Die Singener Theresienkapelle ist ab sofort ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung. Sie wurde am 1. Juli vom Regierungspräsidium Freiburg ins Denkmalbuch eingetragen.

Vorangegangen war ein Gutachten des Landesamts für Denkmalpflege (LAD), das der ehemaligen Gefangenenlager-Kapelle eine besondere Bedeutung bescheinigte. Dies schreibt das Regierungspräsidium in einer Presseinformation.

Mahnmal für Versöhnung

Das sich im Eigentum der Stadt Singen befindliche kleine Gotteshaus ist das letzte oberirdische Relikt des französischen Kriegsgefangenenlagers und gilt als Zeugnis und Mahnmal für Versöhnung, Verständigung und Frieden.

Die Kapelle entstand 1946 bis 1947 unter der Leitung Jean le Pan de Lignys, dem damaligen französischen Kommandanten des Kriegsgefangenenlagers. Entwurf, Errichtung und Ausstattung erfolgten durch die deutschen Kriegsgefangenen.

Kreativer Umgang mit Mangel

Die am Bau Beteiligten bewiesen Improvisationsgeschick in Zeiten anhaltender Materialknappheit. Gerade in den Ausstattungsstücken wie den Decken- und Wandleuchten, die aus Rohlingen für Suppenschüsseln hergestellt wurden, zeigt sich der erfinderische Umgang mit dem Mangel.

Das könnte Sie auch interessieren

Dass die Theresienkapelle, die heute im Singener Industriegebiet liegt, in ihrer Substanz und Ausstattung weitestgehend unversehrt erhalten und als Erinnerungsmahnmal im Gedächtnis der Bevölkerung blieb, geht laut Mitteilung besonders auf das unermüdliche Engagement einiger geschichtsbewusster Bürger – vor allem das des Singener Ehrenbürgers Willi J. Waibel – sowie auf den 2006 gegründeten Förderverein Theresienkapelle Singen zurück.

Buch zum 70-jährigen Bestehen

Seit den 1960er Jahren wird die Theresienkapelle als Gotteshaus von der italienischen Gemeinde, der Missione Cattolica Italiana Singen-Villingen, für ihre Gottesdienste genutzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Aus Anlass des 70-jährigen Bestehens der Theresienkapelle erschien 2017 das Buch „70 Jahre Theresienkapelle – Zwangsarbeit, Gefangenschaft und Gottesdienst“, herausgegeben vom Stadtarchiv Singen als Band 178 in der Reihe Hegau-Bibliothek.