„Kommt mit an einen einsamen Ort und ruht ein wenig aus“ – passender hätte das von Stadtpfarrer Heinz Vogel für das diesjährige kirchliche Hausherrenfest gewählte Motto nicht passen können. Pünktlich um 8 Uhr erklangen am Sonntag die ersten Töne der Turmbläser über den fast menschleeren Marktplatz.

Morgens um 8 Uhr eröffneten die Turmbläser der Radolfzeller Stadtkapelle den Hausherren-Sonntag. Neben dem Hausherrenlied erklang unter anderem das Stück „Großer Gott wir loben dich“ vom Münsterturm über dem Marktplatz und der Stadt.
Morgens um 8 Uhr eröffneten die Turmbläser der Radolfzeller Stadtkapelle den Hausherren-Sonntag. Neben dem Hausherrenlied erklang unter anderem das Stück „Großer Gott wir loben dich“ vom Münsterturm über dem Marktplatz und der Stadt.

Eine Stunde später zogen Pfarrer Heinz Vogel und der Festprediger des diesjährigen Hochamts, Thomas Herkert, eine Stunde später gemeinsam mit Vertretern der Kirchengemeinde und der Trachtengruppe Alt Radolfzell über den Marktplatz in das Münster ein.

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Pünktlich um 9 Uhr zog Stadtpfarrer Heinz Vogel gemeinsam mit Mitgliedern der Kirchengemeinde und der Trachtengruppe Alt-Radolfzell über den Marktplatz zum Münster. Auch in diesem Jahr musste das Hochamt ohne Prozession stattfinden.
Pünktlich um 9 Uhr zog Stadtpfarrer Heinz Vogel gemeinsam mit Mitgliedern der Kirchengemeinde und der Trachtengruppe Alt-Radolfzell über den Marktplatz zum Münster. Auch in diesem Jahr musste das Hochamt ohne Prozession stattfinden.

Nicht alleine in schwierigen Zeiten

„Normalerweise ist unser Marktplatz an diesem Tag voller Leben und mit Menschen gefüllt, doch wieder muss das Hausherrenfest unter Pandemie-Bedingungen stattfinden“, sagte Heinz Vogel in seiner Begrüßung. Vertraut war dafür die Stimmung, als Heinz Vogel gemeinsam mit seinen Gästen zur Eröffnung die ersten Worte des Hausherrenlieds „Wir stehn freudig hier zusammen“ anstimmte. Das Hausherrenfest sei ein Zeichen, dass wir auch in schwierigen Zeiten nicht allein sind.

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Klare aber auch hoffnungsvolle Predigt

Thomas Herkert, Ordinariatsrat und Caritas-Direktor, fand in seiner Predigt nicht nur klare, sondern auch hoffnungsvolle Worte. Er widmete seine Gedanken dem Thema Stille. Die Pandemie hätte für eine gesellschaftliche und kirchliche Vollbremsung gesorgt. Für manche Menschen sei dies eine Zeit der Ruhe und Besinnung. Doch für Viele sei es auch eine Zeit der Unruhe und Unsicherheit geworden, in welcher kritische Fragen an die Kirche und die Gesellschaft gestellt werden müssten.

Festprediger Thomas Herkert, Ordinariatsrat und Caritas-Direktor, widmete seine Predigt dem Thema „Stille“.
Festprediger Thomas Herkert, Ordinariatsrat und Caritas-Direktor, widmete seine Predigt dem Thema „Stille“.

Eine Zeit, in der viele Menschen Hilfe benötigen und trotzdem Milliarden von Euro in der Automobilindustrie ausgeschüttet würden. In der über das Internet Hass-Botschaften verbreitet würden, die selbst vor Kindern nicht Halt machen und in einer Zeit, in welcher auch die Kirche zunehmend in der Kritik stünde.

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Menschen sollen füreinander einstehen

„Die spannende Frage ist, was wir daraus machen, und dass wir uns darauf besinnen, was uns wirklich wichtig ist. Das gilt nicht nur für jeden Einzelnen, auch die Kirche muss sich auf den Weg machen“, so Herkert. „Wir werden die Gesellschaft verändern, wenn wir füreinander einstehen“, appellierte der Festprediger.

Das Hochamt des Hausherrenfests wurde von Diakon Michael Dohm, Stadtpfarrer Heinz Vogel sowie Festprediger Thomas Herkert (von links) gefeiert. Ebenfalls anwesend waren unter anderem der Landtags-Abgeordnete Andreas Jung.
Das Hochamt des Hausherrenfests wurde von Diakon Michael Dohm, Stadtpfarrer Heinz Vogel sowie Festprediger Thomas Herkert (von links) gefeiert. Ebenfalls anwesend waren unter anderem der Landtags-Abgeordnete Andreas Jung.

So gäbe es angesichts der aktuellen Flutkatastrophe, die unendliches Leid über viele Menschen gebracht hätte, auch große Zeichen der Hoffnung – Menschen, die füreinander da sind und große Hilfsbereitschaft zeigten. „Gott traut uns zu, unser Leben menschlich zu gestalten“, sagte Herkert.

Pfarrer Heinz Vogel sah die Geschichte der drei heiligen Hausherren als Zeichen der Hoffnung, als Ermutigung für die Kirche und das Leben in der Stadt. So waren es auch Zeilen des Hausherrenlieds, welche die Kirchengemeinde zum Abschluss des Gottesdienstes gemeinsam sang: „Gegeben hast du deinem Feind die Hand, Pfand der Hoffnung, Weg zum Leben, Brücke hin zum bessern Land“.