Knallharte Recherchen und erhellende Einordnungen. Das ist es, was SÜDKURIER-Leser zu Recht erwarten. Gerade im unübersichtlichen Trubel der Vorweihnachtstage. Weil wir diese Aufgabe ernst nehmen, haben wir uns auf dem Singener Weihnachtsmarkt ins Getümmel gestürzt – und dafür sogar einen Brummschädel in Kauf genommen. Schließlich hatten wir eine Mission: Für Sie herausfinden, wo es den besten Glühwein gibt.

Kein Zuckerschlecken. Denn die Auswahl an alkoholischen Heißgetränken reicht weit über weißen und roten Glühwein hinaus: Glühbier, Glühgin, Heißer Hirsch, Glühwein in der Bio-Variante... Dazu vielleicht ein Schuss Amaretto oder Schnaps? Zum Herunterkommen ein Glas Punsch? Oder darf es in klassischer Heinz-Rühmann-Manier die Feuerzangenbowle sein?

Um allzu fiese Kater-Kopfschmerzen zu vermeiden, haben wir uns entschieden, sechs dieser flüssigen Köstlichkeiten genauer vorzustellen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Vielleicht hilft Ihnen unser Glühweintest dabei, sich in die richtige Schlange einzureihen. Und nicht vergessen: Wer viel probieren möchte, sollte an Kleingeld für das Becherpfand denken. Viel Zeit bleibt nicht mehr: Montag, 23. Dezember, ist schon der letzte Weihnachtsmarkt-Tag. Beim Hüttenzauber kann noch bis zum 31. Dezember ins Glas geschaut werden.

Apfelstrudel: Ein Dessert zum Trinken

Am Stand des Weingut Vollmayer kommen heißer, naturtrüber Apfelsaft und der tropische Rum Malibu zusammen. Das Ergebnis erinnert tatsächlich an die österreichische Spezialität Apfelstrudel – und enthält vermutlich ähnlich viele Kalorien. Die Sahnehaube eines Strudels braucht es da gar nicht mehr. Eine Tasse kostet drei Euro.

Der Apfelstrudel kommt flüssig daher.
Der Apfelstrudel kommt flüssig daher. | Bild: Arndt, Isabelle

Feuerzangenbowle: Das extrovertierteste Weihnachtsmarkt-Getränk

Wer gerne mit dem Feuer spielt und kein Problem damit hat, dass es bei den ersten drei Schlücken auch geschmacklich ganz schön brenzlig werden kann, ist am Stand von Eventpromotion bestens aufgehoben. Ein Becher inklusive darüber befindlichem Zucker-Feuerwerk gibt es für vier Euro. Vorsicht: heißer Becherrand.

Achtung brandgefährlich! Die Feuerzangenbowle ist auch optisch ein Highlight.
Achtung brandgefährlich! Die Feuerzangenbowle ist auch optisch ein Highlight. | Bild: Arndt, Isabelle

Heißer Hugo: Für Sommergefühle im Winter

Das Sommergetränk verzichtet im Winter auf Sekt, Eiswürfel und Minze, stattdessen trumpft Heißer Hugo mit weißem Glühwein. Was bleibt ist beim Stand des Hostel Art&Style der Holunder, der dann doch Sommergefühle weckt. Auch preislich klopft der Sommer an – allerdings hat ein Longdrink-Glas mehr Platz als 0,2 Liter. Gewohnt süffig, ohne dass es zu lustig wird. Eine Tasse kostet 4,50 Euro.

Heißer Hugo bringt Sommergefühle im Winter.
Heißer Hugo bringt Sommergefühle im Winter. | Bild: Arndt, Isabelle

Harte Nuss: Mit stylischem Moonshine für Trinkfreudige

Eine harte Nuss ist der gleichnamige Glühwein am Feuerzangenbowle-Stand von Eventpromotion. Was ihn so hart macht? Der Schnaps im Einmachglas mit stylischem Moonshine-Etikett, der einige Stände weiter auch verkauft wird. Der Glühwein ist kaum noch zu schmecken angesichts so viel Hochprozentigem – definitiv etwas für Fans von mehr Umdrehungen. Eine Tasse kostet 4,50 Euro.

Der Glühwein „harte Nuss“ wird seiner Bezeichnung gerecht.
Der Glühwein „Harte Nuss“ wird seiner Bezeichnung gerecht. | Bild: Arndt, Isabelle

Glühwein mit Rum: Sicher nicht pappsüß

Glühwein wäre ja etwas Feines, wenn er nur nicht immer so pappsüß schmecken würde. Von diesem Gedanken kann man sich befreien: Einfach am Stand des Hostel Art&Style Glühwein mit Schuss ordern. Besonders herb und erdig dampft das Getränk daher, wenn man sich für die Rum-Variante entscheidet. Die schmeckt gut und vor allen Dingen: ehrlich. Eine Tasse gibt es zum Preis von vier Euro.

Mit Rum wird der Glühwein weniger süß.
Mit Rum wird der Glühwein weniger süß. | Bild: Arndt, Isabelle

Glühbier: Hier darf Bier ausnahmsweise warm sein

Im Restaurant lassen Sie sich gerne Ihr Bier vom Kellner vorwärmen? Dann ist das Glühbier vom Vollmayer-Stand vielleicht genau das Richtige für Sie. Hergestellt aus dunklem Gerstensaft wärmt dieses Getränk von innen. Geschmacklich erinnert das Ganze zwar eher an ein sahniges Früchte-Bonbon als an ein bitteres Männergetränk – schmecken tut es aber allemal. Ein Glas Glühbier gibt es für 3,50 Euro.

Wie ein Bierchen nicht ohne Schaumkrone: Das Glühbier.
Wie ein Bierchen nicht ohne Schaumkrone: Das Glühbier. | Bild: Arndt, Isabelle