Stockach Feuerwehr Stockach: Gemeinderat macht ersten Schritt zu einem neuen Feuerwehrhaus

Bei Wehr und Rat ruht die Hoffnung auf einem möglichen Neubau an der Hindelwanger Adler-Kreuzung. Der Standort gilt als beste verfügbare Möglichkeit. Der Gemeinderat hat zunächst eine Untersuchung zur Umsetzbarkeit in Auftrag gegeben.

Umkleide? Zu klein. Fahrzeughalle? Zu eng. Laufwege? Zu verwinkelt und außerdem voller Stufen, die in der Eile eines Einsatzes zu Stolperfallen werden könnten. Im Stockacher Feuerwehrhaus in der Zoznegger Straße ist vieles nicht mehr optimal. Das wurde bei einer Begehung des Gebäudes mit Feuerwehrleuten vor der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich. Neue Fahrzeuge müssen mit klaren Maßangaben bestellt werden, damit sie in die Garagen passen, erklärt Gesamtkommandant Uwe Hartmann. An einer Stelle müssen zwei kleinere Transporter so dicht hintereinander geparkt werden, dass niemand mehr zwischen den beiden Fahrzeugen hindurchgehen kann. Auch in der Atemschutzwerkstatt werde es eng, berichtet Johannes Zehnle, hauptamtlicher Feuerwehrmann, der die Lage im Gebäude erläutert. Dabei wird die Dienstleistung, Atemschutzgeräte zu prüfen, auch Feuerwehren im Umkreis von Stockach angeboten, Platz ist notwendig.

Es besteht also Handlungsbedarf. Den hatte bereits der Hauptausschuss des Gemeinderates erkannt und für eine Untersuchung über ein Konzept zum Neubau gestimmt. Der Gemeinderat folgte in seiner jüngsten Sitzung nun der Empfehlung des Ausschusses und beauftragte einstimmig das Architekturbüro Fiedler und Partner, die Umsetzbarkeit des vorliegenden Konzepts zu überprüfen. Als Standort für den Neubau wird das städtische Grundstück an der Hindelwanger Adler-Kreuzung vorgeschlagen. Die Kreuzung soll ab dem Frühjahr zu einem Kreisverkehr umgebaut werden, ein Feuerwehrhaus könnte man so an die Straße anbinden.

Was den Standort angeht, so gab es in der Ausschusssitzung schon Nachfragen. Ist er leicht genug zu erreichen? Schaffen die Feuerwehrleute die Ausrückzeiten? Immerhin dürfen zwischen dem Alarm und dem Eintreffen am Einsatzort laut Kommandant Uwe Hartmann nur zehn Minuten vergehen – zumindest innerhalb der geschlossenen Bebauung. "Hindelwangen ist die beste der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten", sagt Johannes Zehnle dazu. Die Tatsache, dass viele Kameraden die Bahnlinie überqueren müssen, um zu dem neuen Standort zu kommen, macht Zehnle und Hartmann keine Sorgen – schließlich steht in den Sternen, ob auf der Ablachtal-Bahn jemals wieder ein regelmäßiger Zugverkehr stattfinden wird. Die Industriegebiete Hardt und Blumhof seien als Standort für einen Neubau zu weit entfernt. Und das ZG-Gelände, das ebenfalls im Gespräch war, als die Umzugspläne des ZG-Marktes bekannt wurden, sei ebenfalls zu klein.

Der Gemeinderat, aus dem auch große Wertschätzung für die Arbeit der Feuerwehr geäußert wurde, unterstützt die derzeitigen Neubaupläne jedenfalls. Wolfgang Reuther (CDU): "Die CDU begleitet das Projekt positiv, und wir hoffen, dass es in Hindelwangen klappt." Wolf-Dieter Karle (Freie Wähler): "Wir sehen es positiv, dass es endlich ein Grundstück gibt, das groß genug ist." Auch für Maria Luisa Jessen (Grüne), die beim Besichtigungstermin dabei war, stand außer Frage, dass ein neues Feuerwehrhaus her muss. Ähnlich äußerte sich Harald Karge (SPD), der sich freute, dass so viele Feuerwehrleute beim Kameradschaftsabend in Espasingen dabei waren. Und einen Hinweis von Ulf Wieczorek (CDU) über mögliche Verkehrsbehinderungen im Kreisverkehr habe man sich zu Herzen genommen, sagte Bürgermeister Rainer Stolz auf Anfrage von Wieczorek. Man werde bei der Planung des Kreisels gleich eine Vorrichtung vorsehen, damit die Feuerwehr ungehindert ausfahren kann.

 

Zahlen und Kosten bei der Feuerwehr

  • Feuerwehrleute: Die Stockacher Feuerwehr hat nach Angaben von Gesamtkommandant Uwe Hartmann 270 aktive Feuerwehrleute in allen Abteilungen. Hinzu kämen noch jeweils 70 bis 80 Mitglieder in der Alterswehr und in der Jugendfeuerwehr. Daher habe man nur wenige Nachwuchssorgen, sagt Hartmann – auch wenn manch ein Jugendfeuerwehrler nach der Schulzeit aus Stockach wegziehe. Die Stockacher Feuerwehr hat neun Abteilungen. Das sind neben der Kernstadt Hoppetenzell, Zizenhausen, Mahlspüren im Tal und Seelfingen, Winterspüren, Wahlwies, Espasingen, Raithaslach und Mahlspüren im Hegau.
  • Unterhalt: Den Fuhrpark der Feuerwehr zu unterhalten, kostet Geld. 43 000 Euro waren für das Jahr 2017 für diesen Zweck im Haushalt eingestellt. Dies reichte nicht aus, da es unvorhergesehene Defekte an manchen Fahrzeugen gab. So gab es einen Pumpendefekt, Probleme am Getriebe und poröse Hydraulikschläuche an einem Löschgruppenfahrzeug, wie es in der Sitzungsvorlage heißt. Kostenpunkt: etwa 17 700 Euro. An der Drehleiter wurde laut der Vorlage Rost gefunden, der für etwa 10 000 Euro beseitigt werden musste. 4800 Euro fielen für eine Reparatur an der Bremsanlage des Löschgruppenfahrzeugs aus Zizenhausen an – ohne diese Reparatur hätte das Fahrzeug nicht weiter betrieben werden dürfen. Weitere Reparaturen fielen an Fahrzeugen in Winterspüren und Mahlspüren im Hegau an. Der Gemeinderat genehmigte die überplanmäßige Ausgabe von 36 000 Euro einstimmig. (eph)

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