Nach Luis Kardinal Ladaria beim Heilig-Blut-Fest im Juni besucht nun am nächsten Inselfeiertag ein weiterer hochrangiger Vertreter der katholischen Kirche die Reichenau.

Der emeritierte Kurienkardinal Walter Kardinal Kasper kommt an Mariä Himmelfahrt, 15. August.

Er war viele Jahre Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen und damit auch für Ökumene-Fragen zuständig.

Walter Kasper gilt zudem als Vertrauter von Papst Franziskus, zu dem er „eine innere Nähe“ habe, wie er einmal bekannte.

Der 86-Jährige wird im Festgottesdienst, der um 9 Uhr im Münster beginnt, der Hauptzelebrant und Festprediger sein.

Walter Kardinal Kasper am 4. März 2013 auf dem Petersplatz in Rom, hier in einer Pause des Konklaves zur Wahl des neuen Papstes.
Walter Kardinal Kasper am 4. März 2013 auf dem Petersplatz in Rom, hier in einer Pause des Konklaves zur Wahl des neuen Papstes. | Bild: ALBERTO PIZZOLI

Bei der anschließenden Prozession in Mittelzell wird er ebenfalls mitgehen.

Inselseelsorger Pater Stephan Vorwerk hatte Kardinal Walter Kasper schon vor einigen Jahren an Mariä Himmelfahrt auf der Reichenau begrüßen können.

Und auch dieses Mal habe er ihm auf seine Mail positiv geantwortet. „Er hat gern zugesagt“, so Pater Stephan. „Er freut sich auf die Reichenau.“

Der Kardinal lebe zwar noch in Rom, sei im Sommer aber oft bei Verwandten im Allgäu zu Besuch. Walter Kasper sei ein Fürsprecher und Unterstützer des Papstes und diesem sehr nah im Geiste.

Er sei gegenüber den Erneuerungen und Veränderungen, die die katholische Kirche brauche, sehr aufgeschlossen.

„Walter Kasper ist ein sehr kluger Mensch und Theologe, der sehr ausgewogen ist vom theologischen Denken her“, erklärt Pater Stephan. Nicht nur die Ökumene liege ihm am Herzen, sondern auch, dass es bei der Verkündung der Botschaft von der Menschwerdung Gottes um die Menschen gehe.

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„Er ist ein guter Freidenker geworden“, meint Pater Stephan. Und weil er dem Neuen gegenüber aufgeschlossen sei, passe Walter Kasper gut zu den Gläubigen und den Benediktinern auf der Reichenau.

„Daher kommt es mir immer entgegen, wenn solche offenen Geistlichen der Liturgie vorstehen“, erklärt der Inselseelsorger. Zumal sich an den Inselfeiertagen Menschen jeden Alters, die ganze Bandbreite des Lebens im Münster treffe.

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Hierzu habe er auch von Kardinal Ladaria eine sehr positive Rückmeldung erhalten, berichtet Pater Stephan.

Dieser sei sehr angetan gewesen vom Geist der Insel und den vielen Menschen, die hier die Tradition an den Inselfeiertagen leben. „Das hat ihn sehr berührt“, so Pater Stephan.

„Er hat geschrieben, er werde dem Papst davon erzählen.“