

  • Löschwasserversorgung: Um diese sicherzustellen, laut Traber eine kommunale Aufgabe, hat die Stadt ein Konzept in Auftrag gegeben, wie in der Sitzung deutlich wurde. Auf Nachfragen von Wolfgang Reuther und Andreas Bernhart (beide CDU) erklärte Stolz, es gebe dazu einen Plan, den die Stadt abarbeite. Wie Daniel Traber auf Nachfrage erklärte, müsse die Feuerwehr bisweilen Wasser mittels kilometerlanger Schlauchleitungen holen, wenn nicht genug fließe.
  • Was das Gremium sagt: Wolfgang Reuther (CDU) dankte für den nachvollziehbaren Plan und für das ökonomische Wirtschaften der Feuerwehr. Wolf-Dieter Karle (Freie Wähler) wies darauf hin, dass man sich nun im Haushalt auf Baumaßnahmen einstellen müsse, um "der Feuerwehr den Platz einzuräumen, den sie verdient hat." Auch Stolz stimmte ins Lob ein: "Es gibt niemanden im Gremium, der die Arbeit der Feuerwehr nicht zu schätzen wüsste." Man werde sich bemühen, die Vorschläge abzuarbeiten.