Ramon Genovevo ist fest davon überzeugt, dass das neue Einkaufszentrum Cano dem Singener Handel Erfolg bescheren wird. Der Betreiber des Sneaker-Ladens Comix war einer der ersten, die einen Mietvertrag mit der Hamburger Gesellschaft ECE unterschrieben haben.

Das war bereits vor zweieinhalb Jahren. ECE gehört zur Otto-Gruppe und hat reichlich Erfahrung mit dem Bau und der Entwicklung von Einkaufszentren. Ramon Genovevo hat dagegen nur in Konstanz beobachtet. Was er in der dortigen Innenstadt seit der Eröffnung des dortigen Einkaufszentrums Lago gesehen hat, hat ihn überzeugt.

Kundenfrequenz für die Innenstadt

Er erinnert sich noch gut, wie der angestammte Handel zunächst aus Angst vor einem Verdrängungswettbewerb in Schockstarre geriet. Heute weiß er: „Jetzt floriert die gesamte Innenstadt.“ Sicher lasse sich Singen nicht mit Konstanz vergleichen. Dafür fehle einfach der See. „Aber ich bin überzeugt, dass uns das neue Einkaufszentrum Frequenz bringen wird“, sagt der Schuhhändler.

450 Modelle von sechs großen Sneaker-Marken verkauft er in seinem 60 Quadratmeter großen Laden. Den Standort will er halten, obwohl er im Cano mit mehr als der doppelten Verkaufsfläche an den Start geht. Wie allen Händlern macht ihm die Corona-Delle, erzeugt durch den Lockdown, schwer zu schaffen. Den Optimismus will er sich dennoch nicht nehmen lassen.

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Am liebsten würde er gleich morgen seinen neuen Laden aufschließen. „Es kribbelt mir richtig in den Fingern“, beschreibt er seine Aufbruchstimmung. Gleichwohl weiß er um das weiter steigende Risiko von zwei Läden. Doch Genovevo ist nicht nur überzeugt von dem Produkt, das er vertreibt, sondern auch davon, dass Singens Einzelhandel einen Entwicklungsschub braucht.

„Als Einzelkämpfer schaffen wir es nicht, mehr Kundenfrequenz in die Stadt zu bringen“, sagt er. Deshalb hat er sich von Anfang an der Initiative Pro Cano angeschlossen.

Kira Zettl arbeitet in Teilzeit im Singener Sneaker-Laden Comix. Mit Begeisterung sorgt sie für eine schöne Präsentation der angesagten Schuhe.
Kira Zettl arbeitet in Teilzeit im Singener Sneaker-Laden Comix. Mit Begeisterung sorgt sie für eine schöne Präsentation der angesagten Schuhe. | Bild: Tesche, Sabine

Nachdem er 2008 nach Singen kam, hatte er gelernt, Schwierigkeiten zu meistern. Er musste mit seinem kleinen Ladengeschäft mehrfach wandern, weil der Eberle-Bau mit der ehemaligen Commerzbank umgebaut wurde. „Da haben wir fünf Monate im Rohbau gesessen“, erzählt Genovevo. „Aber sowas wie Corona hat wohl noch niemand erlebt.“

Diese Zeit hat er mit Hausbesuchen überbrückt. Über die sozialen Medien konnten Kunden mit ihm Kontakt aufnehmen. Dann ist er mit verschiedenen Schuhmodellen und Größen zur Anprobe gefahren. „Es war zwar ein riesiger Aufwand für einen bescheidenen Umsatz, aber das Geschäft ging weiter.“ Eine gewisse Zurückhaltung durch Corona, vor allem bei älteren Kunden, sei immer noch zu spüren.

Den Namen für sein Geschäft hat Ramon Genovevo selbst kreiert. Er sollte einprägsam und originell sein.
Den Namen für sein Geschäft hat Ramon Genovevo selbst kreiert. Er sollte einprägsam und originell sein. | Bild: Tesche, Sabine

Aber Ramon Genovevo richtet den Blick nach vorne. Er fiebert der Cano-Eröffnung entgegen. Und er freut sich über die Pläne seines Ladenbauers, der Firma Knoblauch aus Markdorf. Die haben ihm einen breiten Zebrastreifen direkt in den Laden gezeichnet. „Unsere Innenausstattung ist urban, clean, aber nicht zu edel. Die Einrichtung passt genau zu unserem Thema“, verrät der Unternehmer. „Sneaker haben ihren Platz in der Gesellschaft gefunden wie die Jeanshose.“

Im Cano will er nicht nur Schuhe, sondern auch alltagstaugliche Sportswear verkaufen, also Kleidung, die aus dem Sport entlehnt wurde. „Lifestyle“ ist sein Zauberwort. Und damit verbreitet Ramon Genovevo einen Hauch von Großstadt. Auch in den angesagten Läden in Berlin, London oder Amsterdam wird viel Englisch gesprochen.

Mit Aufenthaltsqualität und Beratung gegen den Online-Handel

Auf die teuren Sammlerstücke von Marken wie Adidas hat der Singener zwar keinen Zugriff, weil die nur in einzelnen Großstadtläden verkauft werden; er habe aber insgesamt einen sehr guten Zugriff auf das von den Herstellern stark reglementierte Sortiment. Das will er im Cano ausspielen.

„Sehr wichtig ist uns auch die Aufenthaltsqualität in unserem Laden“, sagt Ramon Genovoevo. „Das und die Beratung hebt uns vom Online-Handel ab.“ Deshalb will er den Kunden auch Getränke anbieten. Der Laden im Cano werde sich deutlich vom bestehenden Geschäft abheben, verspricht er.

Genovevo ist heiß auf die Eröffnung

Und dass er sich direkt neben dem Sport-Discounter Decathlon im ersten Obergeschoss angesiedelt hat, ist Absicht. Er erwartet, dass das einer der wichtigsten Anziehungspunkte im Center sein wird.

Mittlerweile ist schon die erste Ware für Comix im Cano eingetroffen. Zu gerne würde Ramon Genovevo die Kartons sofort übertragen. Aber dazu ist es noch zu früh. Mit der Geduld ist es eben nicht immer so leicht.

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